Bert Flossbach, Vorstand und Grüner der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch, Köln
Hat Sie der Absturz an den Börsen überrascht?
Das Schuldendrama ist seit langem unser Hauptthema. Wir waren und sind durch große Edelmetallpositionen und eine qualitätsorientierte Aktienauswahl (Schwerpunkt Konjunkturstabile Titel) sowie eine Kasseposition diversifiziert und flexibel aufgestellt. Wann der Einbruch kommt weiß man nie, nur wenn es soweit ist, dann heftig.
Ist der Aufschwung vorbei? Droht gar eine neue Weltwirtschaftskrise?
Der Aufschwung war künstlich überzogen, ein Rückgang unvermeidlich, eine Weltrezession wird durch neue kreditfinanzierte Programme weiter verhindert.
Wie haben Sie umgeschichtet?
Wir waren vorbereitet, haben in den Monaten vor dem Crash nur einige Anpassungen vorgenommen, wie eine Erhöhung der Goldquote oder der defensiven Konsumtitel.
Wie sieht Ihre langfristige Anlagestrategie aus?
Wir halten unsere Anlagestrategie logischerweise bei, bleiben aber flexibel bezüglich Änderungen des Anlageumfelds. Unsere Kunden tragen die Strategie. Abgesehen von reinen Aktienmandaten sind die Depots seit Jahresanfang im Plus. Wir haben in den letzten Jahren kontinuierlich neue Kunden gewonnen und sehen uns als unabhängige Instanz perfekt positioniert, um das Beste aus der sehr komplexen Entwicklung zu machen.
Wird der Goldpreis noch weiter steigen?
Der Goldpreis wird weiter steigen, Staatsanleihen bieten keinen Inflationsschutz mehr und bei Aktien ist eine qualitätsorientierte Auswahl entscheidend.
Wie sollte ein Musterdepot aktuell aussehen?
Eine allgemeingültige Strategie kann man in diesem Umfeld logischerweise nicht geben. Der "Multiple Opportunities Fonds" ist derzeit mit 36 Prozent in Aktien (brutto 56), 21 Prozent in Edelmetalle und 10 Prozent in Bonds und Convertibles investiert. Der Rest ist Cash auf Abruf.