Anlagestrategie

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Drei Strategien, drei Depots: Gute Zeiten für Pseudowissenschaften

In Zeiten der Unsicherheit über die Entwicklung der wahren Kurstreiber, setzen viele Anleger auf Chartanalysen. Humbug, meint Georgios Kokologiannis. Und Jürgen Röder setzt lieber auf risikoreiche Hebelpapiere.

Jürgen Röder ist Finanzredakteur von Handelsblatt Online. Quelle: Pablo Castagnola
Jürgen Röder ist Finanzredakteur von Handelsblatt Online. Quelle: Pablo Castagnola

Zu einem spekulativen Musterdepot gehört natürlich auch ein risikoreiches Hebelpapier als Depotergänzung zu den Basispapieren auf große Indizes. Das habe ich nun gekauft (WKN: HV7UFF). Dieser Mini-Future hebelt  die Gewinne und Verluste der Fielmann-Aktie mit einem gut dreifachen Faktor. 

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Das Fielmann-Papier habe ich ausgewählt, weil der Titel seit Jahren  im Aufwärtstrend liegt – ungeachtet der allgemeinen Börsenentwicklung.  Ein Wert, der auch meiner Kollegin Kerstin Leitel, die das defensive Depot betreut, sehr viel Freude bereitet.

Jürgen Röder

  • Die Strategie

    Meine Strategie ist kurz- oder mittelfristig angelegt. Ich versuche aktuelle Chancen an den Märkten zu nutzen, ohne das Risiko aus den Augen zu verlieren. Ich kaufe nur, wenn ich mit meinem Investment die Chance auf eine jährliche Rendite von mindestens acht, besser zehn Prozent habe. Ich lege aber auch vorher den maximalen Verlust meines Investments fest.

  • Der Redakteur

    Seit mehr als 30 Jahren beschäftige ich mich mit den Finanzmärkten – zunächst privat, später beruflich als Handelsblatt-Redakteur. Meine Spezialität sind Anlagezertifikate, mit denen ich meist das Risiko gegenüber einem Direktinvestment reduziere. Mein Depot ist das spekulative.

  • Die Regeln

    Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.

Am Dienstag hat die Aktie ein neues Allzeithoch markiert. Entscheidend für mich beim Kauf eines Hebelpapiers ist die Verlustbegrenzung. Ich lege von vornherein fest, wie viel Geld ich maximal verlieren will. Im Höchstfall ein bis zwei Prozent des gesamten Depotvolumens, meistens aber deutlich weniger.

Jürgen Röder Das spekulative Depot

Einzelwerte und Performance im Detail.

Im konkreten Fall heißt das: Falls der Fielmann-Titel deutlich unter die Marke von 80 Euro rutschen sollte, verkaufe ich den Mini-Future sofort.  Dann hätte ich rund zehn Prozent der investierten Summe in Höhe von 2520 Euro verloren – weniger als 0,3 Prozent des gesamten Depots. Der Mini-Future hat auch eine sogenannte Knock-Out-Schwelle bei 61,50 Euro. Falls die Aktie diese Schwelle berührt, verfällt das Hebelpapier wertlos.

  • 11.07.2013, 07:33 UhrZukunft

    Test Beitrag

  • 10.07.2013, 09:14 UhrLao

    Es gibt vielzählige Studien aus der wirtschaftswissenschaftlichen und -psychologischen Forschung darüber, dass Anleger mit vielen Informationen - also auch die, die versuchen möglichst viel Information zum Börsengeschehen zu haben - deutlich schlechter abschneiden - und zwar über alle Zeiträume - als uninformierte/passive Anleger. Ein populärwissenschaftlicher Beleg sind auch die regelmäßigen Affen- oder Taubenexperimente zum Thema Investment (siehe auch Gigerenzer, Kahneman etc.).

    Auch immer wieder interessant zu sehen, dass die 1/n Portfolios, z.B. Aktien/Anleihen zu 50/50 über lange Strecken besser abschneiden. Im Übrigen gilt das auch für diese drei "Depots".

  • 09.07.2013, 22:14 UhrKronecker

    To GK. Eigentlich sind mir die Fundis genauso egal wie die Chartisten. Rechnet man jedoch 'mal überschlägig die Informationen "Bits" zusammen, die täglich im DAX® verarbeitet und gespeichert werden, so findet man leicht heraus, dass es mehr sind als es Atome im Universum gibt. Dann kommen die Chartisten mit ihren Kursen mit 3% Wissen besser weg als die Fundis: Die wissen nämlich fast nichts, ungefähr gleich null. Wer sind nun die Pseudowissenschaftler?

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