
Die US-Aktienmärkte hingen am Mittwoch wieder einmal ganz an den Lippen von Notenbank-Chef Ben Bernanke. Oder viel mehr: Sie nahmen mit leicht steigenden Kursen schon vorweg, was sie erwarteten: eine beruhigende Botschaft. Bernanke wird es schon richten, er wird weiter Geld in die Wirtschaft pumpen, das ist die Grundlinie, die seit Monaten den Aktienmarkt unterstützt. In den Tagen zuvor hatten andere Angehörige des geldpolitischen Gremiums sich bereits in dieser Richtung geäußert. Der Fed-Chef nahm vor dem Parlament Stellung zur wirtschaftlichen Situation. Er hatte damit die Chance, schon vorab mögliche kritische Untertöne des Protokolls der letzten Fed-Sitzung, das unmittelbar anschließend veröffentlicht werden sollte, herunterzuspielen.
Mit Finanzthemen beschäftige ich mich seit mehr als 30 Jahren - lange Jahre von Deutschland aus, seit November 2012 von New York aus. Vor meiner Zeit als Journalist habe ich einige Jahre in einer großen Bank gearbeitet und war dort auch an Aktienemissionen beteiligt.
Chancenorientiert heißt für mich vor allem, die Chancen von Unternehmen zu nutzen. Ich kaufe daher in erster Linie Aktien mit einer langfristigen Perspektive. Dazu kommen auch Anleihen, um die Risiken besser zu verteilen. Ich werde eher direkt einzelne Papiere kaufen als indirekt über Fonds und Zertifikate zu gehen, weil das einfacher nachzuvollziehen ist und damit die Transparenz erhöht.
Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.
Nach der Finanzkrise war in den USA viel die Rede von dem "New Normal", der neuen Normalität, auf die sich die Kapitalmärkte einzustellen haben. Das sollte eine Normalität mit niedrigerer Rentabilität und niedrigerem Risiko sein. Wie sich jetzt zeigt, ist fester Bestandteil des "New Normal" offenbar eine ganz und gar nicht normale Notenbankpolitik, die aber inzwischen auch zur Normalität wird.
Viele Investoren in den USA erwarten, dass sich die Europäische Zentralbank auch diesem Schema anpasst und beginnt, systematisch Staatsanleihen aufzukaufen. Bisher hat die EZB zwar auch schon zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen, um ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone zu verhindern, aber systematische Käufe von Staatspapieren vermieden.





