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Anleiheauktionen: Italien und Spanien lassen Euro-Anleger jubeln

In der europäischen Schuldenkrise gibt es neue Hoffnung. Ohne jede Probleme nahmen Italien und Spanien am Anleihemarkt Milliarden auf – und das deutlich billiger als gedacht. Dax und Euro treibt das nach oben.

DüsseldorfDer erste große Stresstest am europäischen Anleihemarkt ist überraschend positiv verlaufen. Spanien verkaufte bei einer Anleiheauktion dreijährige Papiere im Wert von 9,98 Milliarden Euro - fast doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Außerdem musste das Land deutlich weniger Zinsen bezahlen als bei der letzten vergleichbaren Auktion. Die Durchschnittsrendite der Anleihen mit Laufzeit bis Juni 2015 lag bei 3,38 Prozent. Im Dezember hatte Spanien für 2015 auslaufende Bonds noch 5,18 Prozent zahlen müssen.

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Einen großen Erfolg feierte auch Italien. Das Land verkauft wie geplant kürzer laufende Papiere im Wert von zwölf Milliarden Euro und konnte sich über einen regelrechten Zinssturz freuen. 8,5 Milliarden Euro nahm Italien über einjährige Schatzanweisungen auf, für die eine Rendite von 2,735 Prozent bezahlt wurde. Das ist weniger als die Hälfte dessen, was Italien Gläubigern bei der letzten vergleichbaren Auktion hatte bieten müssen. Im Dezember lag die Rendite noch bei 5,952 Prozent. Weitere 3,5 Milliarden Euro nahm das Land mit dem Verkauf von Titeln mit 136 Tagen Laufzeit ein. Hier sank die Rendite von 3,25 auf 1,644 Prozent, den niedrigsten Stand seit einem halben Jahr.

An den Märkten wurden die Emissionserfolge der Peripheriestaaten mit deutlichen Kurssteigerungen gefeiert. Der Deutsche Aktienindex baute seine leichten Gewinne aus dem frühen Handel aus und stieg in der Spitze um 1,7 Prozent auf 6.256 Punkte. Vor allem Bankaktien konnten kräftig zulegen. Der Euro stieg auf 1,2765 Dollar, nachdem er am Morgen zeitweise noch unter 1,27 Dollar gelegen hatte. Die Rendite spanischer Staatsanleihen sank um 22 Basispunkte auf 5,03 Prozent, italienische Anleihen mit gleicher Laufzeit rentierten mit 6,56 Prozent 38 Basispunkte niedriger als am Vortag. Zu Beginn der Woche hatte die Rendite zeitweise noch über sieben Prozent gelegen.

Auch die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) fielen: Fünfjährige Swaps zur Versicherung von spanischen Staatsanleihen gingen um 17 Basispunkte zurück. Damit beliefen sich die Kosten für die Versicherung von Anleihen über zehn Millionen Euro auf 395.000 Euro. Die CDS Italiens kosteten mit 490.000 Euro gut 25.000 Euro weniger.

Staatsfinanzierung Der Billionenhunger europäischer Staaten

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Die Auktionen am Donnerstag bilden den Auftakt für eine Reihe von Milliarden-Emissionen aus Peripherie-Staaten. Allein Italien muss im ersten Quartal Kredite im Wert von rund 150 Milliarden Euro aufnehmen. Schon am Freitag will das Land den Kapitalmarkt erneut anzapfen. Dann sollen fünfjährige Anleihen im Wert von bis zu 4,75 Milliarden Euro verkauft werden.

Italien und Spanien waren in den vergangenen Monaten in den Fokus der Märkte geraten. Die Investoren fürchteten, dass die beiden Länder in den Sog der europäischen Schuldenkrise gezogen werden und sich womöglich am Kapitalmarkt nicht mehr finanzieren könnten – ein Schicksal, das in der Euro-Zone bereits Griechenland, Portugal und Irland ereilt hat. Anders als bei diesen kleineren Staaten wäre der gemeinsame Rettungsschirm der Euro-Zone mit einer Rettung von Spanien und vor allem Italien aber wohl überfordert.

Italien bereitet den Märkten insbesondere mit seiner immensen Staatsverschuldung Sorgen, die bei 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt. Außerdem leidet das Land unter einer chronischen Wachstumsschwäche, die sich nun zu einer Rezession auszuweiten droht. In Spanien ist die Schuldenquote mit 60 Prozent des BIP noch vergleichweise niedrig. Dafür weist das Land ein gewaltiges Haushaltsdefizit und eine Arbeitslosenquote von mehr als 20 Prozent auf.   

  • 13.01.2012, 12:31 UhrAnonymer Benutzer: Humanist

    "Dann sind wir mit dem Euro über den Berg, nicht jedoch mit der Staatsverschuldung", wäre schön, ist aber völlig falsch: Die Staatsverschuldung ist ja das Problem des Euro. Ihre Höhe wird für den gesamten Währungsraum officiell mit rd. 7 Bio. Euro angegeben - eine Schnapszahl? Allein die BRD hat mit über 2,0 Bio. Euro aus aufgenommenen Krediten (ohne Euro- Rettungsschirme) und rd. 5,0 Bio. Euro staatlichen Verplichtungen gegenüber den Sozialkassen (1,0 Bio. Euro allein an Pensionen für zukünftige Pensionäre) Gesamtverbindlichkeiten von 7,0 Bio. Euro. Allein daraus wird deutlich, daß bei noch miserablerer Buchführung in anderen Ländern die oben genannten Zahlen für die gesamte EU "gesponsort" sind. Da kann man doch nur noch raten, wann uns die Inflation aus der Klemme hilft.

  • 13.01.2012, 12:06 UhrAnonymer Benutzer: Humanist

    Börsengurus haben Augen und Ohren überall. Sie sehen und hören vor allem aber, was alle hören und sehen könnten, wenn sie es nur etwas konzentriert tun: Die Euro-Krise ist die konsequente und vorhersehbare Folge der Entscheidung von 1999, ohne vorherige verbindliche Koordinierung der Wirtschafts-, Finanz- und Abgabenpolitik in den Ländern, den Euro als Gemeinschaftswährung einzuführen. Sie kann also nur beendet werden, wenn diese Entscheidung rückgängig gemacht wird, wozu aber die Politik nicht in der Lage ist und weshalb auch mit Argusaugen darauf geachtet wird, Volksbefragungen zu vermeiden. Denn die Politik hat sich längst zu entgegengesetzten Maßnahmen entschieden: Eurobonds, ERS, Euro-Inflationierung. Und was die EZB jetzt veranstaltet, ist doch schon das Ziel, denn ihre Unabhängigkeit hat sie schon lange verloren. Und wenn Merkozy sich mit bereits reichlich gescheiterten Maßnahmen aufbläst, dann nur zur Wählerberuhigung: Vielleicht reicht´s ja wieder für die nächsten vier Jahre.

  • 12.01.2012, 22:35 UhrMary

    Streuble will im Nachtragshaushalt 2012 4,3 Milliarden für den ESM einstellen- lächerlich.Die 470 Milliarden Energiewende ist interpöliert auch nicht eingestellt.Da die Atommeiler abgeschalte bleiben ist das Defizit durch Vergleich der Zuwachskosten und Wegfallkosten, ca 12%, auch nicht eingestellt. Das Defizit Pensionen ist interpöliert auch nicht eingestellt. der 4% Unterschied zwischen Wirtschaftsrecht und Kamaralistik ist auch nicht eingestellt.Soll Herr Streuble mal die schwäbische Hausfrau fragen und ein Reserveh aufbauen bis März.

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