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Interview mit Jim Rogers: „Wenn Staaten pleitegehen, kaufe ich so viele Euro wie möglich“

exklusiv Die Welt steht noch vor schlimmen Problemen, erwartet Jim Rogers. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt der renommierte Investor, wie die Schuldenkrise gelöst werden kann und warum die Welt den Euro dringend braucht.

Star-Investor Jim Rogers: „Der Euro ist eine perfekte Sache. Ich fürchte nur, dass Politiker ein Desaster aus ihm machen.“ Quelle: AP
Star-Investor Jim Rogers: „Der Euro ist eine perfekte Sache. Ich fürchte nur, dass Politiker ein Desaster aus ihm machen.“ Quelle: AP

Herr Rogers, Sie raten seit Jahren dazu, Rohstoffe zu kaufen und in China zu investieren. Haben Sie heute eine neue Botschaft für Anleger?

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Wenn Sie etwas Neues wollen, dann schauen Sie sich Myanmar an. Hier sollten sie so schnell wie möglich einsteigen. Myanmar vollzieht jetzt die Reformen, die China im Dezember 1978 angestoßen hat. Sie kennen das Ende der Geschichte. China hat über mehr als 30 Jahre eine großartige Erfolgsgeschichte geschrieben.

Interviews und Zitate zu den Märkten

Sonst nichts Neues?

Ich sehe keinen Grund, etwas an meiner Strategie zu ändern. In den letzten zwölf Jahren lag ich richtig damit, Rohstoffe zu kaufen und die USA sowie den Großteil der übrigen Welt zu meiden. Der S&P 500 steht heute da, wo er vor zwölf Jahren auch stand, während der Rogers International Commodity Enhanced Index im gleichen Zeitraum 450 Prozent zugelegt hat. Wir haben bei Rohstoffen einen intakten Bullenmarkt. Und so lange der läuft, sollte man weiter kaufen. Das ist die Botschaft. Diese ändert sich nicht, denn die Welt hat sich auch nicht geändert.

Was meinen Sie genau?

Weltweit drucken die Notenbanken Geld und werten ihre Währungen ab. In solchen Zeiten braucht man etwas, das schützt. Daher besitze ich einige stabile Währungen, außerdem Agrarrohstoffe sowie Gold und Silber und

werde hier weiter zukaufen.

Vor einigen Monaten kündigten Sie an, vorerst kein Gold mehr zu kaufen…

Ich habe gesagt, dass ich auf dem Allzeithoch nicht kaufe, dass ich aber zukaufen werde, wenn der Preis runtergeht. Dabei bleibt es: Wenn es runtergeht, kaufe ich mehr Gold.

„Es kommt der Moment, wenn am Aktienmarkt Panik entsteht.“

Die Volatilität am Goldmarkt hat zuletzt sehr stark zugenommen. Es gab immer wieder starke Korrekturen. Ist das nicht ein Zeichen, dass der Goldpreis seinen Zenit erreicht hat?

Ich habe keine Zweifel daran, dass Gold im nächsten Jahrzehnt noch deutlich steigen wird. Über 2.000 Dollar geht er sicherlich, vielleicht auch über 3.000. Zwischendurch kann es aber auch runtergehen. Wenn jeder – wie im Moment – Gold als sicheren Hafen sieht, ist das ein schlechtes Zeichen. So etwas gibt es im Anlageuniversum nicht. Deswegen wird es auch immer wieder Korrekturen geben. Für mich sind das gute Kaufgelegenheiten. Ich kaufe lieber, wenn die Kurse fallen.

Dann müssten Sie am Aktienmarkt im Moment auf Ihre Kosten kommen. Dort sind die Kurse massiv gefallen.

Ich besitze kaum Aktien. Bei europäischen Aktien, US-Technologiewerten und Schwellenländeraktien setze ich sogar auf fallende Kurse. Es wird der Moment kommen, wenn am Aktienmarkt Panik entsteht. Dann muss ich meine Short-Positionen auflösen und etwas anderes machen. Wann es so weit sein wird, weiß ich nicht. Ich hoffe aber, dass ich den Zeitpunkt rechtzeitig erkenne.

  • 24.10.2011, 15:42 Uhrk.h.a.

    Seit langem schon empfohlen:
    das Ende mit Schrecken, statt Schrecken ohne Ende.

    Letzteres wollen immer noch führende Politiker, weil sie Angst um ihre Wahl haben.
    Mit Rogers Radikalkur wäre in der Tat EU sowie der Euro am Ende zu retten, nur traut sich niemand. Daher wird erst der Euro, dann das gemeinsame Europa zerstört. Und die Parlamente schauen tatenlos zu.

    Die aktuellen Erörterungen zu Banken-Rekapitalisierung (auch die präferierte "Versicherungslösung" wird scheitern, weil die versicherten Tranchen im Schadensfall endgültig weg sind und deren Umfang für eine schnellere Leerung des EFSF sogt) sowie Schuldenschnitt (GR benötigt nach einem drastischen generellen Schnitt von 75% außerdem die eigene Währung, muß also raus aus dem Euro, vorübergehend oder, besser für sich, dauerhaft) zeugen von anhaltender Unwissenheit um ökonomische Zusammenhänge und fehlendem Mut, Empfehlungen zur radikalen Lösung nachzugehen.

    Der Euro ist unrettbar verloren.
    Die gegenwärtigen, seit zwei Wochen anhaltenden, Anstiege bei Euro und Märkten ist der Rückholung (nicht nur) französischer Banken zwecks Bilanzverkürzung durch Assetverkauf aus dem Dollarraum in den Euroraum geschuldet: steigt infolge Eurokäufen derselbe, drücke den HFT-Knopf "Kaufen" für alle Märkte. Und umgekehrt.


  • 18.10.2011, 12:03 UhrAnonymer Benutzer: markus8680

    dass Jim Rogers fuer eine der fast bankrottesten Banken und deren Zockerpapierchen wirbt, die Royal Bank of Scotland, wirbt sagt alles ! wo ist da die Glaubwuerdigkeit?


  • 14.10.2011, 17:32 UhrAnonymer Benutzer: GeKo

    Die in diesem Artikel aufgezeigten Grundsätze zur Lösung der europäischen Schuldenprobleme sind nachvollziehbar und sachlich i.O. Die Politik ist aber offenbar zur Zeit zu schwach, um solche Prinzipien konkret in Entscheidungen umzusetzen. Hoffentlich kommen die Entscheidungsträger in Europa recht bald zur Besinnung.

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