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Profi-Anlageempfehlung: Die Vollkasko-Strategie kostet ein Vermögen

Für die deutschen Anleger geht Sicherheit über alles. Die risikolosen Einlagen auf Sparbüchern, Sparbriefen, Giro- und Tagesgeldkonten sind auf gewaltige 1,8 Billionen Euro angewachsen. Zugleich nimmt die Zahl der Aktien- und Aktienfondsbesitzer weiter ab. Warum die Sparer über ihren Schatten springen sollten.

von Ulrich Stephan und Deutsche Bank
Risikolose Einlagen boomen. Mit einer vernünftigen Beimischung renditestärkerer Anlageklassen kann das Ertragspotenzial deutlich verbessert werden. Quelle: dpa
Risikolose Einlagen boomen. Mit einer vernünftigen Beimischung renditestärkerer Anlageklassen kann das Ertragspotenzial deutlich verbessert werden. Quelle: dpa

HB. Geld sicher anzulegen ist in Ordnung - solange es ausreichend verzinst wird und nach Inflation einen positiven Ertrag erwirtschaftet. Im Sommer 2008 erzielten Anleger mit sicheren Bankeinlagen noch eine reale Verzinsung von rund zwei Prozent jährlich. Wenn sich ein Anleger heute mit einer Verzinsung von ein Prozent auf dem Tagesgeldkonto zufriedengibt, nimmt er bei einer Inflationsprognose von 1,5 Prozent für 2010 einen Verlust von 0,5 Prozent im Jahr hin. Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag sind dabei noch gar nicht berücksichtigt.

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Die Vollkasko-Strategie kostet ein Vermögen. Daher sollten die Sparer über ihren Schatten springen. Eine vernünftige Beimischung renditestärkerer Anlageklassen wie ausgewählte Aktien kann das Ertragspotenzial deutlich verbessern, ohne sich übermäßigen Risiken auszusetzen. Dies gilt umso mehr, als die Konjunkturdaten weltweit Anlass zu Optimismus geben.

Für konservative Anleger stehen hierzu viele Anlageinstrumente bereit. So haben sich Investitionen in dividendenstarke Titel bewährt: Regelmäßige hohe Ausschüttungen sind ein Indiz für nachhaltig ertragreich wirtschaftende Unternehmen und reduzieren das Risiko. Aktuell eignen sich vor allem Unternehmen aus eher defensiveren Bereichen, etwa Telekommunikation, Energie und Versorger oder Arzneimittelhersteller. Auch Fondslösungen, bei denen sich das Fondsmanagement neben der Allokation in Qualitätsaktien auch auf die Erzielung einer hohen Dividendenrendite konzentriert, haben sich bewährt.

Weiterhin bieten verschiedene Zertifikate die Möglichkeit, bei begrenztem Risiko von der Entwicklung am Aktienmarkt zu profitieren. Etwa Express-Zertifikate, die sich besonders gut für Anleger mit einem mittelfristigen Anlagehorizont eignen. Zu Beginn der Laufzeit werden eine Schwelle und eine Barriere festgelegt. Wenn die zugrunde liegende Aktie oder ein anderer Basiswert an einem jährlichen Stichtag auf oder über der festgelegten Tilgungsschwelle notiert, erhält der Anleger das investierte Kapital mit einer zuvor festgelegten Verzinsung sofort zurück. Die Barriere wiederum bietet einen Sicherheitspuffer von 40 bis 50 Prozent des Basiswerts. Beispielhaft bedeutet eine Barriere von 50 Prozent bezogen auf den heutigen Dax-Kurs einen Fall auf knapp 3000 Punkte. Für ein solches Szenario sehe ich bei heutiger Marktlage beim Dax aber zurzeit keine Anhaltspunkte.

Anleger können auch mit der Veroptionierung von Aktien Zusatzerträge erzielen. Hierbei werden Kaufoptionen auf Aktien im eigenen Besitz verkauft ("Covered Call Writing"). Die vereinnahmte Optionsprämie bildet den Zusatzertrag. Experten gehen davon aus, dass sich mit der laufenden Veroptionierung zusätzlich Einnahmen von vier bis fünf Prozent jährlich erzielen lassen. Anleger gehen mit dieser Strategie kein zusätzliches Verlustrisiko ein. Lediglich das Ertragspotenzial der zugrunde liegenden Aktie wird gedeckelt, da die Option bei entsprechend starker positiver Wertentwicklung zur Ausübung kommt.

Anleger haben also vielfältige Möglichkeiten, vernünftige Renditen ohne übermäßiges Risiko zu erzielen. Gründe genug, sich nicht mit Minuserträgen abzufinden.

Die Anlageempfehlung spiegelt die Einschätzung des Autors wider. Es ist keine Empfehlung der Redaktion.

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