Anlagestrategie

„Ich habe 90 Prozent meines Geldes in Aktien investiert“

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„Wenn Sie eine gute Aktie haben, dann bleiben Sie sitzen!“

Gottfried Heller im Gespräch mit Handelsblatt-Redakteurin Katharina Schneider. Quelle: argum / Thomas Einberger
Gottfried Heller im Gespräch mit Handelsblatt-Redakteurin Katharina Schneider. Quelle: argum / Thomas Einberger

Welche Aktien sollte man denn wählen? Verraten Sie Ihre Zauberformel?
Eine Zauberformel gibt es nicht. Das Wichtigste ist eine breite Streuung. Wenn man sein Depot geschickt aufstellt, kann man sogar die Rendite steigern und gleichzeitig das Risiko senken.

Gilt die Regel „mehr Rendite erhöht das Risiko“ nicht mehr?
Nicht, wenn man meinen Empfehlungen folgt. Ich gehe zunächst von einem Depot aus, in dem 30 Prozent deutsche Staatsanleihen und 70 Prozent Dax-Aktien liegen. Verglichen habe ich die Wertentwicklungen der letzten 30 Jahre. Wenn man einen Großteil der Dax-Aktien ersetzt, steigt die Rendite von anfänglich 8,8 auf 10,1 Prozent. Gleichzeitig sinkt die Verlusterwartung von 3,9 auf 2,6 Prozent.

Was fügen Sie ein?
Es kommt auf eine gute Mischung aus Value- und Wachstumsaktien an, außerdem müssen Schwellenländer vertreten sein und man muss sowohl kleine als auch große Unternehmen haben. Damit glückt quasi die Quadratur des Kreises.

Und dann nimmt man Schlaftabletten und wartet einige Jahre ab, wie es Kostolany empfohlen hat?
Ganz so ist es nicht. Man kann das Depot nicht sich selbst überlassen, der eine oder andere Fonds verschlechtert sich immer mal. Anleger sollten auf keinen Fall zu viel hin und her handeln, weil die Banken und andere ihnen eingeredet haben, dass man immer mal wieder einen Gewinn mitnehmen müsse. Das ist der größte Blödsinn. Wenn Sie eine gute Aktie haben, dann bleiben Sie sitzen!

Kostolanys Börsensprüche

  • Vom Flunkern

    An der Börse ist eine halbe Wahrheit eine ganze Lüge.

  • Über Banker

    Der Banker müsste weise sein wie Salomon, klug wie Aristoteles, stark wie Samson und alt wie Methusalem.

  • Die Reichen

    Über einen reichen Dummkopf wird man immer wie über einen Reichen sprechen, über einen Armen jedoch wie über einen Dummkopf.

  • Über Aktienkurse

    Können die Kurse nicht weiter steigen, müssen sie fallen.

  • Geschichtsschreibung

    In alten Zeiten sagte man, ein Mann verliere seinen Verstand mit seinen letzten 10000 Gulden. Ich behaupte, der deutsche Sparer verliert seinen Verstand mit den ersten 10000 Euro.

  • Das Geld

    Viele brauchen das Geld nicht, um es zu besitzen, sondern um es zu zeigen.

  • Über Kaufmänner

    Ein komisches Wort in der deutschen Sprache: Diplomkaufmann. Bei mir ist das Diplom eines Kaufmanns seine Bilanz.

  • Börsentrends

    Man darf einer Tendenz nicht hinterher laufen, man muss ihr entgegen gehen.

  • Die Freuden des Investors

    Bargeld in der Tasche und gleichzeitig die Absicht zu haben, bei niedrigen Kursen in die Börse einzusteigen, ist dasselbe Vergnügen, wie hungrig zu sein und sich auf dem Weg in ein Restaurant zu befinden.

  • Den richtigen Einsatz

    Nicht Kapital, Taschengeld muss man haben. Manche ziehen sogar Taschengeld dem Vermögen vor.

Aber man sollte sich schon auf dem Laufenden halten, was in der Welt passiert?
Dieses tägliche Informiertsein macht die Leute nur nervös, es erweckt den Eindruck, dass sich ständig viel ändert, aber so ist es tatsächlich nicht. Man muss nicht dauernd mit offenen Augen schlafen und die Kurse verfolgen.

Wie sollte man sein Vermögen denn aufteilen, 100 Prozent in Aktien?
Schon in biblischen Zeiten galt die Aufteilung: ein Drittel in den Beutel, ein Drittel in die Häuser und ein Drittel in Geschäfte. Der Beutel sind Bargeld und Bankeinlagen, die Geschäfte sind Aktien.

Halten Sie sich an diese Regel?
Überhaupt nicht. Ich habe etwa 90 Prozent meines Vermögens in Aktien investiert. Auch von der Formel „Aktienquote ist gleich hundert minus Alter“ halte ich nichts. Es ist Blödsinn, dass jemand, der gerade 30 Jahre alt ist, nur 70 Prozent in Aktien investieren soll. Denn Aktien sind nur kurzfristig riskant, langfristig aber nicht.

André Kostolany Meine Ideen sind nicht tot!

André Kostolany galt als Spekulant alter Schule, seine Ideen halten heute viele Anleger für veraltet. Würde er noch leben, bestritte er das mit Verve. Und zu Spanien hätte er gewiss eine Meinung. Ein fiktives Gespräch.

André Kostolany: Meine Ideen sind nicht tot!

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  • 11.10.2012, 12:15 Uhrpedrobergerac

    Wieder mal vergessen: Das letzte Hemd hat keine Taschen. Die Gewinne der Einen sind die Schulden der Anderen. Wenn die Schuldenblase Platzt, hat keiner mehr was.

    Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie ruhiger schlafen.

    Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein Geld selber aus der Luft schöpfen, und dieses ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, bräuchten wir alle KEINE STEUERN zu bezahlen.

    Das Verschweigen dieser Tatsache ist der wirkliche Steuerbetrug. Unser Geldsystem ist darauf ausgerichtet, die Menschen zugunsten der Eliten zu versklaven. Mit dem ESM wurde dieses Versklavungssystem von der BRD auf EU Ebene gehoben.

    Der Euro ist das Instrument dazu.


  • 16.09.2012, 21:49 UhrExpat

    Ich habe mir gerade den 14-Jahreschart des vom Autor des Beitrags verwalteten Fonds angesehen. Da hätte ich mein Geld auf dem Sparbuch lassen können. Noch Fragen?

  • 10.09.2012, 12:02 UhrKleinanleger

    Na da macht es sich Herr Heller etwas einfach.
    Das Problem USA ausschwitzen, sehr witzig.
    Die drucken immer mehr Geld und keinen interessiert es.
    Eigentlich müssten wir einen Wechselkurs von 1:2,5 oder noch mehr haben, nach QE3 vielleicht 1 (Euro): 4 (USD)?
    Griechenland ist im Vergleich zur Summe Rest-EU sehr klein, wenn Spanien und Italien fallen sieht es anders aus.

    Zur Altersformel:
    Ja klar, wenn ich 10 mio habe ist es mir vielleicht egal
    wenn diese für ein paar Jahre auf dem Papier doch nur
    3 mio Wert sind, aber wenn ein Normalbürger mit
    abbezahltem Haus oder Wohnung plötzlich "nur" noch 30 tsd
    auf dem Depot hat statt 100 tsd, ist das nichgt mehr so
    witzig. Da spielt das alter kaum eine Rolle, aber den
    80-jährigen wird das wohl mehr Angst machen.
    Sicher sind Aktien eine interessante und wichtige
    Anlageform, aber bei derart viel Manipulation (siehe letzte Woche Sekundenhandel) ist doch etwas (zu viel) Glück im Spiel. -Meine Meinung.

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