
Noch gut zwei Wochen dürfte es dauern, bis der Handel an den Börsen endgültig zum Erliegen kommt und weihnachtlicher Friede einkehrt. Ich glaube, dass sich in dieser Zeit noch einiges tun wird. Der Dax hat sein bisheriges Jahreshoch von 7478 Punkten überschritten. Danach dürfte noch lange nicht Schluss sein.
Warum? Weil dann plötzlich wieder die Begriffe „Weihnachtsrally“ oder „Jahresschlussrally“ in aller Munde sind. Jeder will dann noch einmal dabei sein, wenn in den letzten Handelstagen des Jahres noch ein bisschen Rendite gemacht wird. Ich auch.

Deswegen setze ich darauf, dass gerade meine beiden Dax-Werte Commerzbank und Eon noch einmal zulegen. Beide standen in diesem Jahr nicht auf der Sonnenseite der Börse. Gerade das macht den Reiz aus. Die Zeit ab Anfang Dezember ist historisch betrachtet noch nie besonders anfällig gewesen. Warum sollte sie es dann gerade diesmal anders sein, wo doch die Prognosen nahezu unisono ein solides Jahr 2013 zeigen?
Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.
Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.
Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.
Sollte es ausgerechnet in diesem Jahr mal nicht so sein, dann habe ich spätestens ab Januar die nächste Chance mit diesen beiden Aktien: Regelmäßig haben sich in der Vergangenheit gleich im neuen Jahr die Nachzügler des Vorjahres am besten entwickelt.

Eines habe ich in über 25 Jahren als Privatanleger an der Börse gelernt,niemals stark steigenden Kursen hinterherlaufen-sei es auch noch so verlockend,das war 87 so , Juli 98, März 2000, Mitte 2007,Januar 2008,Frühjahr 2011,Frühjahr 2012 und jetzt wieder-sie kommen immer wieder zurück,alles eine Frage der Zeit,mehr nicht.

"Beide standen in diesem Jahr nicht auf der Sonnenseite der Börse. Gerade das macht den Reiz aus."
Seltsame Aussage. Ich fand eigentlich steigende Kurse immer reizvoller. Muß ich jetzt umdenken?

Weia! Plan B besteht also darin, abzuwarten und darauf zu hoffen, daß Aktienluschen vielleicht im Januar gegen jede Wahrscheinlichkeit doch noch steigen? Tolle Strategie.






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