
NEU DELHI. Ein wahrer "Goldrausch" - so beschreiben Experten das Geschehen im vergangenen Jahr an Indiens Börse. Die Aktienkurse stiegen um durchschnittlich 90 Prozent. Selbst unerfahrene Kleinanleger konnten eigentlich kaum etwas falsch machen.
Doch die bequemen Zeiten sind erst einmal vorbei. Indiens Inflation ist bedrohlich hoch, der Staat weist ein hohes Haushaltsdefizit auf und auch die Euro-Krise drückt auf die Stimmung an der indischen Börse. Seit Januar schwanken die Kurse heftig - mit fallender Tendenz.
Anleger, die jetzt kurzfristig einsteigen wollen, brauchen starke Nerven und Mut zum Risiko. Für längerfristig orientierte Anleger, die bereit sind, sich gut über den Markt zu informieren, ist und bleibt Indien allerdings ein sehr attraktives Ziel. So ist es eines der wenigen Länder, denen die OECD für 2011 sogar ein höheres Wirtschaftswachstum voraussagt als in diesem Jahr. In Zahlen: 8,5 Prozent nach 8,3 Prozent. Damit ist der Trend in Indien sogar besser als in China, wo die OECD 2011 von einer rückläufigen Wachstumsrate ausgeht.
Zwar hat die Regierung in Neu-Delhi bisher beim Tempo der Wirtschaftsreformen enttäuscht. Trotzdem ist die Euphorie der Kapitalmärkte ungebrochen. Denn Indiens Unternehmen können auf zwei große Wachstumstreiber bauen: die extrem junge Bevölkerung, beinah ein Drittel der Inder ist unter 15 Jahre alt. Und eine optimistisch gestimmte Mittelschicht von rund 300 Millionen Menschen, die ihr steigendes Einkommen mit beiden Händen für Konsum ausgibt.
Indien besitze den enormen Vorteil, dass sein Wachstum auf heimischer Nachfrage basiere, sagt Chanda Kochhar, Chefin der größten indischen Privatbank ICICI. Die globale Wirtschaftskrise hat dieses Plus voll zur Geltung gebracht. Indiens vergleichsweise geringe Abhängigkeit vom Export war ein zentraler Grund dafür, warum es die Schockwellen aus den USA und Europa so gut überstanden hat.
Ein renditeträchtiger Markt
Robert Kalin, Indienexperte des Fondsanbieters DWS der Deutschen Bank, ist deshalb zuversichtlich, dass auch die Euro-Krise allenfalls kurzzeitig auf die Stimmung an der Börse in Bombay drücken wird. Nur wenige Branchen wie Pharma und die IT-Dienstleister würden einen neuerlichen Nachfrageeinbruch in Europa stärker spüren. "Es kann ein paar Wochen oder Monate dauern, bis das Vertrauen zurückkehrt", sagt Kalin. Doch langfristig sei Indien einer der renditeträchtigsten Märkte. Vikram Kotak, Investmentvorstand des indischen Lebensversicherers Birla Sun, teilt diesen Optimismus. Der aktuelle Rückzug der Anleger aus indischen Aktien sei eine Überreaktion.
Die jüngsten Kursverluste haben freilich auch ihr Gutes. Indische Aktien sind billiger geworden. Der Börsenindex Nifty hat seit dem Jahreshöchststand Anfang April rund zehn Prozent seines Wertes verloren. Zwar sind indische Firmen gemessen an ihren Gewinnen deshalb noch keine Schnäppchen. Ihr durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt aktuell bei 15. Damit liegt Indien deutlich über den Werten in Brasilien und Russland. Doch der Vergleich hinkt. Denn in Brasilien und Russland haben Rohstoffaktien an der Börse ein viel höheres Gewicht. Und deren Kurs-Gewinn-Verhältnis ist traditionell niedrig.
Die Schweizer Bank UBS erwartet deshalb, dass die aktuelle Schwächepause in Indien nur temporär sein wird und die Aktienkurse bis Jahresende auf das 17-fache der Unternehmensgewinne steigen. Auch DWS-Experte Kalin sieht noch Luft nach oben. Der Nifty-Index werde Ende 2010 um bis zu 20 Prozent über dem aktuellen Wert liegen.
Doch auch die Risiken sollen nicht verschwiegen werden. Dazu zählt zunächst die bedrohlich hohe Inflation in Indien - die höchste in ganz Asien. Indiens Zentralbank wird deutlich die Zinsen anheben müssen, um sie in den Griff zu bekommen. Je größer die Zinsschritte ausfallen, desto mehr wirkt das dämpfend auf die Kurse.
Aktien fallen unter Eröffnungskurs
Ein weiteres Risiko: das hohe Haushaltsdefizit. Zwar ist Indien anders als etwa Griechenland kaum im Ausland verschuldet. Dennoch muss die Regierung ihre Konjunkturprogramme zurückfahren und die Anteile der vielen indischen Staatsfirmen an die Börse bringen, um ihre Einnahmen aufzubessern.
Ordnungspolitisch ist das löblich. Aber für Anleger ist das ein Warnsignal. Denn die Flut neuer Aktien trifft auf eine begrenzte Nachfrage und verwässert das Kursniveau. Drei Viertel der Aktienwerte, die in den vergangenen zwei Monaten auf den Markt kamen, sind unter ihren Eröffnungskurs gefallen.
So raten Analysten Anlegern dazu, selektiv vorzugehen. DWS-Experte Kalin empfiehlt die Aktien von Infrastrukturunternehmen. Die Regierung will mit Milliardeninvestitionen das Verkehrsnetz und die Energieversorgung ausbauen. Lalit Thakkar, Geschäftsführer Research des Vermögensverwalters Angel Broking in Bombay, rät zu ausgewählten Banken wie ICICI und Automobilzulieferern. Und eine kürzlich von der Wirtschaftsberatung Ernst & Young veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Indiens Autoindustrie auch international ein Faktor wird - mit Exporterlösen von bis zu 42 Mrd. Dollar im Jahr 2016.
In der aktuellen Anlegerakademie bereisen wir die Emerging Markets. In der nächsten Folge berichten wir aus Mexiko.
india,s emerging infrastructure sector growing new tall buildings .expanding 0f grand trunk G.T ROAD .emerging new education institutions .expanding of telecommunication in to the remote areas. Especially broadband .and increasing of mobile users, technical’s and nurses medical college are emerging as mushrooms we have not seen this in past .so this show new india
indien - es ist vorbei? Der Author kennt indien vielleicht nur aus buechern und hat leider "null" Ahnung. ich habe einige Jahre in indien gelebt und einen Ableger eines deutschen Konzerns in indien geleitet. indien ist noch ganz am Anfang des Aufschwungs. Der breite Konsum setzt erst gerade ein. Mehr muss man darueber gar nicht sagen. indien ist ein Garant fuer gute Renditen.





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