
DÜSSELDORF. Einen vertrauenswürdigeren Fürsprecher kann es für ein Anlageprodukt kaum geben: Selbst die Bundesbank empfiehlt mittlerweile börsengehandelte Indexfonds. Für ihren aktuellen Monatsbericht haben sich die Notenbanker, die über jeden Verdacht des Lobbyismus erhaben sind, verschiedene Anlageprodukte angeschaut. Die sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs), die einen Börsenindex passiv abbilden, kamen dabei gut weg – vor allem, weil sie im Vergleich zu aktiv gemanagten Investmentfonds als äußerst günstig gelten.
„Das aktive Management ähnelt einem Nullsummenspiel“, schreiben die Währungshüter. Ein Nullsummenspiel, bei dem der Gewinn des Einen der Verlust des Anderen sei: Die Summe der Gewinne aller Investoren relativ zum passiven Vergleichsportfolio betrage nämlich null – und das vor den Kosten, die das aktive Management verursacht. Nach Kosten sei die Gesamtrendite aller aktiven Portfolios also geringer als die des passiven Portfolios.
Günstige Gebühren
Die Bundesbanker warnen Investoren davor, „die entscheidende Rolle der Kostenstruktur“ zu vernachlässigen. Bei den Gebühren haben ETFs gegenüber aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. ETFs bilden einen Vergleichsindex eins zu eins nach. Einen Portfoliomanager brauchen diese Fonds nicht, weshalb im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds deutlich niedrigere Kosten anfallen. Ein iShares-Papier auf den Dax weist beispielsweise 0,15 Prozent an Verwaltungsgebühren aus. Für aktive Fonds zahlen Anleger im Schnitt eine Managementgebühr von etwa 1,5 Prozent. Auch bei den Kaufgebühren punkten ETFs: Es fallen keine Ausgabeaufschläge an. Für aktive Fonds zahlen Investoren dagegen Ausgabeaufschläge von bis zu fünf Prozent.
Für Anleger ein schlechtes Geschäft. Zumal viele Experten schon lange gebetsmühlenartig wiederholen, dass nur die wenigsten Fondsmanager ihren Vergleichsindex schlagen – schon gar nicht langfristig. Und niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die derzeit Besten ihrer Zunft auch künftig das richtige Gespür für die Märkte haben werden. Deshalb ist Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg überzeugt: „Wer passiv investiert, investiert langfristig erfolgreicher.“ Das würden zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen.
Anleger müssen sich also genau überlegen, ob sie ihr Geld einem Fondsmanager anvertrauen, der die Aktien- oder Anleihenauswahl für sie übernimmt, oder lieber einfach auf Indizes setzen.




