
Handelsblatt: Herr Schweitzer, was sind Sie für ein Anlegertyp? Investieren Sie auch privat nur in Müll?
Axel Schweitzer: Da muss ich natürlich sofort entgegnen, dass wir nicht von Müll, sondern von Wertstoffen sprechen. Auch bei privaten Investments muss ich vom strategischen Ansatz und dem Markt überzeugt sein.
Wie erklären Sie den rasanten Kursanstieg der Interseroh-Aktie in den vergangenen zehn Jahren?
Als Recyclingunternehmen profitieren wir von dem langfristigen Trend steigender Rohstoffpreise und sinkender Ressourcen. Dazu kommt, dass durch unsere Aktivitäten der CO2-Ausstoß massiv gesenkt wird. Die Kombination aus Rohstofflieferant und Umweltdienstleistungen ist für mich einer der Wachstumstrends der Zukunft.
Aber gerade die Rohstoffmärkte hat die Krise doch hart erwischt.
Das stimmt, und die Krise ist auch noch nicht vorbei. Aber wenn wir uns den mittel- bis langfristigen Zyklus angucken, wird es auf den Rohstoffmärkten weiter nach oben gehen.
Gibt es besondere Ereignisse im Zusammenhang mit der Kursentwicklung der Interseroh-Aktie in den letzten Jahren, and die sie sich noch besonders erinnern?
Da fällt mir spontan der 23. Januar 2009 ein. An diesem Tag mussten wir das erste Mal eine Gewinnwarnung herausgeben, trotzdem ist der Aktienkurs gestiegen. Offensichtlich hat man uns vertraut, dass Interseroh gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgehen wird. Und wir haben ja auch im 3. Quartal 2009 wieder den Sprung in die Gewinnzone geschafft!
Sie haben mal gesagt: Wir wagen zu wenig. Was haben Sie für die nächsten Jahre geplant?
Eine der größten Herausforderungen für uns wird es sein, weitere Schritte nach Asien zu gehen, insbesondere unser China-Geschäft auszubauen. Als Rohstofflieferant sehen wir dort eine Riesenchance, aber es wird auch anspruchsvoll, schon weil die kulturellen Unterschiede sehr groß sind.
China koennte sich bald als boese Ueberrschung herausstellen. Auch wenn Muell-Recycling Rohstoffe spart, nuetzt das nichts, wenn die grade hochgejubelte Nachfrage wieder einbricht. China ist aber in weiten Teilen eine kreditfinanzierte blase, mehrfach grosser als die US-blase je war. http://crisismaven.wordpress.com/2010/02/13/bloom-of-doom-vi-will-china-survive-the-crisis/
China, dieses Puzzle aus allem und einer Schrift für Ästheten ist selbst für viele Chinesen ein Niemandland. Natürlich sind dort Chancen über Chancen, nur sollte ein investor zumindest einen Kurs in Kultur im Land und einen versierten Sinologen dabei haben. Ein falsches Wort, eine dumme, westliche Geste - und ein Chinese lächelt dich ins Aus. Westerwelle ließ seinen Lebenspartner vortreten zum Händeschätteln. Das ist so ein beispiel. Tödlich. Gesicht genommen. Mir persönlich ist da brasilien lieber, weil mit das südliche Afrika zu mysthisch ist und obwohl ich die Chinesen zweimal und längere Zeit besuchen durfte. Die Küche ist phantastisch, und die Kultur eine der ältesten der Welt. "Dafür" hat brasilien Natur und Coracon, Samba und Erotic und Musik! Das mag einen Geldmann nicht reizen, aber was ist schon Geld? Man kann es drucken - wenn du einen Freund hast, langt eine Suppe, aber Lebenssinn ist kein Spekulationsobjekt auf Rohstoffe. Sorry. Da hab ich mich jetzt aber etwas verflogen, oder? bP





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