
Handelsblatt: Die rasant steigenden Staatsschulden könnten zu hohen Inflationsraten führen. Ist die Sorge berechtigt?
Asoka Wöhrmann, DWS : Es gab in der Historie Fälle, in denen sich Staaten durch Inflation ?entschuldet? haben. In der jüngeren Geschichte von stabilitätsorientierten Volkswirtschaften überwiegen aber die positiven Erfahrungen: So hat zum Beispiel Dänemark in einem Zeitraum von circa 15 Jahren seine Staatsverschuldung von 80 auf 22 Prozent reduziert, und das bei zurückgehender Inflation! Wir sehen keine akute Inflationsgefahr. Die Konsolidierung der Staatsausgaben wirkt disinflationär.
Andreas Utermann, Allianz : Die hohe Staatsverschuldung kann langfristig das Wirtschaftswachstum bremsen, da Steuern erhöht und Staatsausgaben reduziert werden müssen. Der Arbeitsmarkt ist schwach, während sich die Produktionslücke schließt. In dieser Phase ist die Inflation noch kein Problem. Aber ab 2011 sollte infolge einer verbesserten Wirtschaftsaktivität, einer expansiven Geldpolitik und steigenden Staatsausgaben auch die Teuerungsrate steigen.
Eric Siegloff, ING Investment Management: Die Angst vor Inflation ist übertrieben und wird an den Märkten überbewertet. Es spricht einiges dafür, dass wir in den nächsten ein oder zwei Jahren keine hohen Inflationsraten sehen werden. Ein Grund dafür ist, dass die Löhne kaum steigen, die Arbeitslosigkeit aber schon. Dadurch sinkt das verfügbare Einkommen privater Haushalte, die Neigung zum Sparen wird größer. In einer solchen Situation bleibt die Teuerungsrate niedrig.
Jens Ehrhardt, DJE Kapital : Kurzfristig bilden die niedrigen Kapazitätsauslastungen ein Gegengewicht zu den Inflationskräften. Auch die Globalisierung wirkt immer noch inflationsmindernd, wenn auch in abgeschwächter Form. Allerdings führt die Politik der Geldvermehrung auf Dauer zu wesentlich höheren Teuerungsraten. Großbritannien beispielsweise druckt schon heute mehr neues Geld als sein gesamtes Staatsdefizit beträgt.
Martin Weber, Uni Mannheim: Wenn eine höhere Inflation im Moment absehbar wäre, müssten die Zinsen für langfristige Anlagen schon deutlich höher sein. Der Zins stellt einen Ausgleich für die erwartete Inflation dar. Wer eine vernünftige Anlagestrategie hat, braucht keine Angst zu haben.
Josef, alle glauben die Fed kämpft gegen die inflation, das Gegenteil dürfte der Fall sein. Die FED will die inflation und wie die Geschichte gezeigt hat, wer mit der inflation flirtet, wird von ihr geheiratet.
Hören Sie sich an was Paul Krugman sagt:
" Wie haben die Amerikaner ihre Kriegsschulden nach dem 2.Weltkrieg bezahlt?
Gar nicht. Ende 1946 hatte die Amis 271 Milliarden US-Dollar Schulden, 10 Jahre später etwas mehr, 274 Milliarden USD. Das Verhältnis von Schulden zum bSP war gefallen nicht weil die Schulden abgebaut worden waren, sondern weil das bSP sich knapp verdoppelt hatte."
Das ist die Philosophie die jenseits und diesseits des Atlantiks in Politik umgesetzt wird und vor diesem Hintergrund ist ein OZ-Preis von jetzt 860.- Euro billig und "heute" ist immer noch "vor 4 Jahren"!!
Den Tipp mit dem Gold hätte ich bei ihnen gerne vor 4 Jahren gelesen. Jetzt, bei bald 1000 Euro pro OZ, kommt das leider etwas spät!
Realsatire! Wenn Sie einen institutionellen Anlageberater fragen ob sein Job im Prinzip obsolet ist wird er wohl kaum mit "Ja" antworten.
Wer dafür bezahlt wird Papierwerte gut zu finden, findet Papierwerte eben gut. Nominelle Gewinne sind Augenwischerei. im Verhältnis zu Gold verliert der DAX ständig an Wert. Heute ist der Dax index gerade mal 7,25 Unzen Gold wert. Wie war das vor 10 Jahren? im Jahr 2000 war der Dax index ca. 43,50 Unzen Gold wert. Mein Tip ist, in 3 Jahren wird der Dax index vielleicht noch 3 Unzen Gold Wert sein.
Da wird aus Papier doch plötzlich Toilettenpapier.





3 Kommentare
Alle Kommentare lesen