
Die Politik nimmt wieder mal die Banker ins Visier. Auf Antrag der SPD-Fraktion tagt der Bundestag heute zu möglichen Vorgaben für eine provisionsunabhängige Beratung in allen Finanzangelegenheiten. Berater sollen nicht mehr auf Verkaufsanreize schauen, sondern wirklich unabhängig beraten. Das Honorar für diese Dienstleistung soll vom Kunden und nicht vom Anbieter der Finanzprodukte kommen.
Die Opposition macht der Regierung Druck. Denn die CDU hat schon längst Pläne, die in eine ähnliche Richtung gehen. Für Banker wie Kunden dürfte klar sein: Egal in welcher Regierung - die Honorarberatung wird von der Legislative gefördert.
Das Problem schlechter Empfehlungen in der Geldanlage dürfte aber auch damit nicht gelöst sein. Neben vermeintlicher Provisionsschneiderei gibt es zahlreiche weitere Mankos bei der Beratung. „Wenn Kunden der Großbanken zu uns kommen finden wir in den Depots häufig gravierende Fehler“, sagt Heiko Löschen, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Packenius, Mademann & Partner in Düsseldorf, Hamburg und Hannover . „Einseitige Ausrichtung, viel zu hohe Kosten und mangelndes Risikomanagement sind nur einige Punkte, die wir kritisieren."
Doch woran erkennen Kunden, ob der Banker nicht in ihrem Interesse handelt? Handelsblatt Online liegen vier Depotauszüge von Privatkunden vor, die exemplarisch die wichtigsten Fehler der Banker zeigen. Eine genaue Auswertung der echten Depots zeigt typische Schwächen in der Beratung und Anlageverhalten der Kunden. Die Analyse erfolgt mit Unterstützung der Vermögensverwaltung Packenius, Mademann & Partner.
Commerzbank: 40 Prozent Hausprodukte, mangelnde Diversifikation
Mehr als 1,5 Millionen Euro hatte der Unternehmer der Commerzbank anvertraut und wollte das Geld in guten Händen sehen. Das Depot sollte ausgewogen sein, der Mann war mit 65 Jahren nahe an der Rentengrenze. Der Blick auf den Depotauszug zeigt aber typische Fehler vieler Berater, die für Kunden unnötige Risiken verursachen, die Rendite absinken lassen und unnötige Kosten verursachen.
58 Prozent des Depotwertes hat der Kunde nach dem Gespräch mit dem Berater in Anleihen investiert, was zwar sehr viel ist, bei konservativen Depots aber nicht ungewöhnlich ist. „Bei der Mischung fehlt aber der rote Faden“, sagt Heiko Löschen, Geschäftsführer von Packenius, Mademann & Partner.
Der Anteil an Unternehmensanleihen beträgt nur ein Prozent des Portfolios, es gibt lediglich eine Anleihe von Roche. Ansonsten dominieren deutsche Geldmarktkonten, Staats- und Länderanleihen sowie Pfandbriefe das Anleihe-Portfolio. Es gibt keine Diversifikation über verschiedene Emittenten, Währungen und Länder, ein Großteil des Vermögens ist daher einem unnötig hohen Risiko ausgesetzt.
Sie haben recht, Norbert. Die Bank verdient am Geschäftsabschluß (Ausgabeaufschlag bei Fonds), das Anlagerisiko muß der Kunde aber selber tragen.
Gegenfrage: Ich weiß nicht, womit Sie Ihr Einkommen erzielen. Aber erhalten Sie vom Media Markt die Auskunft, wieviel an dem letzten TV-Gerät verdient wurde?
Tut das auch wirklich (WIRKLICH) was zur Sache?
Ich meine, wenn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, dann ist der Preis nicht entscheidend - wohl aber die Qualität. Auch die von Beratungen bzw. Bankgeschäften.
@norbert: Kann es denn wirklich überraschen, dass auch eine Bank Geld verdienen will bzw. muß?
Auch eine Bank ist ein Unternehmen, wie jedes andere, auch wenn hier mit "Geld" gearbeitet wird.
Ihre Strategie wäre langfristig interessant.
Beispiel: Wer hat Ihre Wohnung/Haus etc. finanziert? Wo würden Sie dann wohnen, wenn es nicht eine Bank getan hätte?
Und glauben Sie im Ernst, Banken würden dies tun, ohne für ihr sehr wohl vorhandenes Risiko einen Gewinn zu erzielen?
Also bitte...
Es wäre halt schön, wenn beide Seiten ihren "Schnitt" machen würden. Dann wäre die Aufregung gleich weg.





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