
Es sind so die kleinen Erfolge, die man als Anleger gerne zur Kenntnis nimmt. Mein Depotwert Francotyp-Postalia, über den sich vielleicht mancher gewundert hat, präsentierte gestern Zahlen, die weit über den Erwartungen der Analysten lagen. Die Analysten der kleinen Privatbank Hauck & Aufhäuser sprachen deshalb nicht zu Unrecht von „exzellenten Zahlen“.
Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.
Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.
Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.
Denn auch in Zeiten von Mails, SMS und Whatsapp gibt es offensichtlich weiter einen steigenden Bedarf auf Frankier- und Kuvertierdiensten. Wer die tägliche Flut im eigenen Briefkasten sieht, vor allem an Werbung, der wird dies sicher bestätigen. Und ihm wird auch klar, dass sie keinesfalls kleiner geworden ist in den vergangenen Jahren. Ich kann mich jedenfalls bestenfalls darüber ärgern, dass ich Ende Januar nicht mehr als die 1800 Papiere gekauft habe, die ich heute noch im Depot habe.
Bestätigt fühle ich mich mit den gestrigen Zahlen in der Einschätzung, dass es auch unterhalb von Dax, MDax, TecDax und SDax erstaunlich gute Titel gibt, die eines Blickes wert sind. Es ist nur etwas mehr Arbeit, sie zu finden, weil nicht pausenlos über sie berichtet wird.

@ Neugieriger
ich kann ihnen die Dividende der tollen Apple Aktie geben: 0.8% aufs eingesetze Kapital bei Verlustrisiko 100%. Selbst alles was an Nullzinsstaatsanleihen auf dem Globus rum fleucht, ist a) sicherer und bringt b) mehr Zinsen. Soviel zu dem Sachwert Aktie - sind nur noch reine Papierfetzen

Ich gebe zu, inzwischen regt es mich auf, wenn Sie sich eine Nachricht unter den vielen herausgreifen und dann zu der machen, die die Kurse nach unten treibt. Die These vom effizienten Markt, die Sie sonst so hoch halten, sagt doch, alle Informationen seien in einem Kurs enthalten, nicht nur eine. Am nächsten Tag wundern Sie sich dann wieder, wenn sich die Kurse bewegen, trotz nachrichtenloser Zeit, nur weil Sie sich die eine Nachricht nicht vorstellen können. Wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass aus Informationen Wert und Risiko werden, frage ich mich, wer zockt hier eigentlich. Die Bankster, die Journalisten, die Anleger, die Kommentatoren? Jeder wohl auf seine Weise. Jeder wirft seine Information, Meinung, ... in den großen Mülleimer Finanzmarkt. Bleibt nur zu hoffen, dass die, die die Kurse feststellen, ihre Algorithmen gerichteter programmieren und uns so wenigstens gelegentlich Gewinne bescheren.

Am besten alles in Anführungszeichen setzen, nicht nur "schlecht".






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