
Sicherheit kann teuer werden. Davor haben Analysten schon Anfang des Jahres gewarnt, und es zeigt sich jetzt in den Verlusten von besonders sicheren Staatsanleihen, etwa aus den USA, Großbritannien oder Deutschland.
Zu einem kleinen Teil hat mich das jetzt auch erwischt: mit meiner Belgien-Anleihe. Belgien ist zwar auch hoch verschuldet und hat eine zum Teil dysfunktionale politische Struktur. Trotzdem funktioniert das Land recht gut, die Wirtschaft ist vor allem im flämischen Landesteil wettbewerbsfähig - und es geht niemand davon aus, dass das Land, dessen Hauptstadt zugleich die EU-Hauptstadt ist, ernsthaft krisenanfällig sein könnte.
Kerstin Leitel arbeitet für die Finanz-Zeitung des Handelsblatt und berichtet vor allem über die Versicherungsbranche.
Ich will kein Geld verlieren, mit dieser Maxime gehe ich an den Start. Ein ausgewogenes Depot ist für mich wichtig, Anleihen sollen deswegen auch im Portfolio sein. Von Derivaten versuche ich mich allerdings fernzuhalten, was ich nicht verstehe, das kaufe ich nicht. Schließlich lässt sich auch mit Titeln aus Dax und MDax gutes Geld verdienen. Einen Kursrutsch kann ich aussitzen – wenn es anschließend wieder hoch geht. Das kann mir zwar keiner garantieren, aber schließlich versuche ich auf solide Unternehmen zu setzen, die nicht von einem Windhauch aus der Bahn geworfen werden. Und letztlich ist für mich wichtig, wie das Depot zum Kassensturz aussieht.
Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.
Mein Fonds mit italienischen Anleihen läuft dagegen gut. Auch das haben Experten Anfang des Jahres vorausgesagt.
Kurseinbrüche bei Anleihen verlaufen in der Regel zum Glück weniger dramatisch als bei Aktien. Das Problem ist aber: Gerade die sicheren Papiere werfen kaum noch laufende Rendite ab, wenn man real, also nach Abzug der Inflationsrate, rechnet. Da reicht dann ein geringer Kursverlust aus, um das Investment für ein ganzes Jahr in den roten Bereich zu drücken.
Und bei den risikoreicheren Anlagen ist es wahrscheinlich noch gefährlicher. Sie bringen nicht mehr sehr viel mehr ein als sichere Papiere. Dafür können aber, wenn die Risikobereitschaft der Anleger plötzlich nachlassen sollte, die Kurse dort viel deutlicher einknicken.

Wenn eine Aktie einen offensichtlich unverdienten Höhenflug hinter sich gebracht hat, dann realisiert man spekulative Kursgewinne und schaut zufrieden zu, wie der Markt den Kurs anschließend nach unten korrigiert. Blamabel und ärgerlich, wenn man es nicht tut.






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