Anlagestrategie

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Henning Gebhardt: „Wir investieren in deutsche Aktien“

exklusivNur wenige Fondsmanager reden so offen wie Henning Gebhardt. Im Interview sagt der Mann von der DWS, wie er die Märkte einschätzt, welche Unternehmen gut geführt werden und warum er unzufrieden mit der Commerzbank ist.

Henning Gebhardt, Fondsmanager der DWS, hält viel von BASF - von der Commerzbank weniger. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt
Henning Gebhardt, Fondsmanager der DWS, hält viel von BASF - von der Commerzbank weniger. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt

Herr Gebhardt, warum sollten Anleger deutsche Aktien kaufen?

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Die Bewertungen am Aktienmarkt sind sehr günstig, selbst wenn man damit rechnet, dass die Unternehmen künftig weniger verdienen. Der Markt preist momentan einen starken Rückgang der Gewinne ein. Das halten wir für viel zu pessimistisch.

Wenn sich die Euro-Krise zuspitzt, dürften Kursgewinne kaum drin sein.

Wir gehen kurzfristig durch eine schwierige Phase. Für Kursgewinne ist die Voraussetzung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld bessert. Danach sieht es im Moment nicht aus. Aber zum Ende des Jahres könnte sich das Bild schon wieder aufhellen.

Vielen Anlegern sind Aktien zu riskant.

Wenn Aktien besonders risikoreich erscheinen, ist der Zeitpunkt für den Kauf für gewöhnlich der richtige. Was außerdem viele übersehen, ist die Dividende. Dividenden bilden in schwierigen Zeiten einen wichtigen Puffer. Wenn Sie nur die Dividenden der nächsten zehn Jahre einrechnen würden, dann würde der Dax auf 10.000 Punkte steigen, ohne dass sich die Kurse aufgrund anderer Einflussfaktoren bewegen müssten. Für Dax-Aktien liegt die Dividendenrendite im Schnitt bei dreieinhalb Prozent. Das ist im Vergleich zu anderen Anlagen sehr attraktiv.

Das hilft auch nicht, wenn es zu einem großen Crash kommen sollte?

Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass es zu einem großen Crash kommt. Ich habe das Gefühl, Politik und Zentralbank gehen in die richtige Richtung.

Dirk Müller und Max Otte „Das ist alles nicht mehr kalkulierbar“

Die Krise in Europa spitzt sich zu. An der Börse spielen die Kurse verrückt. Handelsblatt Online sprach mit Dirk Müller und Max Otte über die Aussichten für Anleger, die Perspektiven des Euro und Verschwörungstheorien.

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Und wenn der Euro auseinanderbricht?

Das wäre ein Ereignis, das alles auf den Kopf stellen könnte. Das wissen die Zentralbanken, das weiß auch die Politik. Deshalb werden ja auch Anstrengungen unternommen, um den Euro zu erhalten. Für die Finanzmärkte war es extrem wichtig, dass Draghi gesagt hat: Der Euro wird bleiben, darauf könnt ihr euch verlassen. Das entzieht der Spekulation gegen den Euro den Nährboden.

Glauben Sie das?

Ich fand das war ein sehr geschickter Schachzug. Er hat ja nicht gesagt, dass damit das Ende des Sparens eingeläutet wurde. Die Konsolidierung der Haushalte ist weiterhin nötig, die Verschuldung ist zu hoch. Gleichzeitig hat Draghi aber auch gesagt, dass die EZB in Phasen, in denen das Vertrauen an den Märkten fehlt, zur Seite steht - und auch die Mittel hat, den Euro zu verteidigen. Das war eine sehr wichtige Ansage, gerade für angelsächsische Investoren.

Die Ansage ist das eine, aber welche Mittel bleiben im Ernstfall?

Wenn es ganz ernst wird, gibt es Maßnahmen, die wir nicht im Regelbuch haben und die dann angewandt werden. Klar ist aber auch, dass es die Zentralbank nicht allein richten kann. Europa muss seine Hausaufgaben erledigen.

  • 13.08.2012, 17:26 UhrPrivatier

    Wie komme ich an der Börse zu einem kleinen Vermögen?
    Gib ein Großes einem Fondsmanager!

  • 13.08.2012, 16:23 Uhrschatzmeister

    Nur wenige Fondsmanager reden so offen wie Henning Gebhardt? Das hat mindestens einen guten Grund: Wer keine Ahnung hat sollte besser die Fresse halten! Weiterhin fröhliches Kaffeesatzlesen!

  • 13.08.2012, 15:24 Uhreasyway

    Das Finanzkapital weiß überhaupt nichts und meint inmitten der Gefahr, es könne sein eigenes Süppchen kochen. Es wird zu spät erkennen, daß das Kalkül täuscht.

    Vor allem stützt es sich auf Dinge, die keinen Halt in sich haben, das schafft Unsicherheit und Unruhe. Und in solchen gefährlichen Zeiten kann die kleinste Fehlentscheidung das Ende sein.

    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Laden zerbirst, und dann ist endlich Ruhe im Karton.

    Ist zwar schade, daß der Bürger mit stumpfen Waffen gegen diese Unruhestifter vorgeht, die die Geschichte vorantreiben, so wird's halt doppelt weh tun. Aber sei's drum, das Ende ist nah.



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