
Herr Albrech, wie haben Sie die Zypern-Krise als Börsianer erlebt?
Das war sehr spannend. Die Feilscherei der Politiker, die Reaktionen der Märkte auf das Ergebnis – das waren spannende Tage. Einerseits finde ich es sehr bedenklich, dass auf das Ersparte der Menschen zugegriffen wird, andererseits ist dieser Schritt im Falle Zyperns aber auch sehr verständlich.
Warum?
Zypern oder genauer die zyprische Regierung hat bestimmte Gelder angelockt – Stichwort Steueroase. Da wäre es wohl kaum zu vermitteln gewesen, die Banken mit dem Steuergeld aus Deutschland oder Frankreich zu retten, die Milliarden auf den Konten aber nicht anzugreifen. Es war ein politischer Spagat und gerade in Deutschland war die Kommunikation natürlich sehr wahlkampfgetrieben.
Im Gegensatz zur ursprünglichen Fassung der Abmachung von Mitte März werden Konten mit Guthaben von weniger als 100 000 Euro nicht angerührt. Die geplante generelle Zwangsabgabe auf Konten entfällt.
Sie soll im April stehen. Zuvor müssen nationale Parlamente wie in Deutschland noch zustimmen. Die ersten Auszahlungen aus dem europäischen Rettungsschirm ESM soll es dann im Mai geben.
Die Finanzhilfen der Geldgeber umfassen bis zu zehn Milliarden Euro. Der Internationale Währungsfonds will sich beteiligen, eine Summe steht noch nicht fest. Im Gespräch ist rund eine Milliarde Euro.
Zypern sichert zu, sein aufgeblähtes Bankensystem zu sanieren und deutlich zu verkleinern. Die zweitgrößte Bank Laiki wird abgewickelt. Der Branchenprimus Bank of Cyprus wird zurechtgestutzt und übernimmt den überlebensfähigen Teil von Laiki.
Es wurde heiß diskutiert, aber die Börsen hat das eher kalt gelassen.
Natürlich gab es die zu erwartenden psychologischen Effekte, aber das hielt sich in Grenzen. Es ist ja seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 hauptsächlich die Psychologie – also Gier, Angst oder gar Panik –, die die Kurse bewegt.
Und das billige Geld der Notenbanken…
Auch das. Und auch das ist viel Psychologie. Ohne das Geld, mit dem die Notenbanken weltweit die Märkte geflutet haben, und ohne das Versprechen von EZB-Präsident Mario Draghi, den Euro um jeden Preis zu retten, hätten wir niemals diese Börsenrally erlebt. Der Dax ist im vergangenen Jahr sehr viel stärker gestiegen, als es wirtschaftlich gerechtfertigt gewesen wäre.
Sind die Märkte also heiß gelaufen?
Nein, das glaube ich nicht. Es gibt immer noch viele interessante Anlagemöglichkeiten an der Börse. Anleger sollten Aktien keinesfalls aus dem Fokus lassen.
Die Deutschen mögen aber keine Aktien.
Sie meiden Aktien, ja. Aber was wir derzeit erleben, ist völlig schizophren: Die Menschen misstrauen einerseits dem Euro. Das können Sie aus unzähligen Umfragen ablesen. Andererseits lassen sie das Geld, ihre schwer verdienten Euro aber auf Tagesgeldkonten liegen.

@ Privatier
hat doch recht der clevere Herr Albrech Fremdgeld zu verwalten, ist die beste Risikodiversifiktion!
Ich verstehe nur seine Kunden nicht. Als informierter potentieller Kunde schaue ich mir die Performance in der Vergangenheit an und beurteile hieraus die Qualität des Management. Ist schon eine tolle Leistung des VILICO GLOBAL SELECT in den letzten 3 Jahren eine NEGATIVE Performance hinzulegen während der MSCI World um ca. 35% zulegte - Respekt Herr Albrech.
Solche anspruchslose Kunden wünsche ich mir auch. Wo gibt's die denn???

"Mit Aktien fühle ich mich sauwohl"
Klar sagt das ein Vermögensverwalter. Sind ja nicht seine Eigenen Aktien!
Hauptsache angelegt und Provision gemacht. egal wohin die Reise geht.
Derjenige, der es drauf hat, arbeitet mit eigenem Geld und auf eigenes Risiko!
Fremdgeld verwalten ist doch ein schlauer Job. Gewinne werden geteilt, Verluste trägt der Geldgeber alleine!

und auch der von Ihnen als SICHER ( Aussage auf Ihre Hompage) beworbene Fond ist nicht gerade ein Glanzstück
ISIN: DE000A0MKRE8






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