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Interview mit Christoph Bruns: „Aktien sind völlig alternativlos“

Er trommelt unbeirrt für die Aktie. Christoph Bruns, Chef der Fondsboutique Loys,  hofft, dass Privatanleger endlich ihre Vorteile erkennen. Schließlich haben alle anderen Anlageformen „die Grätsche“ gemacht.

Christoph Bruns, Vorstand und Fondsmanager der Fondsboutique Loys.
Christoph Bruns, Vorstand und Fondsmanager der Fondsboutique Loys.

Christoph Bruns lässt keine Gelegenheit aus, um ein Plädoyer für die Aktie zu halten. Er ist ein sogenannter Stock-Picker und setzt mit seinem Fonds Loys Global auf unterbewertete Aktien mit Substanz. Einschätzungen zu konjunkturellen Wetterlage oder Markt-Timing-Strategien überlässt er gerne anderen.

Herr Bruns, Fondsmanager und Vermögensverwalter trommeln gerade heftig für die Emerging Markets. Sie auch?

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Nein, ich bin kein Fan von Fonds, die ausschließlich auf Aktien von Unternehmen aus den aufstrebenden Schwellenländern setzen. Obwohl das natürlich eine Geschichte ist, die leicht zu verkaufen ist. Hohes Wachstum, die Vermögen der Menschen steigen, der Konsum auch, die Firmen profitieren…

 

Statt dessen…

…empfehle ich global investierende Aktienfonds. Also eine Auswahl internationaler Qualitätsaktien, die in fünf Jahren sicherlich wertvoller ist als heute. Auch wenn man natürlich nie genau wissen kann, wie sich die Märkte in Zukunft entwickeln: Qualität setzt sich auch an der Börse durch, vor allem langfristig.

Zitate Die besten Börsenweisheiten

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Deutschen Anlegern ist das aber schwer zu vermitteln.

Das stimmt. Die Deutschen mögen die Aktie nicht. Das war schon immer so. Dabei bieten sich gerade jetzt gute Chancen, denn die deutschen Unternehmen sind klare Krisengewinner.

 

Gibt es einen Grund, warum die Deutschen kaum Aktien kaufen?

Im Gegensatz zu den USA oder Großbritannien ist die Altersvorsorge in Deutschland nicht an den Aktienmarkt gekoppelt. Uns fehlt deshalb eine langjährige Aktienkultur, ein erlerntes Vertrauen in die Märkte.

Echte Anleger sind...

  • ...gelassen

    "Sie wissen, dass Aktienkurse von allen möglichen unvernünftigen Kräften beeinflusst werden, dass sie ebenso fallen wie steigen können und dass das auch für Aktien gilt, die sie selbst besitzen. Wenn das passiert, reagieren sie darauf mit Gleichmut. Sie wissen, dass der Preis wieder zurückkommt, solange das Unternehmen die Eigenschaften behält, die sie als Anleger zunächst angezogen hatten."

  • ...geduldig

    "Anstatt sich von der Begeisterung der Menge mitreißen zu lassen, warten echte Anleger die richtige Gelegenheit ab. Sie sagen öfter Nein als Ja."

  • ...rational

    "Sie gehen auf der Basis klaren Denkens an den Markt und die Welt heran. Sie sind weder übermäßig pessimistisch noch irrational optimistisch; sie sind vielmehr logisch und rational."

    Quelle: Robert G. Hagstrom, "Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie.", Börsenbuchverlag 2011.

 

Die Deutschen sind also zu ängstlich?

Viele haben sich vom Platzen der Internetblase und dem Absturz der T-Aktie noch nicht erholt. Sie haben schlechte Erfahrungen gemacht und der Börse den Rücken gekehrt. Das ist aber falsch, denn materieller Wohlstand kann nur in der Wirtschaft geschaffen werden – und an der beteiligt man sich mit Aktien.

 

Der Dax hat seit Jahresbeginn fast zehn Prozent zugelegt. Lockt das an die Börse?

Scheinbar nicht. Das gilt aber nicht nur für Privatanleger, auch die Institutionellen wie beispielsweise Vermögensverwalter oder Pensionsfonds stehen noch immer an der Seitenlinie. Wahrscheinlich müssen die Kurse noch weiter steigen, bis sie sich wieder an den Markt trauen.

  • 02.04.2012, 19:36 UhrAnonymer Benutzer: black

    und beheizten Lenkrad? ;-)

  • 31.01.2012, 11:21 UhrAnonymer Benutzer: handlauf

    der Mann kann ja nicht mal scheinbar von anscheinend unterscheiden. Außerdem rät er seinen Kunden zu volkswirtschaftlich sinnvollem Handeln, was sich ja zunächst nur auf dem Konto der anderen sinnvoll auswirkt aber nur ganz selten auf dem eigenen Konto

  • 30.01.2012, 21:01 Uhrgutmenschensucks

    Wer Aktien verallgemeinernd als ein wertloses Stück Papier betrachtet, der darf ruhig bei seiner Meinung bleiben und weiterhin am Bankschalter um die krümeligen Zinsen von Pfandbriefen oder dergleichen feilschen. Die Frage ist, ob ich mir z.B. eine hoch verschuldete Würstchenbude mit Solardach aus Bitterfeld ins Depot lege, oder Anteilsscheine eines Unternehmens mit wenig Schulden, hervorragender Marktposition, profitabel, gute Perspektiven und vice versa...
    Und um diese Perlen zu finden, muss man sich ein bisschen mehr mit dem Thema beschäftigen, als nur irgendwelche Börsenzeitschriften zu lesen oder sich irgendwelchen Mist vom Bankschalter andrehen zu lassen. Was bedauerlicherweise noch immer die meisten Bundesbürger über sich ergehen lassen.
    Bin selbst seit dem Jahr 2000 Aktionär. Mit angesparten 10.000,- Euro angefangen.Sämtliche Literatur a la Graham, Phil Fisher, Buffet, Lynch, Gelfarth, Unternehmensbewertung, "wie lese ich eine Bilanz/Geschäftsbericht" und noch mehr, nach der Arbeit und Familie reingezogen. Und wieder und immer wieder.Jeden Tag, 12 Jahre lang. Nur so viel: In meinem Depot schlummert mittlerweile eine Zahl mit 6 Ziffern vor'm Komma. Trotz Dotcom und Lehman.
    In ca. 3 Jahren schicke ich meinem Arbeitgeber einen schönen Gruß von Goethes "Götz von Berlichingen". Werde wie die Grille im Sommer tanzen und musizieren. Und im Winter besuche ich die Ameise. Fahre dann mit einem klimatisierten Daimler vor. Mit beheizten Sitzen versteht sich.

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