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Finanzprofis in Sorge: „Ein Staatsbankrott ist nicht auszuschließen“

Schulden, überall nur Schulden. Die Eurokrise nimmt bedrohliche Ausmaße an. Aber was heißt das für Anleger? Das Handelsblatt hat prominente Vermögensverwalter gefragt, was sie in diesen unsicheren Zeiten empfehlen.

von Jens Hagen und Jörg Hackhausen

Georg Thilenius, Dr. Thilenius Management Wie beeinflusst die Staatsschuldenkrise Ihre Anlageentscheidungen? Wir vermeiden europäische und amerikanische Staatsanleihen. Dies gilt auch für staatsnahe oder Unternehmen mit Staatsbeteiligung wie zum Beispiel Commerzbank, KfW und Landesbanken. Was sind derzeit Ihre bevorzugten Aktien? In den Industrieländern sollten Investoren Wachstumswerte kaufen, deren Potenzial für Gewinnsteigerung sich aus der Alterung der Bevölkerung ergibt, wie etwa Produzenten von Hörgeräten wie die schweizerische Sonova oder den dänischen Insulinproduzenten Novo Nordisk. In Gold empfiehlt sich der Aufbau von Positionen in erstklassigen Goldminen, die ausreichende und niedrig bewertete Reserven haben. In den Ländern der neuen Welt empfehlen sich Branchen und Unternehmen, die etwa in derselben Lage sind wie Deutschland zu Zeiten des Wirtschaftswunders nach dem Zweiten Weltkrieg oder Amerika in den Zeiten der Motorisierung und Erschließung des großen Kontinents nach dem Ersten Weltkrieg. Dies sind in Ländern wie China, Indien, Brasilien und Mexiko Brauereien, Kartoffelchips und Einzelhandel. Dasselbe gilt übrigens auch für Afrika. Ist der Anstieg des Goldpreises gerechtfertigt oder droht die nächste Blase? Eine Blase am Gold-, und möglicherweise auch Ölmarkt, wird sich in den nächsten Jahren bilden, sobald allen klar wird, dass das verantwortungslose Gelddrucken der Regierungen statt Sparen die Inflation ähnlich stark antreiben wird wie in den 1970er Jahren. Ab 2012 erwarten wir stark steigende Inflationsraten und damit parallel zu den 1970ern einen exponentiellen Anstieg des Öl- und Goldpreises. Nächstes Kursziel beim Gold ist 2000 Dollar. Dem wird dann wie in solchen Fällen üblich der große Knall mit einem starken Rückgang der Preise folgen.