Anlegerakademie

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Zusatzversicherung: Besser vorsorgen für den Ernstfall

Die Menschen werden immer älter und damit steigt auch die Zahl der Pflegebedürftigen. Doch das Thema Pflege vernachlässigen viele. Dabei dürfte das Ersparte in den wenigstens Fällen ausreichen. Wie man vorsorgt.

Eine gehbehinderte alte Dame sitzt im Flur eines Berliner Seniorenheimes. Quelle: ZBSP
Eine gehbehinderte alte Dame sitzt im Flur eines Berliner Seniorenheimes. Quelle: ZBSP

DüsseldorfDas Schicksal von Rudi Assauer bewegt die Republik. Der geistige Verfall eines Menschen, der noch vor nicht allzu langer Zeit fit wirkte, schockiert. Und er macht bewusst, wie schnell man auf die Hilfe angewiesen sein kann. Demenzkranke müssen betreut, später auch gepflegt werden.

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Wer krank oder gar ein Pflegefall ist, will gut versorgt sein. Doch das ist teuer. „Die gesetzlichen Leistungen reichen heute schon nicht mehr aus“, sagt Christian Arns von der Debeka. „Die Menschen werden immer älter, damit gibt es auch immer mehr Pflegefälle. Das können die Sozialkassen gar nicht schultern.“ Bereits heute gebe es immer weniger Einzahler, aber immer mehr Pflegebedürftige. Tendenz steigend.

Wer in Deutschland krankenversichert ist, der muss auch das Risiko Pflege absichern. Nach dem Grundsatz „die Pflegeversicherung folgt der Krankenversicherung“ sind privat Versicherte in der privaten Pflegepflichtversicherung und gesetzlich Versicherte in der sozialen Pflegepflichtversicherung. Doch egal, ob privat oder gesetzlich – die Leistungen sind die gleichen. Für die stationäre, teilstationäre oder häusliche Pflege gibt es maximal 1550 Euro im Monat.

„Ein Heimplatz kostet im Schnitt 3266 Euro, da deckt die Pflegestufe III der gesetzlichen Versicherung gerade mal die Hälfte ab“, sagt Dirk Lullies vom Verband der privaten Krankenversicherung. Das Ersparte dürfte in den wenigsten Fällen ausreichen. „Jeder sollte eine private Pflegeversicherung haben, denn die gesetzliche Pflegepflichtversicherung bietet nur einen Teilkaskoschutz – sie ist gedeckelt“, so Lullis. Im Pflegefall klaffe immer eine finanzielle Lücke.

Pflegebedürftig

  • Pflegestufe I

    Die Pflegestufen und sind gesetzlich festgeschrieben. Als erheblich pflegebedürftig gilt, wer mindestens einmal täglich Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen – wie es im Beamtendeutsch heißt – benötigt. Gemeint sind etwa das Ankleiden oder aber die Nahrungsaufnahme. In der ambulanten Pflege sind 61 Prozent der Patienten in Pflegestufe I eingeteilt, in der stationären Pflege 40 Prozent.

  • Maximale Erstattung

    Die Leistungen der Pflegeversicherung sind per Gesetz festgeschrieben. Für stationäre Pflege gibt es in Stufe I 1023 Euro, für teilstationäre Pflege und häusliche Pflegehilfe durch zugelassene Pflegedienste 450 Euro oder eine Zahlung eines Pflegegeldes für die Betreuung durch Pflegepersonen (beispielsweise Angehörige) 235 Euro.

  • Pflegestufe II

    Schwerpflegebedürftige benötigen mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Zeiten pflegerische Hilfe. In der ambulanten Pflege sind 30 Prozent der Patienten in Pflegestufe I eingeteilt, in der stationären Pflege 40 Prozent.

  • Maximale Erstattung

    Für stationäre Pflege von Schwerpflegebedürftigen gibt es 1279 Euro, für teilstationäre Pflege und häusliche Pflegehilfe durch zugelassene Pflegedienste 1100 Euro oder eine Zahlung eines Pflegegeldes für die Betreuung durch Pflegepersonen 440 Euro.

  • Pflegestufe III

    Schwerstpflegebedürftige müssen rund um die Uhr gepflegt werden – auch nachts. In der ambulanten Pflege sind neun Prozent der Patienten in Pflegestufe I eingeteilt, in der stationären Pflege 20 Prozent.

  • Maximale Erstattung

    Für stationäre Pflege gibt es in Stufe III 1550 Euro, für teilstationäre Pflege und häusliche Pflegehilfe durch zugelassene Pflegedienste 1550 Euro oder eine Zahlung eines Pflegegeldes für die Betreuung durch Pflegepersonen (beispielsweise Angehörige) 700 Euro.

Zwar arbeitet die Regierungskoalition aktuell an einer Reform der Pflege – es soll mehr Geld geben – aber das ändert nichts daran, dass der Staat vom Betroffenen eine finanzielle Beteiligung erwartet. Kann der Pflegebedürftige dies nicht leisten, müssen seine Angehörigen einspringen, zur Not auch das Sozialamt.

  • 17.02.2012, 13:12 UhrproLINKS

    Meinen Glückwunsch an die Wirtschaftslobby! Dieser Artikel ist wieder einmal eine kostenlose Werbung für die Versicherungswirtschaft!

    Die Rentenlücke soll privat versichert werden, die Lücke der Pflegeversicherung soll privat versichert werden und im Gesundheitssystem sollen wir auch noch privat vorsorgen.

    Nun sollte jeder wissen, dass Versicherungen dies nicht aus reiner Menschlichkeit anbieten, sondern damit ihren Umsatz und ihre Gewinne steigern wollen!

    Wenn die Pflegekosten steigen, müssen eben die Pflegebeiträge angehoben werden. Ob ich jetzt privat monatlich von meinem Netto 100 EUR abziehe oder ob ich 100 EUR von meinem Bruttolohn abziehe, ist für einen Arbeitnehmer ein großer Unterschied.

    Denn werden die gesetzlichen Beiträge angehoben, muss auch der Arbeitgeber seinen Anteil erhöhen. Das Risiko einer späteren Pflege wird solidarisch geteilt. Immerhin trägt die tägliche Arbeit unter Umständen auch mit zur Pflegebedüftigkeit bei.

    Dadurch dass der Arbeitgeber ebenfalls mit an den Erhöhungen beteiligt ist, werden sich Regierungen hüten, die Beiträge zügellos anzuheben. Muss der Arbeitnehmer allein privat vorsorgen, interessiert es keinen Verantwortlichen mehr, wieviel ihm die Versicherungen aus der Tasche ziehen!

    Als letztes sei noch die private Krankenversicherung als Beispiel genannt. Es zeigt sich deutlich, dass immer mehr gut- und besserverdienende in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, da sie die extrem hohen Beiträge der privaten Krankenversicherung im Alter fürchten.

    Private Versicherungen bedeuten auch immer kapitalgedeckte Versicherungen, welche in den letzten 10 Jahre riesige Probleme haben, das Kapital so anzulegen, dass sich überhaupt der reale inflationsbereinigte Gegenwert erhalten lässt.

    Darum boykottieren sie die Abzocke der privaten Versicherungen und kämpfen sie für den Erhalt der staatlichen Sozialsystem.

  • 17.02.2012, 13:46 UhrRechtundGesetz

    Da wollen wir doch gleich mal Wasser in dieses euphorische Feuer der privaten Versicherungs Lobbyisten hier, gießen.

    Die private Vorsorge ist auch nicht mehr das was man einmal von ihr erwartet hat.

    Bin Rentner und habe zusätzlich eine private Rentenversicherung als zusätzliche
    Altersvorsorge abgeschlossen.

    Seit 5 Jahren bekomme ich eine private Rente da um etwas besser da zu stehen und nicht nur auf die gesetzliche Rentenversicherung angewiesen zu sein. Um etwas mehr zu haben falls mal solche Dinge anstehen, wie Pflegekosten ect. im Alter.

    Leider muss ich mit Befremden feststellen, dass diese private Zusatzversorgung auch nicht das Dotter vom Ei ist.
    Denn seit fünf Jahren gab es keine Rentenerhöhung dort mehr.
    Früher war die Rentenerhöhung dort jährlich 3 %.
    Ich muss feststellen, dass die gesetzliche Rente in dieser Zeit schon mehrmals ein Erhöhung hatte.

    Es handelt sich hierum die Signal-Iduna Renten-Versicherung.

    Offensichtlich habe ich dort mein Geld nicht gut angelegt.
    Man muss wohl die jungen Menschen warnen und sagen, dass sie es sich dreimal gut überlegen sollen in eine private Vorsorge zu investieren.

    Es gibt mit Sicherheit bessere Anlagemöglichkeiten als diesen Betreibern von Versicherungen sein Geld hint her zu werfen, ihnen sozusagen Zinslose Darlehen zu geben von denen man dann eine sehr schlechte Rendite zu erwarten hat.

    Denn versprechen können sich nichts und tun auch nichts ausser wie in meinem Falle schlecht wirtschaften.

    Hauptsache erstmal Geld von den Versicherten einzufordern und wenn es dann ans Rentenzahlen geht siehts doch sehr dürftig aus.
    Seit also vorsichtig mit Versicherungen.
    Es sind meist schlecht wirtschaftende Geldeinsammler die nicht nur das Interesse des Versicherten im Auge haben dürften, sondern ihren eigenen guten Profit im Fokus haben.

  • 17.02.2012, 14:11 UhrIch

    @ RechtundGesetz

    Deshalb muss man die AVB´s genau prüfen - denn Versicherung ist nicht gleich Versicherung! Zu den Kosten muss gesagt sein, dass es in der Zwischenzeit auch die Vermittlung auf Honorarbasis gibt - hier erhalten Sie sogannte "Netto-Tarife" die auf die Zahlung von Provisionen an Vermittler verzichten! Der Kunde bezahlt eine ehrliche Beratung ohne Gefahr zu laufen, dass der Berater von der Provisionshöhe eines bestimmten Produktes beeinflusst wird!

    @ proLINKS

    Ich hoffe, dass Ihr Name nicht´s mit Kommunismuss zu tun hat - dieser hat nämlich kläglich versagt! Die Sozialen Sicherungssysteme sind nie als Vollkaskoschutz zu sehen! Jeder Mensch ist letzten Endes für sich selbst verantwortlich. Diese Tatsache wollen aber viele nicht wahrhaben, da Sie sich vor Verantwortung fürchten und lieber unseren gar so ehrlichen Staat alles machen lassen!? Sie wissen schon, dass unser Geld beim Staat auch nicht wirklich sicher ist, da hier aus politischem Kalkül gerne Gelder veruntreut werden! Auch hier der Hinweis auf die Honorarberatung, die den Menschen Tarife ohne Kosten anbieten können und für Ihre Leistung wie z.B. ein Steuerberater oder Rechtsanwalt entlohnt werden!

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