Anleihen

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Bill Gross: Bondkönig fürchtet Inflation und Währungsverfall

Die lockere Geldpolitik verunsichert Anleihenmanager. Erst in vielen Jahren werde sich zeigen, wie viel Inflation das nach sich ziehe, warnt Bill Gross von Pimco. Was er Zinsjägern rät und warum er Aktien kritisch sieht.

Bill Gross managt den Pimco Total Return Fund. Er ist einer der bekanntesten Anleihenmanager der Welt. Quelle: dapd
Bill Gross managt den Pimco Total Return Fund. Er ist einer der bekanntesten Anleihenmanager der Welt. Quelle: dapd

New YorkInvestoren sollten die langfristigen Inflationsgefahren im Auge behalten. Diesen Rat hat Bill Gross, Manager des größten Anleihefonds bei Pacific Investment Management Co. (Pimco), zu Beginn des neuen Jahres gegeben. Als Risiko für die Preisstabilität betrachtet der Manager der Allianz-Tochter die Geld- und Fiskalpolitik, insbesondere in Amerika.

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Die US-Notenbank Fed hat mehrere Programme aufgelegt, die sogenannte quantitative geldpolitische Lockerung (QE). „Schlussendlich werden staatliche Finanzierungs-Systeme wie das heutige QE (…) schlecht enden”, schrieb der Manager in seinem jüngsten Investment-Ausblick. Wegen seiner herausragenden Anlageergebnisse wird er im Anleihenhandel auch Bondkönig genannt.

Was die Inflation aus 1000 Euro macht

  • Inflation schmälert Kaufkraft

    1000 Euro bleiben 1000 Euro. Die Frage ist nur: Was kann man sich davon in Zukunft kaufen? Inflation schmälert die Kaufkraft. Da viele Dinge teurer werden, muss man für die gleiche Kaufkraft mehr Geld einplanen. Statt 1000 Euro braucht man also...

  • In fünf Jahren

    1.051 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
    1.104 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
    1.159 Euro bei einer Preissteigerung von drei Prozent
    1.217 Euro bei vier Prozent
    1.276 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent

  • In zehn Jahren

    1.105 Euro bei einem Prozent Inflation
    1.219 Euro bei zwei Prozent Inflation
    1.344 Euro bei drei Prozent Inflation
    1.480 Euro bei vier Prozent Inflation
    1.629 Euro bei fünf Prozent Inflation

  • In 15 Jahren

    1.161 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
    1.346 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
    1.558 Euro bei einer Inflation von drei Prozent
    1.801 Euro bei einer Inflation von vier Prozent
    2.079 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent

  • In 20 Jahren

    1.220 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
    1.486 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
    1.806 Euro bei einer Inflation von drei Prozent
    2.191 Euro bei einer Inflation von vier Prozent
    2.653 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent

  • In 25 Jahren

    1.282 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
    1.641 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
    2.094 Euro bei einer Inflation von drei Prozent
    2.666 Euro bei einer Inflation von vier Prozent
    3.386 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent

  • In 30 Jahren

    1.348 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
    1.811 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
    2.427 Euro bei einer Inflation von drei Prozent
    3.243 Euro bei einer Inflation von vier Prozent
    4.322 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent

Das Risiko der insgesamt 6.000 Milliarden Dollar umfassenden Bilanzausweiterung bei den sechs größten Zentralbanken der Welt durch Anleihekauf-Programme seit Anfang 2009 „zeigt sich in der Form von Inflation und der Entwertung von Währungen - entweder in Relation zueinander oder zu Rohstoffen” wie Öl oder Gold, erklärte der Anleihen-Experte.

Sein Rat: Investoren sollten länger laufende Anleihen vermeiden, denn die inflationären Effekte der von der US-Notenbank Federal Reserve ergriffenen Maßnahmen würden sich wahrscheinlich erst in vielen Jahren zeigen. Er rät stattdessen zu kurz- bis mittelfristigen Papieren, die von den Zentralbank-Aktionen eher profitieren dürften.

Teuerung - Inflation wäre ein Irrweg

Nutznießer der Anleihenaufkäufe der Zentralbanken sind auch risikoreichere Anlageklassen wie Aktien. Doch letztlich könnten die Aktionen der Notenbanken diesen Anlageklassen schaden, warnt Gross. Denn die geldpolitische Lockerung könnte sich als “zunehmend ineffektiv” erweisen - und zwar mit Blick auf die Unterstützung der Realwirtschaft.

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat seit diesem Monat ihr Aufkauf-Programm für US-Staatsanleihen um 45 Milliarden Dollar ausgeweitet. Dieses Programm läuft zusätzlich zu jenen 40 Milliarden Dollar an Hypotheken-Papieren, die ohnehin schon aufgekauft werden.

Triebfedern für die Inflation

  • Die Inflation kommt

    „Das Inflationsgespenst kehrt zurück“, schreibt Gottfried Heller in seinem Buch „Der einfache Weg zum Wohlstand“ und nennt sechs Triebfedern, die die Inflation verstärken.

  • 1. Geldflut der Notenbanken

    Seit mehr als einem halben Jahrzehnt sorgen die Notenbanken der USA, der Euro-Zone, Großbritannien und Japan im Kampf gegen die Banken- und Schuldenkrise für sehr hohe Liquidität.

  • 2. Nebenwirkung der Überdosis Geld

    Sobald die Konjunktur anzieht, zeigt sich eine Nebenwirkung der Geldflut: Rohstoffe wie Kupfer, Öl, Weizen und Mais werden teurer. Das lässt auch die Lebenshaltungskosten steigen.

  • 3. Staatsverschuldung der Industrieländer

    Inflation hilft den Regierungen beim Tilgen ihrer Schulden. Bei der Entschuldung profitiert der Staat also von der Inflation.

  • 4. Preissteigerungen in den Schwellenländern

    Längerfristig ist es unausweichlich, dass die Preise in den Schwellenländern, insbesondere China und Indien, steigen. Durch Importe aus diesen Ländern steigt auch die Teuerungsrate in den Industriestaaten.

  • 5. Der Euro

    Die Wachstums- und Kostentrends in den Süd- und Nordländern des Währungsraums sind sehr unterschiedlich. Das steigert die Inflation.

  • 6. Höhere Löhne

    Steigt die Inflationsrate, verlangen auch die Gewerkschaften höhere Löhne. Das führt zu zusätzlicher Verteuerung.

Vergangenen Monat hatte die US-Notenbank zudem den Ausblick für den Leitzins erstmals an die Arbeitslosenquote und an die Inflationsziele gebunden. Nicht Investoren und Analysten fürchten, dass die Maßnahmen von Fed-Chef Ben S. Bernanke die Preisstabilität gefährden.

  • 05.01.2013, 12:43 UhrLungomolch

    @statesman
    Interessanter Weise haben einige Rentenfonds eine erstaunlich gute Performance, wobei sich das natürlich nur auf die Vergangenheit bezieht. Wie die Zukunft aussieht, weiß niemand.

    Beispiel: Allianz PIMCO Internat Renten A EUR (ISIN DE0008475054)

    Ich vermute, dass die Profis das nur hinbekommen, indem sie mit den Anleihen spekulieren (ähnlich wie bei Aktien): Kaufen, wenn der Kurs niedrig ist...

    Natürlich gehen sie dabei Risiken ein, aber sie haben die Unterstützung der Politik bzw. der Notenbanken, die sich ja zum Erhalt der Eurozone um jeden Preis bekannt haben. Insofern hält sich das Risiko in Grenzen.

  • 05.01.2013, 11:22 Uhrstatesman

    Man wundert sich immer wieder, daß trotz der Warnungen der Anleihenverkäufer(!!!), sich immer wieder Investoren für diese Anlageart finden.

    Das ganze Vertrauen der Menschheit ruht auf beliebig reproduzierbaren Zellstoff-Zetteln ohne Deckung.

    Ich fass es nicht!

  • 05.01.2013, 01:31 UhrRainer

    "hat im Verlauf der jüngsten zwölf Monate rund 10,2 Prozent hinzugewonnen - er schlug sich damit besser als 94 Prozent vergleichbarer Fonds"

    aber die Überschussbeteiligung der LVs werden gesenkt. Wohl weil das alle anderen auch machen. Und die Gewinne der Allianz AG steigen auch. Gut für die Aktionäre.

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