
Hohe Schulden von Staaten, Unternehmen und Privaten plagen derzeit viele Industrienationen. So sind in den vergangenen Jahrzehnten die Schulden in vielen Industrieländern deutlich stärker gestiegen als die Produktivität. Jahrzehntelang wurde über die Verhältnisse gelebt. Der riesige Schuldenberg der Staaten kann längst nicht mehr einfach mit Wachstum abgebaut werden.
Die Notenbanken versuchen, mit rekordniedrigen Zinsen unter der Inflationsrate das Problem zu bewältigen. Doch damit wird das Dilemma für den Anleger erkennbar: Niedrige Zinsen und Inflation für viele Jahre - die Folge sind negative Realrenditen. Oder einfacher gesagt, die hochverschuldeten Staaten holen sich das Geld da, wo es ist - beim Sparer.

Für eine fünfjährige deutsche Bundesanleihe erhält man aktuell eine Rendite von knapp 0,4 Prozent pro Jahr. Abzüglich Steuern, Bankspesen und der erwarteten Inflation auf fünf Jahre ergibt sich eine negative Realverzinsung. Längere Laufzeiten haben eine etwas höhere Realrendite. Nimmt man an, dass ein Euro zu aktuellen Konditionen auf fünf Jahre angelegt wird, ist er nach Ablauf der Frist real nur mehr etwa 90 Cent wert.
Investoren bleiben zwei Strategien, um die Kaufkraft ihrer Investition mit Anleihen zu erhalten: Man greift zu möglichst langen Laufzeiten und/oder nimmt ein höheres Kreditrisiko in Kauf. Beides ist riskant. Steigen Inflation und Zinsen in der Anlageperiode deutlich an, so erfährt eine langfristige Anleihe Kursverluste, was den Kaufkraftverlust noch gravierender macht.
Scheut man im Umfeld aktuell niedriger Zinsen lange Laufzeiten, so versprechen nur Rentenpapiere mit geringerer Bonität akzeptable Renditen. Der Ausfall eines Schuldners kann Investoren aber schnell einen Strich durch die Rechnung machen. Auch inflationsgeschützte Anleihen schaffen nur bedingt Abhilfe.

Alle Profis ziehen sich aus dem riskanten Anleihegeschäft zurück.
Und jetzt sollen wir Handelsblatt-Leser den Schrott kaufen?






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