Warum Rendite zur Nebensache wird

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Fließt Geld in Rentenpapiere, dann meist in Anleihen mit möglichst kurzer Laufzeit. Flexibilität ist gefragt. Langfristig will sich im Moment niemand binden, zu unsicher erscheinen die wirtschaftlichen Perspektiven. Nicht wenige glauben, das viele Geld, das die Notenbanken zur Bekämpfung der Krise in die Märkte gepumpt haben, führe über kurz oder lang zu einem kräftigen Anstieg der Inflationsraten. Anleger, die größtenteils Anleihen im Depot haben, träfe das besonders hart. Andere wiederum fürchten, die Gefahr eines erneuten Wirtschaftsabschwungs, des sogenannten „Double Dips“, sei viel größer.

Immer größerer Beliebtheit erfreut sich Gold. Der Goldpreis ist zuletzt stetig gestiegen. Eine Unze des Metalls kostete in diesem Jahr zeitweise 1 264,9 Dollar, der höchste jemals erzielte Preis. An den Bankschaltern bildeten sich lange Schlangen, weil so viele Menschen Gold kaufen wollten. Die Experten glauben dennoch nicht, dass sie es mit einer Goldblase zu tun haben. Gold sei nach wie vor unterrepräsentiert in den Depots der Anleger, sagt Jens Ehrhardt. Der positive Trend werde sich fortsetzen.

Kaum ein Verwalter, der jetzt nicht auf das Edelmetall setzt. Das war nicht immer so. Es gab Zeiten, da fristete Gold ein Nischendasein. „Ich hätte vor zehn Jahren nie gedacht, dass ich das mal über die Lippen bringe. Aber in der jetzigen Situation ist Gold eine Alternative“, sagt Rolf Banz, Chief Investment Architect von Pictet & Cie.

Eine Alternative, weil das Misstrauen groß ist. Euro, Dollar oder Franken sind Papierwährungen. Die Notenbanken können beliebig viel davon drucken. Gold lässt sich nicht beliebig vermehren. „Gold hat seine Kaufkraft in der Geschichte immer erhalten“, sagt Martin Mack, Vermögensverwalter aus Hamburg. „Anfang der 20er-Jahre kostete eine Unze Gold rund 20 Dollar. Dafür bekam man damals einen guten Herrenanzug. Heute bekommen sie für eine Unze Gold immer noch einen guten Herrenanzug, für 20 Dollar vielleicht gerade einmal das Einstecktuch.

Während die meisten Gold als Beimischung mit einem Anteil von bis zu zehn Prozent im Depot betrachten, liegt bei einigen Wenigen der Goldanteil wesentlich höher. So wie bei Fondsmanager Martin Siegel. Seiner Ansicht nach sollte die Hälfte eines ausgewogenen Depots aus Gold bestehen. Auch in der Frage, in welcher Form man in Gold investieren sollte, scheiden sich die Geister. Die Mehrheit setzt auf Zertifikate oder Schuldverschreibungen; also Papiere, die von einem Anstieg des Goldpreises profitieren, ohne dass man die Goldbarren im Keller lagern muss. Das erspart Kosten für Aufbewahrung und Bewachung. Manchem sind die Goldpapiere aber suspekt. „Wer Gold kauft, sollte dieses nicht über Zertifikate oder sonstige Anrechte abbilden, sondern tatsächlich dieses Metall physisch erwerben“, sagt Mack.

  • 07.07.2010, 09:16 UhrAnonymer Benutzer: aruba

    Guten Tag,.... Da ich es nicht mit sogenannten " Experten " in Sachen " Verluste " aufnehmen kann,..... Folgendes: Grosses Geld packt man in Festverzinsliche ( Laufzeit egal ) moeglichst ueber 5 % ( kein Schrott ). 10 Prozent in Aktien ( nicht als Anlage sondern Spekulieren auf Teufel komm raus ). 10 bis 15 % in Gold, und einen Riesenpacken in immobilien. Wer dann noch Moos hat kann sich ein tolles Auto und eine schoene Frau leisten. Nur eines sollte man sich nie leisten..... " Einen banker ". ich war bankier; das ist etwas ganz anderes! besten Dank

  • 06.07.2010, 20:31 UhrAnonymer Benutzer: alter Haudegen

    immer wieder wird behauptet, bei drohender inflation Aktien zu halten. Dieses Märchen wird auch durch häufiges Wiederholen nicht zur Realität ! Man schaue sich nur die Entwicklung der Akteinindices in den 1970ern an, egal ob in Deutschland oder USA. Reale Verluste von 50 Prozent und mehr ! Unter berücksichtigung der inflation war das Halten von kurzfristigen Schuldverschreibungen oder die Festgeldanlage die weitaus bessere Methode, sein Vermögen zu erhalten.

  • 06.07.2010, 16:21 UhrAnonymer Benutzer: S.Bauer

    Daß Gold angeblich seine Kaufkraft immer erhalten habe ist ein gefährlicher Mythos. Vor allem wegen des Effektes, der im Artikel beschrieben wird: Wenn ein Anlagewert niedrig steht, dann interessiert sich niemand für ihn. Wenn er teuer ist, dann wollen alle ihn haben. Die allermeisten Leute kaufen Gold genau dann, wenn es sehr teuer ist. Das letzte Mal war das 1980, als sich Panik vor galoppierender inflation breit gemacht hat. 20 Jahre später war das Gold nur noch 20% wert (nach inflation!). ich kann mir gut vorstellen, daß 2000 die letzten entnervt ihr Gold verkauft hatten, um alles in internetaktien zu stecken...

    Daß Gold gerade in einer blase ist, dafür spricht auch daß sich wohl die betrugsfälle häufen. Gegen Ende einer blase tummeln sich leider auch die zwielichtigen Elemente in einem Markt. Es sind wohl schon etliche ängstliche Privatanleger mit gefälschten Goldbarren mit wertlosem Wolframkern betrogen oder mit völlig überteuerten Goldmünzen abgezockt worden.

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