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Niedecken im Interview: „Geld beruhigt, aber ich verprasse es nie“

Der Kölsch-Rocker Wolfgang Niedecken hat mit seiner Band BAP 19 CDs herausgebracht. Nun sprach er mit Handelsblatt über Gitarren als Geldanlage, die Piratenpartei und über Rock'n'Roll in der Finanzszene.

Wolfgang Niedecken.
Wolfgang Niedecken.

KölnHandelsblatt: Herr Niedecken, zwischen all den Dingen, die Ihnen nach Ihrem Schlaganfall im November durch den Kopf gegangen sind, haben Sie da auch an die eigene Altersvorsorge und an die Versorgung Ihrer Familie gedacht?

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Wolfgang Niedecken: Ja, aber nicht als Erstes. Da war ich nur unglaublich glücklich, dass ich wieder zu mir gekommen bin. Im Laufe der Zeit kommen einem dann Dinge in den Kopf wie: Ich habe noch überhaupt kein Testament gemacht. Und keine Patientenverfügung. Damit nerve ich jetzt alle gleichaltrigen Freunde. Ich bin auf jeden Fall sehr stark daran interessiert, dass meine vier Kinder versorgt sind und dass meine Frau und ich fürs Alter vorgesorgt haben. Aber das war unabhängig vom Schlaganfall schon vorher sonnenklar.

Sie mussten die Tournee unterbrechen, und es war zeitweise für Ihre Musiker nicht klar, wie es weitergehen wird.

Die waren erst mal alle glücklich, dass ich überlebt habe. Wir konnten nach zwei Wochen planen, wie es weitergehen wird. Nachdem ich in der Neurologie von oben bis unten auf den Kopf gestellt worden war, war klar, dass ich in einem halben Jahr wieder auftreten könnte. Für die Musiker war das großartig.

Sind die Musiker bei Ihnen fest angestellt?

Nein, das sind freie Mitarbeiter. Die kriegen Verträge für Probenphasen, fürs Studio und für Auftritte in allen Größenordnungen. Und natürlich Gema und GVL.

Promis und ihr Geld

War das früher in der ersten BAP-Phase anders?

Ja. Aber irgendwann erübrigen sich diese Hippie-Modelle, weil Leute dabei sind, die nie einen Schlag tun und an anderen wiederum alles hängen bleibt. Mit Leuten, die nur High Life machen und alle halbe Jahre mal gucken, was auf ihrem Konto hängengeblieben ist, kann man auf Dauer nicht zusammenarbeiten.

Und wie ist es heute?

Jetzt bin ich praktisch der Chef. Aber es passiert sehr selten, dass ich irgendetwas par ordre du mufti durchsetze. Ich bin Team-Player.

Stellen Sie auch finanzielle Dinge anders auf?

Mein Verständnis für Zahlen ist im negativen Sinn legendär. Aber letztendlich bin ich ja Geschäftsführer von Travelling Tunes Productions, unserer Vermarktungsfirma, und muss mich deshalb zwangsläufig damit beschäftigen. Aber ich würde das niemals tun, ohne auf Leute zurückzugreifen, die wirklich Ahnung davon haben. Gott sei Dank ist mein bester Freund jemand, der auf alles guckt, der wirtschaftlich nicht eingebunden ist und der das als Freundschaftsdienst macht. Es ist der Ex-Chef von Jack Wolfskin, Manfred Hell. Ansonsten habe ich einen guten Steuerberater und einen guten Tour-Manager, denen ich vertraue.

Spüren Sie als Musiker die Finanzkrise?

Schwer zu sagen, es gibt ja kaum Vergleichsmöglichkeiten. Man müsste eher die heutigen Zeiten mit denen vergleichen, als es noch keine illegalen Downloads gab und man Tonträger noch nicht ohne Qualitätsverlust kopieren konnte. Wenn wir früher ein Album veröffentlicht haben, und es ging von null auf eins, dann wussten wir, es wird sich irgendwo zwischen 500 000 und einer Million Mal verkaufen. Wenn wir heute von null auf eins gehen, können wir froh sein, wenn wir die 100 000er-Grenze überschreiten.

  • 21.07.2012, 18:35 UhrNele_Weibauer

    Niedeckens Musik ist grauenvoll, das war sie schon immer. Er glaubt, dass die Europäer (zu denen er ja gehört) in Afrika wirklich helfen wollen - mit edlen guten Motiven. Und die Chinesen nur am Ausplündern interessiert sind. Naja, da er zu seinen engen Freunden GAZPROM-Vorstandkanzler Schröder zählt, der so "mutig" war, die Verarmung großer Bevölkerungsschichten - bei gleichzeitigen Reichwerden der "Eliten" zu befördern, der muss ja ein guter Mensch sein.

  • 20.07.2012, 03:17 UhrTylerDurdenVolland

    Das ist jetzt unfair. Natürlich denkt jemand der millionen besitzt anders, aber es sei ihm gegönnt... man trennt sich halt von sowas, wenn er meint die FDP Menatlität passt besser zu ihm.

    Daraus aber Schlüsse auf seine Vergangenheit zu ziehen ist schlicht und einfach dumm. Sie haben offensichtlich nie ein Konzert mit ihm in den 70ern besucht und kennen auch seine alten Platten nicht?

    Der einzige aus dieser Zeit, der sich nie verbogen hat, ist konstantin Wecker Sehenswert:

    https://www.youtube.com/watch?v=_xpS-zaYCzE

  • 20.07.2012, 03:13 UhrTylerDurdenVolland

    Ja, es ist erschütternd was man zum Teil lesen muss, und ich glaube viele haben da grosse Illusionen.
    Extremstes Beispiel ist Herr Bono, es ist doch eigentlich klarm dass die INteresen eines Herren der hundert Millionen besitzt andere INteressen sein müssen als die der Käufer seiner Platten. Er fährt nach Davos und wird dort wohlgelitten, man kennt ihn halt. Wenn man sich die Entwicklung der Finanzwelt anschaut, während der 20 Jahre die er dort visitiert, dann sollte einem aber schon etliches auffallen, Oder?

    Nun ja, warum diese generation klüger sein als andere....

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