
Endlich mal wieder grüne Vorzeichen. Zum Wochenausklang hat mein Depot ein wenig Boden gut gemacht. Nur zwei Positionen notierten im Minus. Eine war mal wieder die Commerzbank, die sich langsam aber sicher zum neuen Sorgenkind in meinem spekulativen Musterdepot entwickelt. Noch nicht mal mehr fünf Prozent notiert die Position im Plus.
Am Montag dürften Börsianer wohl nach Italien schauen. Die Italiener wählen und die Märkte fürchten ein Comeback Berlusconis. Experten sehen schwarz, egal ob der Cavaliere gewinnt oder nicht. Zweifel, ob das Land unter einer neuen Regierung seinen Sparkurs fortsetzt, könnten dem Dax ganz schön zusetzen. Die heftigsten Kursausschläge sind aber wohl zu erwarten, sollte Ex-Regierungschef und Medien-Mogul Silvio Berlusconi die Wahlen für sich entscheiden.
Das Auf und Ab an der Börse, Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen - das beschäftigt mich seit Jahren. Nicht nur als Finanzredakteurin, auch privat. Für Handelsblatt Online schreibe ich regelmäßig über Trends an den Märkten und darüber, wie Anleger diese umsetzen können. Mein Depot ist das spekulative.
Spekulativ bedeutet für mich nicht, wild zu zocken, sondern Chancen zu nutzen. Natürlich muss ich dafür entsprechend höhere Risiken eingehen. Um diese Risiken halbwegs unter Kontrolle zu behalten, setze ich in meinem Musterdepot auf breite Streuung. Konkret heißt das beispielsweise, dass ich zwar auf Anleihen mit schwächerer Bonität, also Junk Bonds, oder Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern setze, aber dazu einen entsprechenden ETF wähle. Einzeltitel, Zertifikate und vielleicht auch Hybridanleihen mische ich bei.
Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn werden maximal drei Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, in welchen Abständen sie gemäß ihrer Anlegerperspektive konservativ, chancenorientiert oder spekulativ in Wertpapiere investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,5 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern. Ein Redakteur kann an einigen Tagen eine Kommentarpause einlegen - das Portfolio kann sich dennoch ändern.
Auch aus den USA droht Ungemach. Der US-Haushaltsstreit dürfte für einigen Gesprächsstoff sorgen. Zum 1. März treten automatische Ausgabenkürzungen in Kraft, sollten sich Republikaner und Demokraten nicht doch noch auf einen Kompromiss einigen. Und das würde wiederum das US-Wirtschaftswachstum massiv belasten. Ein Zitterspiel, dass an die Wochen vor dem Jahreswechsel erinnert. Damals drohte die US-Wirtschaft über das „fiscal cliff“ – zu Deutsch: Fiskalklippe – zu stürzen.
Positive Impulse kommen hoffentlich von Unternehmensseite. Gleich mehrere Dax-Konzerne und einige aus der zweiten und dritten Reihe legen ihre Zahlen vor. Ob die allerdings die politischen Verwirrungen überstrahlen, wird sich zeigen.

Ein stinknormaler ETF auf den MSCI World hat im selben Zeitraum knappe 7% Performance erzielt (und das ist der "Teuerste" mit 0,5% Kosten p.a.). Wer so clever war und über einen Sparplan oder regelmäßiges Nachkaufen an den schwachen Börsentagen seine Position ausgebaut hat, hat sogar zweistellig verdient. Und das vollkommen stressfrei.
Das ständige Beobachten des Auf und Ab, das Rausfiltern des vermeintlichen Geheimtipps ist vollkommen sinnfrei für den normalen, mittel- bis langfristig orientierten Anleger. Selbst die wenigsten "Profis" schlagen den Markt über ein Jahr oder längere Zeiträume.
Nutzen Sie bitte Ihre kostbare und knappe Zeit sinnvoller und nutzenbringender für Ihre Leser.
Eine schöne Woche!

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich in meinen Kommentaren wiederhole, aber diese Depotrubrik suggeriert meiner Meinung nach eine vollkommen falsche Botschaft.
Ein stinknormaler ETF auf den MSCI World hat in dem Zeitraum seit Start dieser Depots jedes Einzelne geschlagen. Das ganz ohne Stress und ohne das ständige Auf und Ab von einzelnen Aktien im Blick zu haben.
Selbst der "Teuerste" mit 0,5% Gebühr p.a. hat seit November 2012 knappe 7% erwirtschaftet. Vielleicht ist das auch das Fazit, das Sie am Ende ziehen wollen. Nur die wenigsten Anleger inkl. der vermeintlichen "Profis" schneiden besser ab als der "Markt".
Nutzen Sie Ihre kostbare, knappe Zeit bitte sinnvoller und nutzenbringender für Ihre Leser.
Eine schöne Woche.

Huh!
Unteres Ende der Tabelle geguckt: -20% bis jetzt.
Guru oder nur Spieler?






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