
DüsseldorfWer in den vergangenen Jahren bei Aktien von Gewinnen sprach, bezog sich in der Regel auf die Performance, das heißt die Steigerung der Kurse. Dividendenausschüttungen wurden von der breiten Masse als Pro-Argument für die Aktie oft vernachlässigt. Erst im Zuge der Niedrigzinspolitik der Notenbanken und des damit verbundenen Anlagenotstands sind sie wieder stärker ins Blickfeld der Aktionäre gerückt.
Die Erklärung für diesen Sinneswandel ist denkbar einfach: Mit einer Dividende von vier, fünf oder sechs Prozent des Aktienkurses, die manch ein Dax-Konzern bietet, ist man als Anleger unter Renditeaspekten mittlerweile ganz weit vorne.
Iberdrola zählt zu den größten Energieversorgern in Europa. Mit seinen Dienstleistungen erreicht das spanische Unternehmen rund 16 Millionen Kunden, neun Millionen davon in Spanien.
Dividendenrendite: 9,6 Prozent*
*die angegebenen Dividendenrenditen beziehen sich auf das abgelaufene Geschäftsjahr, also bereits gezahlte Dividenden. Die Angaben lassen keine Rückschlüsse auf künftige Ausschüttungen zu. Telefonica bspw. hat bereits angekündigt, für das laufende Geschäftsjahr keine Dividende zahlen zu können.
Firstgroup ist eines der führenden Transportunternehmen in Großbritannien und Nordamerika mit einem Volumen von 2.5 Milliarden Passagieren jährlich.
Dividendenrendite: 10,3 Prozent
France Telecom ist ein globaler Telekommunikationskonzern, der in den Bereichen Festnetz, Mobilfunk und Internet tätig ist. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 182 Mio. Kunden.
Dividendenrendite: 10,5 Prozent
Tele2 ist ein schwedisches Telekommunikationsunternehmen, das weitestgehend in Europa agiert. Derzeit nutzen in 11 europäischen Staaten insgesamt über 30 Millionen Menschen die Dienste von Tele2.
Dividendenrendite: 11,05 Prozent
TDC ist die größte Telefongesellschaft Dänemarks mit Sitz in mehreren europäischen Ländern.
Dividendenrendite: 11,37 Prozent
Portugal Telecom ist ein weltweit operierender Telefondienstleister mit Hauptsitz in Portugal. Als international tätiger Konzern ist das Unternehmen in sämtlichen Segmenten der Telekommunikationsbranche tätig.
Dividendenrendite: 11,48 Prozent
Telefonica ist ein spanischer Telekommunikationsanbieter. Das Unternehmen ist primär in spanisch oder portugiesisch sprechenden Ländern vertreten.
Dividendenrendite: 11,62 Prozent
Greek Organisation of Football Prognostics (OPAP) ist ein griechischer Lotterie- und Sportwettenanbieter. Das Unternehmen ist Europas größter Wettanbieter.
Dividendenrendite: 11,89 Prozent
Die Telenet Group Holding ist ein belgisches Telekommunikationsunternehmen und der grösste Kabelnetzbetreiber in Belgien. Das Kabelnetz erstreckt sich über die Region Flandern und deckt 61% der Haushalte in Belgien ab. Telenet betreut mehr als zwei Millionen Kunden.
Dividendenrendite: 12,51 Prozent
Actividades de Construcción y Servicios ist eine spanische Unternehmensgruppe, die im internationalen Bausektor tätig ist.
Dividendenrendite: 12,95 Prozent
Die Man Group ist ein international tätiger Finanzdienstleister mit Sitz in London. Der Schwerpunkt der Unternehmensgruppe liegt auf alternativen Investmentprodukten.
Dividendenrendite: 18,65 Prozent
Cairn Energy ist einer der großen europäischen Öl-Explorer.
Dividendenrendite: 85 Prozent*
*Cairn Energy hat in diesem Jahr eine Sonderdividende ausgeschüttet von 160 Pence je Aktie. Das Geld stammt aus dem Verkauf des Indiengeschäfts des Unternehmens. Die hohe Dividendenrendite 2012 lässt also keinerlei Rückschlüsse auf künftige Ausschüttungen zu.
Das neue Bewusstsein setzt sich aber nicht nur bei Einzelwerten, sondern auch bei komplexeren Produkten durch. So erkennt Hermann-J. Simonis, Vorstandssprecher der Laureus AG, der Private-Banking-Tochter der Sparda Bank West, diesen Trend auch bei Fonds und Co: „Das Interesse der Kunden an ausschüttenden Konstruktionen nimmt rasant zu, das an thesaurierenden im gleichen Maße ab.“ Er sehe das unter anderem am Feedback seiner Kunden, die sich zuletzt in ungewöhnlich hohem Maße positiv über die Ausschüttungen geäußert hätten.
Er nimmt zudem ein neues Interesse an diesem Thema wahr: „Früher hat der Kunde dem Umstand, dass er zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Produkten auswählen kann, wenig Bedeutung beigemessen - es war ihm schlichtweg egal. Mittlerweile ist das Bewusstsein über diesen Unterschied deutlich gewachsen.“
Laut Simonis liegt das Verhältnis zwischen der Nachfrage nach ausschüttenden und der nach thesaurierenden Produkten momentan bei 90 zu 10. Er führt das auf die Gefühlsebene zurück: „Es ist eher ein emotionaler denn ein rationaler Aspekt: Die Kunden verlangen in diesen Zeiten, die durch Eurokrise und Schuldenproblematiken geprägt sind, Kontinuität und Sicherheit. Und dieses Gefühl wird ihnen durch regelmäßige Ausschüttungen eher vermittelt als durch Reinvestitionen.“
Simonis räumt aber auch ein, dass die emotionale Herangehensweise unter Umständen die falsche ist: „Mit der Wahl eines ausschüttenden Produkts entgehen dem Kunden oft Vorteile, welche ein thesaurierendes bieten würde.“

jaja, der böse staat, der uns gerade so schlecht auf der welt da stehen lässt und den armen aktionären das geld aus der tasche zieht. es lebe der markt ;-)

Letzte Woche wurde noch geschrieben am expliziten Beispiel NESTLe, dass die Dividende über Jahre hinweg gleiche Erträge bringen könne abseits von Kursschwankungen. Heute dreht die Wäschetrommel der medialen Gehirnwäsche in die andere Richtung! Wie gut, dass es (sonst) niemand merkt!

Sehr, sehr wahr!
Die Politik ist hier Unternehmen-freundlich und Anleger-feindlich. Ohne die Finanzaufsicht des Staates werden die Gelder sofort ins Ausland wandern und nicht die heimischen Industrie aufmotzen.
Der Deutsche investiert quasi in deutschen Unternehmen, weil es sich steuerlich rechnet.






6 Kommentare
Alle Kommentare lesen