Anlagestrategie

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Thomas Grüner im Interview: „Der Dax kann sich sogar vervierfachen“

Die Aktienkurse sind zuletzt kräftig gestiegen. Manch Anleger fragt sich, ob es überhaupt lohnt, jetzt noch einzusteigen. Der Vermögensverwalter Thomas Grüner glaubt, dass die Börsen-Rally gerade erst begonnen hat.

Börse in Frankfurt. Quelle: dpa
Börse in Frankfurt. Quelle: dpa

WirtschaftsWoche: Herr Grüner, das ESM-Urteil in der vergangenen Woche hat die Börse bewegt. Welche Rolle wird die Schuldenkrise in den kommenden Wochen an den Aktienmärkten spielen
Thomas Grüner: Man darf nicht außer Acht lassen, dass die Euro-Krise und die damit einhergehenden Ängste schon fast drei Jahre alt sind. Auch dadurch, dass in den vergangenen Monaten sehr oft „Alarm“ geschrien wurde, hat eine Art Gewöhnungseffekt eingesetzt – selbst wenn das Urteil in Karlsruhe zum ESM in der vergangenen Woche noch einmal für ein Highlight und ein kurzes Aufflackern des öffentlichen Interesses gesorgt hat. Dabei verstehen ja ohnehin die Allerwenigsten, worum es eigentlich geht.

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Wie meinen Sie das?

Wir erleben derzeit eine Regie der Ahnungslosen. In der öffentlichen Meinungsbildung ist ein Vakuum entstanden. Fast die komplette Sachkunde hat sich aus der Diskussion zurückgezogen. Man mag zu Investmentbankern stehen, wie man will. Doch der Sachverstand tummelt sich nun mal in den Banken, weil es deren Kerngeschäft ist, mit Geld zu handeln, auf Märkte zu reagieren und Kreditrisiken einzuschätzen. Banker stehen allerdings in der öffentlichen Wahrnehmung heute nicht besser da als Drogenbosse oder Mafiosi. Mit der Folge, dass sich die Banken und ihre führenden Köpfe verständlicherweise aus der öffentlichen Diskussion zurückgezogen haben. Es macht ja auch wenig Spaß, sich in eine Talkshow zu setzen und dort von vorneherein als mit Interessenskonflikten belasteter Lobbyist angefeindet zu werden – ohne wirklich zu Wort zu kommen. Damit ist eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Euro-Krise gar nicht mehr möglich.

Aktien für Langfrist-Anleger

  • AmBev

    Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
    Börsenwert in Millionen Euro: 81674
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
    Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

  • Apple

    Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
    Börsenwert in Millionen Euro: 428190
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

    Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

  • Baidu

    Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
    Börsenwert in Millionen Euro: 29197
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
    Dividendenrendite: keine

  • British American Tobacco

    Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
    Börsenwert in Millionen Euro: 75886
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
    Dividendenrendite: 4,6 Prozent

  • CF Industries

    Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
    Börsenwert in Millionen Euro: 11021
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
    Dividendenrendite: 0,8 Prozent

  • Deckers Outdoor

    Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
    Börsenwert in Millionen Euro: 1300
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
    Dividendenrendite: keine

  • Elekta

    Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
    Börsenwert in Millionen Euro: 3671
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

    Dividendenrendite: 1,5 Prozent

  • Kia Motors

    Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
    Börsenwert in Millionen Euro: 202557
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
    Dividendenrendite: 0,8 Prozent

  • Novo Nordisk

    Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
    Börsenwert in Millionen Euro: 67311
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
    Dividendenrendite: 1,6 Prozent

  • Millicom Cellular

    Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
    Börsenwert in Millionen Euro: 7195
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

    Dividendenrendite: 2,9 Prozent

  • Salesforce.com

    Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
    Börsenwert in Millionen Euro: 16508
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
    Dividendenrendite: keine

  • Shire

    Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
    Börsenwert in Millionen Euro: 13305
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
    Dividendenrendite: 0,5 Prozent

  • Vodafone

    Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
    Börsenwert in Millionen Euro: 106910
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
    Dividendenrendite: 6,1 Prozent

  • Williams Partners LP

    Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
    Börsenwert in Millionen Euro: 14171
    Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
    Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Die Banken tragen aber doch auch eine große Mitschuld an der Krise.

Das ist richtig – sie müssen uns da aber auch wieder rausholen. Die Politik allein wird das nicht schaffen. Das beste Beispiel ist doch die sinnlose Diskussion um die Zwangsanleihe, mit der Reiche zur Kasse gebeten werden sollen. Daran merkt man, wie wenig diejenigen, die dort diskutieren, davon verstehen.

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Inwiefern?

Diese Diskussion ist doch ein Treppenwitz. Aus den Reihen der Politik wird gefordert, dass Milliardäre zum Kauf von Anleihen zu einem Zinssatz von unter zwei Prozent gezwungen werden sollen. Daraufhin regen sich einige auf, vergessen aber – oder wissen es schlichtweg nicht -, dass derzeit ein Zinssatz zwischen ein und zwei Prozent am Markt Alltag ist und dass dieser sogar mangels Alternativen freiwillig gezahlt wird. Ein Milliardär, der derzeit in erstklassige Bonität und dazu in westliche Staatsanleihen wie etwa deutsche oder US-amerikanische anlegen will, ist froh, wenn er diese überhaupt zu zwei Prozent bekommt. Daran sieht man, wie sehr die Politik am Thema vorbeiredet und wie viel Unwissen in der ganzen Diskussion vorhanden ist.

  • 24.09.2012, 19:17 Uhrtennis

    Zualler erst haben die die staatlichen Banken - sprich Landesbanken versagt. Und dann - das Unglück kam wie so oft aus den USA und deren Investmentbannken, die u.a. Griechenland geholfen haben, einen guten Teil ihrer Staatsschulden zu verstecken. Wie kann man als Bank denn quasi ohne Bonitätsprüfung 100% eines Hauskaufs per Kredit finanzieren. Siehe auch Spanien!

  • 24.09.2012, 09:43 Uhrnichts_gelernt

    Doch der Sachverstand tummelt sich nun mal in den Banken, weil es deren Kerngeschäft ist, mit Geld zu handeln, auf Märkte zu reagieren und Kreditrisiken einzuschätzen.

    Der Satz sagt alles. Der Mann ist Banker und weiss es am besten - zumindest ist das seine Überzeugung.

    Dass er sich das eigentlich noch sagen traut, dass Banker Kreditrisiken einschätzen können......es ist genau diese Mentalität, die alles, aber auch alles kaputtmacht.

  • 24.09.2012, 04:53 Uhrgerrro

    statesman: "Bevor Frischgeld-Drucker Draghi seine Billionen gedruckt hat, war die durchschnittliche Aktienrendite der letzten 10 Jahre 3,1% p.a.

    Die neuesten Zahlen nach der Geldschwemme hat das Handelsblatt mit durchschnittlicher Rendite von 8,8% p.a. genannt."

    REAL ? Oder mit Inflation ?

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