
Handelsblatt: Herr Minerd, Sie sehen auf die Notenbanken große Probleme zukommen, wenn die Zinsen irgendwann wieder steigen. Warum?
Scott Minerd: Die Fähigkeit einer Notenbank, Preisstabilität herzustellen, basiert auf ihrer Fähigkeit, die Geldversorgung der Wirtschaft herauf- oder herunterzufahren. Und die Frage ist, ob die Notenbanken noch in der Lage sind, dem Markt Geld zu entziehen, wenn die Zinsen einmal anfangen zu steigen.
Wo liegt das Problem?
Ein Weg für eine Notenbank, Geld aus dem Markt abzuziehen, ist der Verkauf von Anleihen. Wenn aber die Zinsen steigen, fällt der Wert der Anleihen in den Büchern etwa der US-Notenbank Fed. Die Frage ist also: Sind diese Papiere dann noch genug wert, um ausreichend Geld abzuziehen?
Können Sie das illustrieren?
Wenn die Zinsen nur um einen Prozentpunkt steigen, würde dies den Wert der Anleihen in der Bilanz der Fed um rund acht Prozent oder 200 Milliarden Dollar reduzieren und das gesamte Eigenkapital der Fed auffressen.
Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.
Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.
Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.
In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.
Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.
29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.
Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.
Quelle: World Gold Council
Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.
Und was würde dann passieren?
Auf den ersten Blick würde man meinen, die Fed würde dann Kapital von der Regierung bekommen. Aber dann stellt sich die Frage: Wo nimmt die Regierung das Geld her? Sie müsste Anleihen begeben. In dem Szenario, über das wir reden, würde dies aber die Anleihekurse weiter belasten und die Fed weiter in Probleme bringen.
Aber die herrschende Meinung ist doch, dass das Kapital einer Notenbank keine große Rolle spielt, weil sie immer Geld drucken kann?
Korrekt. Aber dieses Argument zieht nur so lange, wie das wirtschaftliche Umfeld das Drucken von Geld erlaubt. In einem Umfeld, in dem man dem Markt Geld entziehen will, um die Inflation zu bekämpfen, sieht das aber anders aus.
Ist die Inflation programmiert?
Ich denke, die Chance, dass wir ohne deutlich höhere Inflation auskommen werden, ist sehr gering. Derzeit muss man annehmen, dass die Industrieländer in den nächsten 20 Jahren eine höhere Durchschnittsinflation erleben werden als in den 1960er- und 1970er-Jahren.
Wie könnten die Notenbanken gegensteuern?
Die Fed zum Beispiel könnte hingehen und ihre Assets dramatisch wertvoller machen, indem sie den Goldpreis noch oben zieht. Würde sie etwa den Goldpreis bei 10.000 Dollar je Unze festlegen, dann wäre das Gold in den Kellern der Fed wertvoll genug, um jeden im Umlauf befindlichen Dollar zu decken.

Ja genau da haengt das Problem fuer mich: ich habe eine Behinderung und bin auf meine Berufsunfaehigkeitsversicherung angewiesen. Ich werde durch diese Politik enteignet und finanziell in den Abgrund getrieben. Ich finde das unerhoert, kann mich aber schlecht wehren.
Schaeuble gehoert einmal seine fette Pension gestrichen und alle Zuwaechse fuer die Zukunft, damit er mal merkt wie das ist. Und zu Draghi oder Bernanke sage ich besser gar nichts. Einfach schrecklich.
Ich bin total schockiert.

Wie wollen die zum Goldstandard zurückkehren bei ihrem Handelsbilanzdefizit ???? Dann könnte man ja wieder Öl mit Gold handeln. Wie gleichen die aber ihr Handelsdefizit aus ???? Gold mit Wolfram strecken?

@Pigou
Sollte die FED per Goldverkauf dem Markt die Liquidität entziehen wollen, dann besorgt sie sich vorher welches, ob nun durch Preisdumping oder Verunsicherung per Goldverbot. Sicherlich werden ein paar Helden einem Goldverbot Widerstand leisten, aber was machen die, die es tonnenweise bunkern? Sie geben es gegen wenige Dollars brav bei der FED ab, falls sie es nicht irgendwie ins Ausland bringen können.
Wenn es Ziel ist, dem Markt Geld zu entziehen, wirft man dann welches durch Ankauf von Gold zu überhöhten Preisen auf die Straße?






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