
DüsseldorfNiedrige Zinsen für Sparkonten, Schuldenkrise, unsichere Aktienmärkte – kein Tag vergeht, ohne dass Finanzexperten auf das schwierige Umfeld für Kapitalanleger hinweisen. Doch für viele potenzielle Anleger beginnt das Problem schon viel früher: Am Ende des Monats bleibt einfach kein Geld übrig, für das sie eine Anlagestrategie ersinnen könnten.
Im Durchschnitt hatte 2012 zwar jeder Deutsche ein Geldvermögen von knapp 60.000 Euro. Doch die insgesamt 4.811 Milliarden Euro sind nunmal nicht gleichmäßig verteilt und viele Menschen sind mit ihrem Konto im Minus. So zeigt der Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, dass etwa 9,65 Prozent der Deutschen überschuldet sind. Für sie wirkt die Frage nach der richtigen Anlageform wohl eher wie ein Luxusproblem.
Das Statistische Bundesamt errechnet jedes Jahr, wie viel jeder Haushalt einnimmt und wie viel er davon wofür ausgibt. Im Jahr 2010 hatten die Haushalte in Deutschland ein durchschnittliches monatliches Bruttoeinkommen von 3.758 Euro. Das durchschnittliche Nettoeinkommen betrug 2.922 Euro. Davon ausgegeben wurden 2.168 Euro.
Für die Bildung geben die Deutschen mit Abstand am wenigsten ausgegeben. Das mag zum einen daran liegen, dass viele Bildungsartikel, wie zum Beispiel Bücher, lediglich ausgeliehen werden und zum anderen gibt es im Internet eine ganze Reihe von kostenlosen Bildungsmöglichkeiten.
Ausgaben im Monat: 16 Euro
Anteil: 0,8 Prozent
Das Internet wird immer wichtiger und immer mobiler. Die Zahl der mobilen Internetnutzer nimmt exponentiell zu und eine Ende des Smartphone-Hypes ist noch nicht in Sicht. In Zukunft könnten die Ausgaben in diesem Bereich steigen.
Ausgaben im Monat: 56 Euro
Anteil: 2,6 Prozent
Arztbesuche, Rezeptkosten, Pflegemittel und Medikamente fallen unter diese Kategorie. Mit der Abschaffung der Praxisgebühr ab dem 1. Januar 2013 dürfte dieser Ausgabeposten etwas kleiner ausfallen.
Ausgaben im Monat: 91 Euro
Anteil: 4,2 Prozent
Zum Winter und zum Sommer erhöhen sich die Ausgaben für Bekleidungsartikel. Auch gegen Ende der Jahreszeiten fließt das Geld, da viele in den jeweiligen Schlussverkäufe diverse Schnäppchen ergattern wollen.
Ausgaben im Monat: 100 Euro
Anteil: 4,6 Prozent
Deutsche Arbeitsnehmer haben im internationalen Vergleich zwar relativ viele Feier- und Urlaubstage, die werden jedoch größtenteils zu Hause verbracht. Nicht viele fahren in den Ferien weg und wenn, halten sich die Ausgaben für Hotelübernachtungen in Grenzen.
Ausgaben im Monat: 113 Euro
Anteil: 5,2 Prozent
Die Ausgaben für Möbel und Elektro- beziehungsweise Elektronikartikel positionieren sich im Mittelfeld.
Ausgaben im Monat: 118 Euro
Anteil: 5,4 Prozent
Das Land der Dichter der Denker hat einiges an kulturellen Gütern zu bieten. Für Besuche in Museen, Theatern und Kinos geben die Deutschen den ein oder anderen Euro aus.
Ausgaben im Monat: 236 Euro
Anteil: 10,9 Prozent
Im Schnitt isst jeder Deutsche rund 90 Kilogramm Fleisch und trinkt 146 Liter Kaffee im Jahr. Das schlägt sich natürlich gewichtig auf die Konsumausgaben nieder.
Ausgaben im Monat: 305 Euro
Anteil: 14,1 Prozent
Des Deutschen liebstes Spielzeug ist sein Auto. Und das lässt er sich einiges kosten. In der Kategorie mit innenbegriffen sind auch die Ausgaben für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.
Ausgaben im Monat: 305 Euro
Anteil : 14,1 Prozent
In Deutschland wird der größte Anteil des Einkommens für die Wohnkosten ausgegeben. Sie beinhalten neben den Miet- auch die Energie- und Instandhaltungskosten.
Ausgaben im Monat: 738 Euro
Anteil: 34,1 Prozent
Die häufigsten Gründe für ausufernde Schulden sind Arbeitslosigkeit oder eine gescheiterte Selbstständigkeit. Doch hinter den finanziellen Engpässen steckt noch mehr. „Vielen Menschen fehlt es an Finanzkompetenz, das ist nicht nur bei Jugendlichen, sondern auch bei Erwachsenen ein ernstes Problem“, sagt Corina Lechner, Leiterin des Vereins Schuldnerhilfe Bremen. Laut Schuldneratlas ist Bremen das Bundesland mit der höchsten Schuldnerquote (13,62 Prozent) und seit dem Jahr 2000 haben Lechner und ihre Kollegen bereits mehr als 3.600 Schuldner beraten.
„Viele können nicht planen und wissen nicht, wie viel Geld ihnen nach Abzug der fixen Kosten überhaupt noch bleibt“, sagt Lechner. „Dazu kommt, dass viele Händler massiv dafür werben, auf Pump zu kaufen.“ Dabei werde der Eindruck vermittelt: „Wer sich das entgehen lässt, ist langweilig oder dumm.“ Den Weg zu den Beratern finden die meisten erst, wenn es eigentlich schon zu spät ist, wenn der Stromanbieter droht, die Versorgung einzustellen oder das Inkassounternehmen Druck macht.
Doch auch, wenn es nicht bei allen gleich zu einer Überschuldung kommt, sich mit dem Thema Geld zu beschäftigen, fällt vielen schwer. „Für viele ist Geld ein Tabuthema, das mit zahlreichen ambivalenten Gefühlen verknüpft ist. Einerseits wünschen wir uns, frei von finanziellen Sorgen zu sein, andererseits haben wir immer wieder Angst davor, dass es nicht reicht, dass wir nicht sicher genug sind.“, sagt Petra Bock, Buchautorin und Managementberaterin. Und das sei sogar unabhängig davon, wie viel Geld man tatsächlich habe. „Wichtig ist, Ängste loszuwerden und sich dem Thema mutig zu stellen. Sie werden entdecken, dass es Spaß macht!“, ermutigt sie.

Kann mir mal jemand vorrechnen wie man bei einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von 3758 EURO auf ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 2922 EURO kommt?

Erstaunlich, das sie ausgerechnet die Berufsunfähigkeitsversicherung als Lebenswichtig bezeichnen.
Die Menschen für die dieser Artikel in Frage kommt, haben kein Geld dafür und meistens auch keine Arbeit, die genug einbringt.
Abgesehen davon beschäftigen die Versicherer ein Heer von Anwälten - damit sie nur zahlen müssen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt...

"Wir" haben eine Inflation von 8%. Können Sie für diese Behauptung eine Quelle angeben oder ist das ihre persönliche, "gefühlte" Inflationsrate, die sich ausschließlich am Heizöl orientiert? Tip: Das stat. Bundesamt ermöglicht es mit einem Inflationsrechner, die "persönliche Inflationsrate" zu berechnen. Dabei hat man die Möglichkeit, den vom Bundesamt angenommenen Warenkorb auf seine tatsächlichen, individuellen Verhältnisse abzuändern. Versuchen Sie es mal, www.destatis.de.






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