
Ruhe nach dem Sturm, so könnte man das Börsengeschehen am Dienstag beschreiben. Nach dem Absturz vom Vortrag, machte der Dax ein wenig Boden gut. Große Sprünge gab es allerdings nicht.
Mein Depot profitierte davon, dass sich die am Vortag übel verprügelten Finanzwerte erholten. Die Deutsche Bank schaffte es sogar unter die Topwerte im Dax. Zwar habe ich die Aktie nicht als Einzelwerte gekauft, sie steckt aber in meinem börsengehandelten Indexfonds auf den Stoxx Europe 600 Banks. Das ETF hat am Dienstag fast zwei Prozent gewonnen.
Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.
Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.
Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.
Deutlich geringer fiel das Plus bei der Commerzbank-Aktie aus. Mit ihren Zahlen, genauer gesagt ihren gigantischen Abschreibungen, hatte Deutschlands zweitgrößte Bank am Montag für eine böse Überraschung gesorgt – und war an der Börse ordentlich unter die Räder gekommen. Die Erholung fiel am Tag nach den Zahlen mau aus, die Aktie verbuchte lediglich ein Mini-Plus. Aber immerhin.
Ich bin weiter von meinem Engagement in europäische Bankaktien überzeugt. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass die Finanzhäuser ihre Hausaufgaben machen. Auch wenn sie noch viel zu tun haben, irgendwann wird die Börse das honorieren.
Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Wenn eine Aktie einen offensichtlich unverdienten Höhenflug hinter sich gebracht hat, dann realisiert man spekulative Kursgewinne und schaut zufrieden zu, wie der Markt den Kurs anschließend nach unten korrigiert. Blamabel und ärgerlich, wenn man es nicht tut.






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