Anlagestrategie

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Profi-Anlageempfehlung: Attraktive Zinspapiere von Unternehmen mit Aktienkick

Anleger haben ihr Vertrauen in Aktien verloren und flüchten in Anleihen von Ländern mit Top-Bonität. Solche Anlagen werfen aber real negative Renditen ab.

von Burkhard Allgeier
Burkhard Allgeier ist Leiter des Portfoliomanagements bei Hauck & Aufhäuser. Quelle: Pressefoto
Burkhard Allgeier ist Leiter des Portfoliomanagements bei Hauck & Aufhäuser. Quelle: Pressefoto

Immer mehr institutionelle und private Anleger misstrauen der Aktie. Angesichts prozentual zweistelliger Verluste an Märkten wie in Europa oder China im vergangenen Jahr, wundert das nicht. Um ihr Vermögen zumindest nominal zu erhalten, flüchten Investoren in Anleihen von Ländern mit höchster Bonität.

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Die Krux ist aber, dass solche Anlagen real negative Renditen abwerfen - der Anleger erhält unter Berücksichtigung der Geldentwertung am Laufzeitende weniger Geld zurück, als er ursprünglich investiert hat. Eine Alternative bieten Unternehmensanleihen. Europäische Firmenanleihen mit Ratings im soliden Bereich Investment-Grade und einer Laufzeit von fünf Jahren rentieren derzeit im Schnitt mit vier Prozent. Anleger, die auf höhere Rendite aus sind, aber nicht auf Sicherheit verzichten wollen, sollten sich Wandelanleihen näher ansehen. Die kombinieren die Renditechancen von Aktien - dem risikoreichen Part - mit der höheren Sicherheit von Unternehmensanleihen.

Gängige Wandelanleihen haben eine Bond- und eine Aktienkomponente. Während der Laufzeit garantieren sie dem Anleger eine feste Zinszahlung; das ist die Bondkomponente. Die Verzinsung liegt meist unter der von Unternehmensanleihen des gleichen Emittenten.

Dafür erhält der Anleger bei Fälligkeit das Recht, die Wandelanleihe in einem vorher festgelegten Verhältnis in die zugrundeliegende Aktie zu tauschen; das ist die Aktienkomponente. Attraktiv ist das, wenn die Aktie in der Zwischenzeit steigt. Wenn der Kurs der zugrundeliegenden Aktie dagegen stagniert oder fällt, lässt sich der Investor am Ende der Laufzeit den Nominalwert der Anleihe auszahlen und vereinnahmt zwischenzeitlich die Zinsen. Beides zusammen macht den Risikoschutz der Wandelanleihe aus.

Die Verbindung einer Bond- mit einer Aktienkomponente hat zur Folge, dass Wandelanleihen in steigenden Aktienmärkten den Weg nach oben um bis zu zwei Drittel mitgehen können. Fallen dagegen die Aktienkurse, bleiben die Verluste aufgrund der Bondkomponente beschränkt. Mit diesem asymmetrischen Profil eignen sich Wandler besonders für unsichere und volatile Zeiten. Gehen die Märkte dagegen seitwärts und wird nicht in Aktien gewandelt, erhält der Investor immerhin den vorab fixierten Zins.

Für den Privatanleger gestaltet sich die Auswahl von Einzeltiteln nicht ganz einfach. Die meisten Papiere erfordern eine vergleichsweise hohe Mindestanlage. Das erschwert die Risikostreuung. Zudem besteht ein Emittentenrisiko. Die Aktiengesellschaft, die die Wandelanleihe herausgegeben hat, kann insolvent werden. In diesem Fall gehen Anleger, die entsprechende Aktien oder Unternehmensanleihen gekauft haben, ebenfalls leer aus. Daher ist es sinnvoll, ein breites Portfolio von Wandlern aufzubauen.

Allerdings ist es anspruchsvoll, Wandelanleihen zu analysieren: Außer den Anleihe- und Aktienmerkmalen muss auch die spezifische Ausgestaltung des Wandlers selbst beurteilt werden, denn kein Wandler gleicht dem anderen. Besser eignen sich daher oft Fonds. Ein europaweit investierender Wandelanleihenfonds ist der Convertible Bond-Fonds von Jeffries (ISIN: LU0114352973). Er hat sich bereits wiederholt in schwankungsreichen Märkten gut geschlagen.

Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Sie ist keine Empfehlung der Redaktion.

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