
Der Goldmarkt befindet sich derzeit in einer ähnlich günstigen Phase wie in den 70er Jahren. Die Leitzinsen nach Abzug der Inflation sind in den USA, Großbritannien und Europa klar negativ und ein Ende der Niedrigzinspolitik ist nicht abzusehen. Darüber hinaus hat sich die Bilanzsumme der Notenbanken in den USA, England, Japan und im Euroraum stark ausgeweitet. Die Investoren haben daher Gold als sicheren Hafen wiederentdeckt und halten inzwischen 2.414 Tonnen Gold über ETFs.
Die Zentralbanken, die in den vergangenen Jahren durchschnittlich 450 Tonnen pro Jahr verkauft haben, haben im Jahr 2011 circa 440 Tonnen gekauft. Dies ist eine enorme Differenz von 880 Tonnen, was knapp einem Drittel der Jahresproduktion der Goldminen von 2.818 Tonnen entspricht.
In den letzten vier Wochen sind die Käufe von Gold-ETFs wieder stark angestiegen, da die Investoren angesichts der konjunkturellen Verlangsamung mit neuen quantitativen Maßnahmen der Notenbanken rechnen. Spekulative Zuflüsse könnten die Aufwärtsbewegung noch verstärken.
Hiervon könnte dann letztlich auch der Impuls ausgehen, der den Goldpreis über das inflationsbereinigte Niveau von 1980 treibt.
Pro und Kontra Goldpreis
Der Goldpreis wird durch eine Reihe von Faktoren unterstützt: Wir haben aktuell real negative Leitzinsen und die Notenbanken weiten die Bilanzsummen aus.
Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.
Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.
Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.
In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.
Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.
29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.
Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.
Quelle: World Gold Council
Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.
Anleihen können nur mit niedrigen Renditen konkurrieren und Gold gilt als sicherer Hafen. Die Investoren erhöhen daher ihren Goldanteil. Eine Umschichtung von einem Prozent aus den globalen Aktien- und Anleihemärkten erzeugt eine Nachfrage von circa 23 000 Tonnen Gold.
Und auch die Notenbanken erhöhen die Nachfrage. Wie oben ausgeführt, sind sie wieder Nettokäufer von Gold - anstatt Nettoverkäufer wie zuvor. Dem gegenüber stehen drei Faktoren, die den Goldpreis belasten:

Jetzt bringe ich schon keine drei Worte mehr klar raus.
Muss natürlich "Gott sei Dank" heißen ;-)

@Fermin91
"Habe ich da was übersehen?"
Physisches Gold hat gegenüber anderen Sachgütern den Vorteil, daß es sich nicht abnutzt wie z.B. durch Witterung, Alterung oder Gebrauch. Außerdem gibt es öffentliche Tageskurse und seriöse Händler, die Gold auch ankaufen.
Gold-ETFs sind dagegen Zockerpapiere mit Bankbriefkopf auf billigem Kopierpapier. ETFs kann die Bank AFAIK beliebig viele drucken. Genau wie Geld in Form eines Kreditvertrags. Beides zum aktuellen Tageskurs. Dabei wettet die Bank heimlich mit Ihnen, daß der Goldpreis unter den Ausgabekurs Ihres ETF fällt. Denn dann kann die Bank die Hinterlegung Ihres ETF mit Ihrem Geld billiger einkaufen als auf Ihrem Zettel steht und verbucht die Differenz als zusätzlichen Gewinn.
Wenn man den Goldpreis in letzter Zeit abends als Intraday-Chart betrachtet, fallen immer wieder senkrecht fallende Linien darin auf. Irgendwas hat dann offenbar auf einen Schlag große Mengen Gold losgeschlagen, um dieselbe Menge danach scheibchenweise deutlich billiger wieder hereinzuholen. Das sind die Zocker.
Ein Goldhändler verkauft Ihnen dagegen physisches Gold mit einer Handelsspanne, die erkennbar aus einem fixen und einem variablen Teil besteht. Weil's über die Kursentwicklung kein fester Prozentsatz ist. Daraus ergeben sich dann auch Preisdifferenzen bei verschiedenen Händlern.
Die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufswert sinkt mit steigender Verpackungseinheit, weil die Herstellungskosten für 1000 einzelne 1g-Einheiten eines Kilos natürlich höher sind als für einen einzigen 1kg-Barren.
Im Gegensatz zur Bank verdient der Goldhändler aber erst wieder an Ihrem Gold, wenn Sie es ihm wieder verkaufen. Zum dann aktuellen Tagespreis, egal ob der höher oder niedriger ist. Denn der neue Käufer Ihres Golds zahlt ja wieder die Handelsspanne des Händlers, der sein Geschäft ausschließlich von solche Umsätzen betreibt.
Ginge im Prinzip auch mit Erdbeeren. Aber die verderben zu schnell...






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