Anleihen

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Anleiheauktionen: Spanien bekommt Unterstützung am Kapitalmarkt

Langlaufende spanische Anleihen waren am Donnerstag sehr gefragt. Das südeuropäische Land musste in kurzfristig angesetzten Auktionen weniger Zinsen zahlen als zuletzt. Bundesanleihen verlieren dagegen an Attraktivität.

Eine Spanische Flagge in Madrid. Spanische Anleihen legen vor der Auktion zu. Quelle: dapd
Eine Spanische Flagge in Madrid. Spanische Anleihen legen vor der Auktion zu. Quelle: dapd

FrankfurtBei Sonderauktionen hat Spanien am Donnerstag langlaufende Anleihen im Wert von insgesamt 803 Millionen Euro vergeben. Dabei waren die Zinsen durchweg niedriger als im Februar. Nachdem Anleger zuletzt wieder stärker auf spanische Papiere gesetzt hatten, wagte sich das Land spontan mit einem Dreierpack langlaufender Titel an den Markt. Der Plan ging auf, auch wenn ein vergleichsweise geringes Volumen in die Staatskasse floss: Die Nachfrage war groß und die Zinsen, die die für die Auktion zugelassenen Banken verlangten, sanken.

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Im Laufzeitbereich bis 2028 fielen die Zinsen gegenüber der letzten Auktion am 7. Februar von 5,79 auf 5,22 Prozent. Zudem kamen in Madrid zwei Titel unter den Hammer, die 2040 und 2041 auslaufen. Die Zinsen fielen hier von 5,89 auf 5,43 Prozent und von 5,70 auf 5,43 Prozent. Die Nachfrage zog über alle Laufzeiten hinweg an. Insgesamt hätte sie gereicht, um das 2,56-fache Volumen bei Banken zu platzieren. Die Auktion der bis 2029 laufenden Schuldtitel war sogar 4,1-fach überzeichnet.

„Die Tatsache, dass das Finanzministerium eine öffentliche Auktion ansetzte, signalisiert, dass sie mehr Nachfrage für die Bonds erwarteten, als von den bereits bekannten Käufern“, erläutert Justin Knight, Zinsstratege bei UBS AG in London. „Es scheint Interesse von Investoren nach längerfristigen Papieren mit zusätzlicher Rendite zu geben, beispielsweise seitens Pensionsfonds oder Versicherungsgesellschaften.“

Die Ratings der Euro-Länder

  • Belgien

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Negativ
    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Negativ
    Fitch Rating: AA
    Ausblick: Stabil

  • Deutschland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Estland

    S&P Rating: AA-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A1
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Finnland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Frankreich

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aa1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Griechenland

    S&P Rating: B-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Caa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: B
    Ausblick: Stabil

  • Irland

    S&P Rating: BBB+
    Ausblick: Positiv

    Moody's Rating: Ba1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Italien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Luxemburg

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Malta

    S&P Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A3
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Niederlande

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

  • Österreich

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Portugal

    S&P Rating: BB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Ba2
    Ausblick: Positiv

    Fitch Rating: BB+
    Ausblick: Negativ

  • Slowakei

    S&P Rating: A
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Slowenien

    S&P Rating: A-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Ba1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Negativ

  • Spanien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Zypern

    S&P Rating: B
    Ausblick: Positiv

    Moody's Rating: Caa3

    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: B-

    Ausblick: Stabil

Anders als in Spanien waren die Zinsen im zweiten großen Euro-Krisenland Italien zuletzt gestiegen. Obwohl die beiden Länder im bisherigen Verlauf der Schuldenkrise meist Hand in Hand liefen, konnte sich Spanien am Anleihemarkt zuletzt etwas von Italien abkoppeln. Während die Renditen für italienische Titel am Sekundärmarkt, wo bereits ausgegebene Anleihen gehandelt werden, nach dem unklaren Ausgang der Parlamentswahlen zwischenzeitlich wieder spürbar angezogen hatten, nahm die Skepsis gegenüber den spanischen Pendants weiter ab. Die Rating-Agentur Fitch hatte jüngst die Bonität Italiens herabgestuft.

Die deutschen Bundesanleihen gaben geringfügig nach: Die Rendite der Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stieg zuletzt um einen Basispunkt auf 1,49 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future fiel um 17 Basispunkte auf 142,97 Prozent.

Investoren schauen auch auf den EZB-Monatsbericht. „Vielleicht gibt es nämlich weiterführende Aussagen, wie die EZB den aktuellen Rand bei der Bewältigung der Schuldenkrise einschätzt“, schrieben Jan Bottermann und Dirk Gojny von der National-Bank in einer Analyse.

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Am Markt für US-Staatsanleihen gingen die Kurse zurück. In den USA steht im Tagesverlauf die Auktion von Treasuries mit 30 Jahren Laufzeit im Volumen von 13 Mrd. Dollar an. Die umlaufenden Anleihen in diesem Laufzeitbereich rentierten zwei Basispunkte höher bei 3,24 Prozent. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries stieg zuletzt um zwei Basispunkte auf 2,04 Prozent.

Die so genannten Longbonds haben den Anlegern im März einen Verlust von 2,2 Prozent beschert, wie Indizes der Bank of America Merrill Lynch zeigen. Zehnjährige Staatsanleihen fielen den Daten zufolge um 1,1 Prozent und fünfjährige Papiere gaben 0,5 Prozent nach.

  • 14.03.2013, 11:21 Uhr@JamieDimon

    Ja, der beliebte Giftmüll aus den Peripheriestaaten der Eurozone, immer ein Investment wert.

  • 14.03.2013, 11:58 UhrBen-Wa

    Die Investoren verlassen sich vollständig auf die EZB und kassieren schöne Zinsen. Von wegen Spanien bekommt Unterstützung am Kapitalmarkt. Der Kapitalmarkt bekommt Unterstützung von der EZB. Das ist die Logik!

  • 14.03.2013, 12:04 Uhrotto

    Bald ist Frankreich dran.

    Ein Land, voll wie ein Pulverpass und die Lunte im Feuer.




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