Anlagestrategie

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Mark Mobius: Das Erfolgsgeheimnis eines Altmeisters

Er bevorzugt die Börsen der Schwellenländer, denn Mark Mobius ist überzeugt, dass sie wegen ihres starken Wirtschaftswachstums großes Aufwärtspotenzial bieten. In seinem neuen Buch schreibt er über Chancen und Risiken.

Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag. Quelle: Reuters
Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag. Quelle: Reuters

DüsseldorfEr gehört wohl zu den besten Kennern der aufstrebenden Schwellenländer und ihrer Anlagemöglichkeiten. Kein Wunder, denn Mark Mobius verfügt über jahrelange Erfahrung. Vor einem Vierteljahrhundert, im Jahr 1987 betraute Sir John Templeton ihn mit der Verwaltung des ersten Fonds, der in Emerging Markets investierte.

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Mehr als 500 Prozent hat der Fonds seit seiner Gründung zugelegt. Natürlich war Mobius nicht in jedem Jahr gleich erfolgreich, auch Profis müssen Rückschläge einstecken. Im vergangenen Jahr beispielsweise verlor der Fonds, der nur in den USA zugelassen ist, leicht. Auf lange Sicht aber überzeugt er.

Bedeutung der Schwellenländer für Anleger

  • Welche Länder sind Schwellenländer?

    Schwellenmärkte sind die Finanzmärkte von Volkswirtschaften im Wachstumsstadium ihres Entwicklungszyklus und weisen ein niedriges bis mittleres Pro-Kopf-Einkommen auf. Diese Länder liegen in aller Regel in Asien (ohne Japan), dem Nahen Osten, Osteuropa, Zentral- und Südamerika und auch in Afrika. Insgesamt sind es etwa 170 Länder.

    Quelle: Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag

  • Wie bedeutend sind diese Länder?

    Auf Schwellenländer entfallen 77 Prozent der globalen Landmasse, mehr als 80 Prozent der Weltbevölkerung, mehr als 65 Prozent der globalen Devisenreserven und rund 50 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts.

  • Wie viele Menschen leben in den Emerging Markets?

    2010 lebten rund 5,7 Milliarden Menschen in Schwellenländern – etwa fünf Mal so viele wie in den Industrieländern mit ihren 1,2 Milliarden Einwohnern. Allein China und Indien haben mehr als 2,5 Milliarden Menschen – in etwa das Vierfache der rund 700 Millionen Bürger der USA und der Europäischen Union.

  • Wer sind die „Big Five“?

    China, Indien, Indonesien, Brasilien und Russland sind die sogenannten Big Five und sind nach sämtlichen Maßstäben rentable Schwellenmärkte. Sie sind nicht nur in der Entwicklung begriffen, sondern gehören auch zu den 20 größten Volkswirtschaften der Welt, China, Brasilien und Indien sogar zu den Top Ten. Marc Mobius ist überzeugt: „Diese Volkswirtschaften sind ganz klar die Wirtschaftsmotoren des 21. Jahrhunderts.“

  • Wie stark wachsen die Emerging Markets?

    Von 2000 bis 2010 wuchsen die Volkswirtschaften von vier maßgeblichen Schwellenländern, nämlich Brasilien, Russland, Indien und China (Bric), um 112 Prozent. Die USA, Großbritannien und Japan brachten es nur auf vergleichsweise magere auf 14 Prozent.

Und genau so müssen Anleger ihre Investments in Emerging Markets sehen: langfristig und nicht auf Sicht von ein oder zwei Jahren. In seinem neuen Buch „Emerging Markets für Anleger“ erklärt der Vorsitzende der Templeton Emerging Markets Group, warum das auf Anlagen in Schwellenländern noch mehr zutrifft als an Börsen in den entwickelten Industrienationen und warum Emerging Markets ins Depot gehören.

Mobius ist seit 40 Jahren dort unterwegs. In seinem Buch beschreibt er detailliert, wo, warum und wie Anleger sich dort engagieren sollten. Zugegeben, manchmal klingt das ein bisschen wie eine Predigt. Der Fondsmanager ist eben überzeugt von seinem Spezialgebiet. Und seine Botschaft ist ganz klar: „Ich bevorzuge die Schwellenmärkte.“ Mobius ist überzeugt: „Langfristig bieten die Schwellenmärkte wegen ihres starken Wirtschaftswachstums mehr Aufwärtspotenzial.“ Immerhin würden diese Staaten zwei Drittel der globalen Landfläche ausmachen.

Investieren in Schwellenländern

  • Wo können Anleger investieren?

    In vielen Schwellenländern ist die Anlage von vornherein ausgeschlossen, weil etliche Barrieren vorliegen, etwa Beschränkungen für ausländische Investoren, Besteuerung oder das Fehlen von Aktienmärkten. Damit ist das Spektrum sehr viel kleiner als die Zahl der 170 Länder.  Mobius setzt nur auf die FELT-Märkte. FELT steht für fair, effizient, liquide und transparent. Er kommt so auf mehr als 60 Länder, in denen sich Investments lohnen könnten.

    Quelle: Mark Mobius – Emerging Markets für Anleger, Börsenbuchverlag

  • Wie wichtig sind Schwellenländer-Börsen?

    Die Börsen der Schwellenländer werden immer wichtiger. 2011 entfielen bereits 34 Prozent der gesamten Aktienmarktkapitalisierung der Welt auf Schwellenmärkte. Zehn Jahre zuvor waren es noch nicht einmal zehn Prozent.

  • Wie entwickeln sich die Börsen in den Schwellenländern?

    Die Kursentwicklung kann sich sehen lassen: Die Schwellenländermärkte haben den US-Markt von 1998 bis 2012 um rund 940 Prozent übertroffen und den globalen Markt um mehr als 1.360 Prozent. Natürlich schwankt die Wertentwicklung von Jahr zu Jahr. Und manchmal schneiden die Schwellenmärkte auch schlechter ab.

  • Welche Anlageinstrumente gibt es?

    Anleger können natürlich nicht nur in Investmentfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets und entsprechende börsennotierte Indexfonds (ETFs) investieren, sondern auch in Einzeltitel, die an den dortigen Börsen notiert sind. Außerdem gibt es an Aktienmärkten in Industrieländern notierte Hinterlegungsscheine für Schwellenländeraktien.

  • Wie viele Fonds gibt es?

    Als Templeton 1987 den ersten börsennotierten Schwelländerfonds auflegte, engagierte sich noch kein anderer US-Investmentfonds in nennenswertem Umfang in Übersee. Heute stehen Anlegern mehr als 6000 Aktienfonds mit Schwellenländer-Engagements offen.

  • Wie stark sind Anleger investiert?

    Obwohl bereits mehr als 30 Prozent der globalen Marktkapitalisierung auf die Aktienmärkte der Schwellenländer entfallen, sind sie in den Portfolios institutioneller US-Investoren nur mit drei bis acht Prozent gewichtet.

Als er begann, sich mit dieser Anlageregion zu beschäftigen, gab es noch nicht einmal eine allgemein anerkannte und brauchbare Definition für solche Märkte. Intuitiv verstand man darunter ein Entwicklungsland oder ein unterentwickeltes Land. Wo genau die Schwelle zu entwickelten Märkten verlief, war nicht feststellbar. Heute ist die Lage klarer. „Schwellenmärkte sind die Finanzmärkte von Volkswirtschaften im Wachstumsstadium ihres Entwicklungszyklus und weisen ein niedriges bis mittleres Pro-Kopf-Einkommen auf“, schreibt Mobius. Diese Länder liegen in aller Regel in Asien (ohne Japan), dem Nahen Osten, Osteuropa, Zentral- und Südamerika und auch in Afrika. Insgesamt sind es etwa 170 Länder.

  • 25.08.2013, 13:29 UhrAmadei

    Microfsoft ist nun mal auch eine ganz andere Welt.
    Die Voraussetzung für einen Erfolg bei Microsoft muss eben eine neue Technologie bzw. eine neue Innovation sein, die man in der Zukunft beherrschen muss.
    Allerdings ist die neue Technologienentwicklung mit der Unsicherheit verbunden, denn man muss viel in Forschung und Entwicklung investieren. Trotzdem gibt es keine Garantie dafür, dass es erfolgreich wird (Bsp.: Windows 2000 und Windows 8).

    Nestle dagegen ist ein "sicherer" Faktor, denn Nestle produziert immer die selben Produkte, die schon seit 20 Jahren existieren.

    Ich kenne kein Beispiel, was ich an Nestle so gut finde oder mag, aber Coca Cola trinke ich gerne und Coca Cola muss kein völlig neues Konzept oder Produkt rausbringen.

    Ob Coca Cola Fehler begeht oder nicht, merken Kunden davon gar nichts, aber konsumieren weiter Cola.



  • 22.08.2013, 14:03 Uhrpecunaximus

    "Mehr als 500 Prozent hat der Fonds seit seiner Gründung zugelegt."

    Das hat der S&P 500 seit 1987 auch (lt. Stockcharts.com). Nur kostet ein ETF auf den S&P 500 keine 5,54 % Ausgabeaufschlag und 2,51 % TER pro Jahr. Das "Geheimnis" von Herrn Mobius ist, dass er medienaffin/eitel und im TV wiedererkennbar ist. Er schreibt auch ganz manierlich. Sein track record aber ist nicht berauschend. ETFs auf den SET oder den PSEI hätten sogar noch mehr gebracht als der S&P. Wahrscheinlich geht der Fehlbetrag für Mobius Dienst-Jet drauf, mit dem er seine adretten jungen Assistenten zu beeindrucken sucht.

  • 13.02.2013, 17:00 UhrOldi

    Der Templeton Fond war meine erste Bekanntschaft mit Aktien. Damals noch unter Templeton. Im Schnitt brachte er um die 15% jährlich. Später habe ich dann noch zusätzlich in den Schwellenländern investiert. Zuerst aus Neugierde. Heute bin mit ca. 90% meiner Aktien investiert. Wähle ich eine Aktie aus, dann ist die erste Kennzahl, das Wachstum des jeweiligen Landes.

    Zitat….Seine Empfehlung, sich nach dem Management zu erkunden – am besten bei Mitarbeitern oder Menschen in deren Umgebung – ist wohl eher schwierig….

    So schwierig ist das nicht. Die Namen und ihre Tätigkeiten sind heutzutage problemlos im Internet zu finden. Früher war das komplizierter. Vergleicht man den Langfristchart, kann man sehr gut auf die Fähigkeit eines Managements schließen.

    Beispiel: Microsoft und Nestle. Beim MS-Langfristchart zeigt sich, das der gute Billy zwar eine glänzende Idee hatte, die er auch zu nutzen wusste, aber das war es dann auch schon. Nestle ist da schon besser bedient.

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