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Geld sicher anlegen: Warum Rendite zur Nebensache wird

Die Schuldenkrise hat die Finanzmärkte fest im Griff. Die Aktienkurse schwanken heftig. Selbst Staatsanleihen scheinen nicht mehr sicher. Noch nie war es so schwer, sein Geld anzulegen. Das gilt für Privatanleger, aber auch für Profis. In der Krise gehen sie lieber auf Nummer sicher. Was renommierte Vermögensverwalter, Strategen und Fondsmanager jetzt empfehlen.

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Viele Vermögensverwalter haben ihre Aktienquote zuletzt deutlich gesenkt. Gold erfreut sich dagegen großer Beliebtheit. Quelle: ap
Viele Vermögensverwalter haben ihre Aktienquote zuletzt deutlich gesenkt. Gold erfreut sich dagegen großer Beliebtheit. Quelle: ap

FRANKFURT. Das Handelsblatt hat renommierte Vermögensverwalter, Strategen, Fondsmanager und Wissenschaftler gefragt, wie sie sich derzeit positionieren. Das Ergebnis: Es werden keine riskantenWetten eingegangen, angesagt sind stattdessen Gold und Papiere von soliden Unternehmen. „Es geht nicht mehr um Rendite. Das ist zur Nebensache geworden“, sagt der Wiesbadener Vermögensverwalter Matthias Habbel. „An erster Stelle steht der Erhalt des Vermögens.“

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Nach Ansicht der Experten ist die beste Zeit für Aktien erst einmal vorbei. „Bis Jahresende rechnen wir mit deutlich niedrigeren Kursbewertungen. Nach der Bärenmarktrally der letzten 15 Monate sollte bald ein deutlicher Abverkauf an den Märkten einsetzen“, sagt Alexander Seibold, Geschäftsführer von Seibold Capital.

Viele Profi-Anleger haben ihre Aktienquote zuletzt deutlich gesenkt, wie eine Auswertung des Datenanbieters Firstfive belegt. Das unabhängige Institut hat rund 300 Depots von Vermögensverwaltern aus Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich und der Schweiz unter die Lupe genommen; darunter bekannte Häuser wie Deutsche Bank, Sal. Oppenheim oder Rothschild. Alle zusammen verwalten knapp zwei Mrd. Euro. Rund 27 Prozent dieses Geldes – etwas mehr als 500 Mio. Euro – stecken in Aktien. Zum Vergleich: In den Jahren vor der Krise erreichte die Aktienquote im Schnitt fast 40 Prozent.

Ganz verzichten können Anleger auf Aktien allerdings nicht. Falls die Inflationsraten in absehbarerer Zeit tatsächlich anziehen, gelten Aktien gegenüber Anleihen als die bessere Alternative. Allerdings sollten Anleger genau hinschauen bei der Auswahl. Ein Blick auf die Einzelwerte zeigt, dass Vermögensverwalter momentan auf wenig konjunkturabhängige Branchen setzen. Die Experten raten zu Konzernen mit hoher Marktkapitalisierung und üppigen Dividendenzahlungen, sogenannten Substanzwerten. Die Lieblingsaktie heißt Siemens. Das Papier ist in 72 Depots vertreten. Häufig dabei sind auch die Energieversorger Eon und Eni oder der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé. Im Gegensatz zu früheren Jahren schafft es keine Bankaktie auf die Liste der angesagtesten Aktien.

Anleihen machen in den Depots nach wie vor einen großen Anteil aus, im Schnitt etwa 42 Prozent. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass das Vertrauen der Experten in Staatsanleihen bröckelt. Die Papiere galten jahrzehntelang als stabiles Fundament eines jeden Depots. Inzwischen halten viele die Anleihen von soliden Unternehmen für sicherer als die mancher Staaten.

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4 Kommentare

  • 07.07.2010, 09:16 UhrAnonymer Benutzer: aruba

    Guten Tag,.... Da ich es nicht mit sogenannten " Experten " in Sachen " Verluste " aufnehmen kann,..... Folgendes: Grosses Geld packt man in Festverzinsliche ( Laufzeit egal ) moeglichst ueber 5 % ( kein Schrott ). 10 Prozent in Aktien ( nicht als Anlage sondern Spekulieren auf Teufel komm raus ). 10 bis 15 % in Gold, und einen Riesenpacken in immobilien. Wer dann noch Moos hat kann sich ein tolles Auto und eine schoene Frau leisten. Nur eines sollte man sich nie leisten..... " Einen banker ". ich war bankier; das ist etwas ganz anderes! besten Dank

  • 06.07.2010, 20:31 UhrAnonymer Benutzer: alter Haudegen

    immer wieder wird behauptet, bei drohender inflation Aktien zu halten. Dieses Märchen wird auch durch häufiges Wiederholen nicht zur Realität ! Man schaue sich nur die Entwicklung der Akteinindices in den 1970ern an, egal ob in Deutschland oder USA. Reale Verluste von 50 Prozent und mehr ! Unter berücksichtigung der inflation war das Halten von kurzfristigen Schuldverschreibungen oder die Festgeldanlage die weitaus bessere Methode, sein Vermögen zu erhalten.

  • 06.07.2010, 16:21 UhrAnonymer Benutzer: S.Bauer

    Daß Gold angeblich seine Kaufkraft immer erhalten habe ist ein gefährlicher Mythos. Vor allem wegen des Effektes, der im Artikel beschrieben wird: Wenn ein Anlagewert niedrig steht, dann interessiert sich niemand für ihn. Wenn er teuer ist, dann wollen alle ihn haben. Die allermeisten Leute kaufen Gold genau dann, wenn es sehr teuer ist. Das letzte Mal war das 1980, als sich Panik vor galoppierender inflation breit gemacht hat. 20 Jahre später war das Gold nur noch 20% wert (nach inflation!). ich kann mir gut vorstellen, daß 2000 die letzten entnervt ihr Gold verkauft hatten, um alles in internetaktien zu stecken...

    Daß Gold gerade in einer blase ist, dafür spricht auch daß sich wohl die betrugsfälle häufen. Gegen Ende einer blase tummeln sich leider auch die zwielichtigen Elemente in einem Markt. Es sind wohl schon etliche ängstliche Privatanleger mit gefälschten Goldbarren mit wertlosem Wolframkern betrogen oder mit völlig überteuerten Goldmünzen abgezockt worden.

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