
Mister Gekko, erklären Sie uns, was an den Finanzmärkten gespielt wird. Die Menschen haben das ungute Gefühl, dass das ganze System zusammenbricht – und am Ende alle verlieren.
Blödsinn! Das Ganze ist ein Nullsummenspiel. Was der eine gewinnt, muss der andere verlieren. Das Geld wird doch nicht nur geschaffen oder verloren, es wechselt doch nur von einem Besitzer zum anderen. Wie durch ein Wunder. Kapitalismus vom Feinsten.
Aber Gewinner sind nur wenige, die breite Masse verliert.
Ihr seid doch nicht so naiv und glaubt daran, dass wir in einer Demokratie leben? Das ist die freie Marktwirtschaft. Das reichste ein Prozent dieses Landes besitzt die Hälfte seines ganzen Reichtums. Ein Drittel aufgrund von harter Arbeit. Zwei Drittel durch Erbschaft, ausgezahlt an Witwen und idiotische Söhne, und durch das, was ich tue: Aktien und Immobilien-Spekulation. Ein einziger Beschiss. Und 90 Prozent der amerikanischen Bevölkerung da draußen besitzt weniger oder gar nichts.
Finden Sie das gerecht?
Ist das ein Witz, Freundchen?
Wall Street I
Hauptdarsteller: Charlie Sheen und Michael Douglas
Jahr: 1987
Der Klassiker der Börsenfilme, in dem der Wall Street-Guru Gordon Gekko seinem Jünger beibringt, dass es immer „nur um die Kohle geht“. Ein Film der die Gier kritisiert - und ein bisschen vergöttert.
High Speed Money
Hauptdarsteller: Ewan McGregor und Anna Friel
Jahr: 1999
Ein Film über die Pleite der Barings Bank und die Rolle, die die Börsengeschäfte des Nick Leeson dabei spielten. Basierend auf einer wahren Geschichte und dem Buch von Nick Leeson.
Margin Call – Der große Crash
Hauptdarsteller: Kevin Spacey und Paul Bettany
Jahr: 2011
Ein Mitarbeiter einer Großbank entdeckt eine Menge fauler Papiere bei seiner Bank. Damit die Bank nicht pleite geht müssen die „faulen Eier“ schnell das Nest verlassen - egal um welchen Preis.
American Psycho
Hauptdarsteller: Christian Bale und Justin Theroux
Jahr: 2000
Der Investmentbanker Patrick Bateman möchte zur Elite gehören. Nichts ist ihm wichtiger als materieller Reichtum. Doch er hat ein Problem: In seinen Depressionen tötet er wahllos Obdachlose und Prostituierte - denkt er.
Die Glücksritter
Hauptdarsteller: Dan Aykroyd und Eddie Murphy
Jahr: 1983
Die steinreichen und exzentrischen Gebrüder Duke, beides Warentermin-Börsenmakler, schließen eine Wette ab und wollen sehen, ob Erfolg angeboren ist. Dazu tauschen sie ihren Vorstandsvorsitzenden gegen einen Bettler ein. Doch der Bettler hat auch ein Wörtchen mitzureden.
Inside Job
Hauptdarsteller: Matt Damon (Erzähler im engl. Original)
Jahr: 2010
Ein Dokumentarfilm über die Finanzkrise 2007. Der Film bekam 2011 einen Oskar für den besten Dokumentarfilm. Der Name des Films verrät dabei schon, worum es geht: Inside Job ist die englische Bezeichnung für den Fall, wenn ein Insider seinem Unternehmen schadet.
Das Geld anderer Leute
Hauptdarsteller: Danny DeVito und Gregory Peck
Jahr: 1991
Eine Filmkomödie, in der der „Liquidator“ Konkurrenten aufkauft und ausschlachtet. Doch an einem Fall hat er besonders zu knabbern, denn er verliebt sich in die feindliche Anwältin. Schlüsselszene ist die Aktionärsversammlung der Firma, die übernommen werden soll.
Let’s make Money
Regie: Erwin Wagenhofer
Jahr: 2008
Dokumentarfilm über das System der Finanzwirtschaft - und wie man sein Geld für sich arbeiten lassen kann.
Enron – The smartest guys in the room
Hauptdarsteller: Peter Coyote (Erzähler)
Jahr: 2005
Ein Dokumentarfilm über eine der größten Firmenpleiten der USA. Eine Geschichte über Bilanzbetrug und geheime Machenschaften.
Wall Street 2
Hauptdarsteller: Michael Douglas und Shia LaBeouf
Jahr: 2010
Die Fortsetzung des Klassikers „Wall Street“. Gordon Gekko tritt wieder auf den Plan, nur etwas älter. Schließlich hat er die letzten 23 Jahre im Gefängnis verbracht.
Risiko - Der schnellste Weg zum Reichtum
Hauptdarsteller: Giovanni Ribisi und Vin Diesel
Jahr: 2000
Um bei seinem Vater Eindruck zu schinden, übernimmt Seth Davis eine Stelle aus Börsenmakler. Dort erfährt er, dass die hohen Gewinne der Firma mit illegalen Methoden erwirtschaftet werden.
Kapitalismus – eine Liebesgeschichte
Regie: Michael Moore
Jahr: 2009
Dokumentarfilm des USA-Kritikers Michael Moore. Ganz im Stile Moores wird hier kein Blatt vor den Mund genommen und die USA mit dem alten Rom verglichen: Brot und Spiele, damit das Volk ruhig bleibt und die Finanzmachenschaften der Elite nicht mitbekommt.
The Bank
Hauptdarsteller: David Wenham und Anthony LaPaglia
Jahr: 2001
Der Chef einer Bank wird auf einen Mathematiker aufmerksam, der mit Hilfe einer Software die Börsentrends vorhersagen kann. Die beiden schließen ein Bündnis der Gier, das nicht lange halten kann.
Finden Sie es gerecht, was Typen wie Sie an der Wall Street verdienen?
Ich drehe Euch gleich die Nase in den Nacken!
Die Finanzbranche ist zu gierig geworden.
Die Gier ist richtig, die Gier funktioniert. Die Gier klärt die Dinge, durchdringt sie und ist der Kern jedes fortschrittlichen Geistes. Gier in all ihren Formen, die Gier nach Leben, nach Geld, nach Liebe, Wissen hat die Entwicklung der Menschheit geprägt.
Es kann doch nicht sein, dass die Masse für die Gier einiger weniger bezahlen soll.
Wir alle beten denselben Götzen an. Die Wahrheit ist, jetzt sind wir alle ein Teil von dem. Banken, Verbraucher, wir bewegen das Geld im Kreis herum. Wir nehmen einen Dollar, pumpen ihn mit Steroiden voll und nennen es Hebelwirkung. Es ist auch die Gier, die es möglich macht, dass sich mein Barkeeper drei Häuser ohne Vermögen kaufen kann. Es ist Gier, die die Regierung der USA dazu veranlasste nach dem 11. September die Zinssätze auf ein Prozent zu senken, damit wir alle wieder shoppen gehen können.

@kommissar
"Mir wird echt übel. Manche sollten ihr Hirn wegen Nichtnutzung bei ebay versteigern".
Damit haben Sie recht. Haben Sie schon mal gehört, dass der Staat von Handwerkern, Autowerkstaetten oder Telefonanbietern abgezockten Menschen mit 750 Milliarden Euro retten müsste (wie bei einigen Deutschen Banken)?. Sie verstehen die Dimension der Probleme nicht.

Knuffige Idee vom Handelsblatt, ein fiktives Interview mit Gordon Gekko zu führen.
Aber ein absolutes Muss wäre der Spruch vom Freund und dem Hund gewesen: "Wenn Du einen Freund suchst, kauf Dir einen Hund." Nichts bringt die Philosophie besser auf den Punkt.
Gut ist auch der zeitliche Abstand, der besonders an dem Begriff "Nullsummenspiel" deutlich wird. Der aus der mathematischen Spieltheorie geborgte Begriff besagt: Genau den Betrag, den der aine gewinnt, verliert der andere.
Das mag in den 90er Jahren der Fall gewesen sein. Das war Ende der 2000er aber nicht mehr so, Bei kunstvoll aber kriminell geschnürten Derivaten aus heißer Luft, von verantwortungslosen Ratingagenturen mit Triple A bewertet, ging es nicht mehr um Gewinn und Verlust, sondern um organisierten Systembetrug.
Dass man die Lehman Brothers pleite gehen lässt und die Hauptschuldigen - die Ratingagenturen - ungeschoren davonkommen lässt, das ist der eigentliche Skandal und Systemfehler im Kapitalismus.

"Mister Gekko, erklären Sie uns, was an den Finanzmärkten gespielt wird. Die Menschen haben das ungute Gefühl, dass das ganze System zusammenbricht – und am Ende alle verlieren.
Blödsinn! Das Ganze ist ein Nullsummenspiel."
1. Nullsummenspiel bedeutet Schulden entsprechen Forderungen
2. Es ist nur solange ein Nullsummenspiel, wie die verschiedenen Forderungen auch durch reele Werte gedeckt sind. Davon sind wir leider schon Lichtjahre entfernt. Fakt ist doch, dass vor allem bei den Derivaten (den "finanziellen Massenvernichtungswaffen") Luftforderungen in völlig perversem Ausmaß (300 Billionen?) vorhanden sind, die niemals bedient werden können.






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