
KAPSTADT. Das Warten ist vorüber, die Party kann beginnen! Gestern wurde in dem für 350 Millionen Euro umgebauten Stadion von Johannesburg das größte Fußballfest der Welt eröffnet – zum ersten Mal auf afrikanischem Boden. 49 Millionen Südafrikaner haben seit Jahren auf diesen Moment hingefiebert. Schließlich gilt die Fußball-WM hier noch immer als größter wirtschaftlicher Hoffnungsträger seit dem Ende der Apartheid vor 16 Jahren. Dass nun deutlich weniger Besucher kommen als erwartet, hat allerdings für Ernüchterung gesorgt. Die Johannesburger Börse (JSE) spiegelt das Auf und Ab der Erwartungen exemplarisch wider: Nachdem das Kursbarometer noch im April mit fast 30 000 Punkten auf seinen höchsten Stand in fast zwei Jahren geklettert war und nur noch zehn Prozent unter dem Allzeithoch vom Mai 2008 lag, ist die JSE um knapp zehn Prozent gefallen.
Obwohl sportlich wie politisch längst nicht alles am Kap rund läuft, hat sich die Wirtschaft zuletzt besser geschlagen als das Fußballteam der Bafanas, das in der Fifa-Weltrangliste inzwischen auf Rang 83 abgerutscht ist – so tief wie noch nie ein WM-Gastgeber zuvor. Die Wirtschaft des Landes wuchs im ersten Quartal 2010 um unerwartet hohe 4,6 Prozent. Besonders erfreulich ist, dass alle Branchen zulegen konnten, selbst der Einzelhandel und der wichtige Minensektor, der sogar um satte 15,4 Prozent wuchs. Ökonomen rechnen damit, dass die WM am Ende rund 0,5 Prozent zum Wirtschaftswachstum am Kap beisteuern könnte, das dieses Jahr von den meisten Experten auf rund drei Prozent geschätzt wird.
Wohl in Erwartung der WM waren 2009 netto rund 83 Mrd. Rand (8,7 Mrd. Euro) ans Kap geflossen – nach einem Abfluss von 67 Mrd. Rand im Jahr zuvor. Für 2010 wird vor allem wegen der vergleichsweise hohen Zinsen ein weiterer Zufluss erwartet, was die Landeswährung Rand bereits jetzt auf einem extrem hohen Niveau hält und die Ausfuhr von Rohstoffen und Industriegütern beträchtlich verteuert. Die vergleichsweise hohen Zinsen am Kap machen es für ausländische Investoren ausgesprochen attraktiv, günstig Geld in Euro oder Yen aufzunehmen und wegen der höheren Zinsen in Südafrika zu investieren. Zehnjährige Staatsanleihen rentieren derzeit mit fast neun Prozent.
Bei Anlegern ist Südafrika vor allem wegen seines Rohstoffreichtums beliebt. Das Land, dessen Volkswirtschaft weltweit auf Platz 24 rangiert, ist der mit Abstand größte Förderer von Platin und Chrom – aber auch im Goldsektor noch immer ein Schwergewicht, auch wenn das Land inzwischen hinter China, die USA und Australien auf Rang vier zurückgefallen ist. Anleger, die ihr Geld vor zehn Jahren an der JSE anlegten, konnten den Wert ihrer Investition bis heute auf Dollarbasis gerechnet etwa verdreifachen.
Dennoch sind die Aussichten der Wirtschaft nach Ansicht südafrikanischer Analysten weniger rosig, als die vielen Studien der internationalen Finanzhäuser zum WM-Gastgeber Glauben machen. Vor allem die Goldförderer, deren Kosten in Rand anfallen, haben angesichts der massiven Aufwertung der Landeswährung kaum Nutzen aus dem hohen Preis des gelben Metalls gezogen.
Guten Tag,.... Als Viele von uns noch "Jung und Schoen" waren, war der Rand 2 DM wert. Die Weissen packten so langsam ihre Koffer und ab 17 Uhr musste man den 45ger zum Spaziergang in Jo-burg mitnehmen. Es ist heute schlimmer denn je. Dies hat wenig mit Schwarz oder Weiss zu tun. Es hat etwas mit Armut zu tun. Wenn Sie in Suedafrika bei bly, Anglo, oder Driefontein sehen wuerden unter welchen bedingungen dies armen Teufel schufften; Wer weiss ob Sie dann auch noch so reden wuerden. Afrika ist und bleibt TiEFSCHWARZ. besten Dank





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