
Die Schwellenländer als Gesamtregion sind in einem strukturell hervorragenden Zustand. Das war ein entscheidender Faktor dafür, dass die Weltwirtschaft nach der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 wieder einigermaßen zur Normalität zurückgekehrt ist. Die strukturellen Vorteile der Emerging Markets sind auch weiter treibend. Wir sind davon überzeugt, dass sie über die nächste Dekade hinaus positive Auswirkungen haben werden.
Die Schwellenländer sind unverzichtbarer Bestandteil einer ausgewogenen Vermögensallokation. Denn: Das Verhältnis von Staatsverschuldung zum Wirtschaftswachstum ist dort sehr gesund, anders als in den traditionellen Volkswirtschaften. Zudem verfügen die Emerging Markets über ausgeprägte Fremdwährungsreserven, ein höheres Trendwachstum sowie über demographische Vorteile.
Zwar gab es unter taktischen Gesichtspunkten zuletzt bestehende Störfaktoren, etwa die deutlich gestiegenen Inflationsraten sowie in manchen Regionen erkennbare Überhitzungen im Immobiliensektor. Diese sollten mittlerweile jedoch eingepreist sein.
Damit eröffnen sich strategische Kaufgelegenheiten. Wir empfehlen, den Emerging Markets-Fokus sowohl bei Aktien wie auch bei Anleihen und Währungen abzubilden. Dabei sollten die Investments in lokalen Währungen eingegangen werden, da die meisten traditionellen Volkswirtschaften gegen die gesunden Schwellenländerwährungen auf Jahre hinaus abwerten sollten.
Positiv bewerten wir etwa den chinesischen Yuan, den koreanischen Won, die indonesische Rupie, den brasilianischen Real, den mexikanischen Peso sowie den russischen Rubel.
Sowohl Aktien wie auch Anleihen sind für uns strategisch attraktiv - einiges spricht aber für Aktien. Die Anleihen der Schwellenländer haben die Normalisierung des makroökonomischen Umfeldes sowie die strukturellen Stärken der Schwellenländer bereits eingepreist - sie sind stramm bewertet. Aktien sind hiervon noch weit entfernt. Sie sind auch mit Blick auf das auf zwölf Monate geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis sehr attraktiv.
Auf Länderebene favorisieren wir China, Korea, Brasilien, Russland und die Türkei. China und Korea stehen dabei für die Antizipation einer globalen Wachstumsbeschleunigung im Jahr 2011, Brasilien für inneres Wachstum und Rohstoffphantasie. Die Türkei ist derzeit unser "Top-Pick". Die aktuelle Bewertung, ein starkes Wirtschafts- und Gewinnwachstum sowie der erkennbar robuste Bankensektor, begründen diese Wahl. Dazu empfehlen wir, auf aktiv gemanagte Türkei-Fonds zu setzen und nicht auf passive Fonds wie Exchange Traded Funds. Emerging Markets sind ineffiziente Märkte, so dass aktiv gemanagte Fonds die passiven Fonds in der Regel outperformen. Anlegern, die in Emerging Markets investieren wollen, sollten Schwächephasen zum deutlichen Aufstocken strategischer Positionen zu nutzen.
Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Es ist keine Empfehlung der Redaktion.
Die FTD warnte kürzlich vor einer gigantischen Spekulationsblase in China.
http://www.ftd.de/finanzen/immobilien/:kolumne-wolfgang-muenchau-pekinger-blasenfabrik/50155205.html
Auch der SPiEGEL warnte vor einer Spekulationsblase in China:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,709640,00.html
Die blase betrifft zunächst die chinesischen immobilien; wenn sie platzt, wird es aber die gesamte chinesische Wirtschaft treffen.





1 Kommentar
Alle Kommentare lesen