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Bonbons für Investoren: Landesbanken verzinsen stille Beteiligungen und Genussscheine

Finanzkrise hin oder her: Die HSH Nordbank wird nicht die einzige Landesbank sein, die trotz großer wirtschaftlicher Probleme an Ausschüttungen für institutionelle Investoren festhält.

von F.M Drost und R. Lansch

BERLIN/DÜSSELDORF. "Wir rechnen zwar nach dem internationalen Bilanzstandard IFRS mit einem negativen Jahresergebnis. Doch die Ausschüttung wird nach dem deutschen Einzelabschluss vorgenommen, und hier wird mit schwarzen Zahlen gerechnet", erklärte eine Sprecherin der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Sowohl die Anteilseigner als auch die Genussrechtskapitalgeber, die 2,125 Mrd. Euro halten, und die Zeichner stiller Einlagen im Volumen von 3,945 Mrd. Euro können bei der LBBW mit einer Ausschüttung rechnen.

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Die HSH Nordbank, die für 2008 wohl einen milliardenschweren Verlust verbuchen wird, hat vor wenigen Tagen die umstrittene Ausschüttung in Höhe von 70 Mio. Euro auf stille Einlagen von rund 900 Mio. Euro verteidigt. "Der Verzicht auf diese Auszahlung hätte das erhebliche Risiko mit sich gebracht, dass Liquidität in Milliardenhöhe abfließt", hieß es. "Wir mussten Risiken abwägen", erklärte Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher.

Konkret fürchte die Bank den Abzug des Kapitals von Investoren. Die größte Gruppe der institutionellen Investoren sind Versicherungsunternehmen. Sie haben sowohl in stille Beteiligungen als auch Genussscheine von Landesbanken investiert. Zahlen veröffentlicht die Branche dazu nicht. Wegen ihrer Nähe zu den Regionalbanken sehen Experten die zum Verbund gehörenden Regionalversicherer jedoch als besonders engagiert an. "Wir halten große Stücke auf unsere Verbundtreue", bestätigt ein öffentlicher Versicherer unter der Hand. "Zu einzelnen Kapitalanlagen machen wir keine Angaben", sagen die meisten. Insgesamt verfügt die Gruppe der Sparkassen-Versicherer über rund 100 Mrd. Euro an Kapitalanlagen. Die öffentlichen Versicherer sind wie die Sparkassen regional tätig.

Die Versicherungskammer Bayern, größte öffentliche Gruppe, bestätigt immerhin, dass sie im niedrigen einstelligen Bereich stille Beteiligungen und Genussrechte an verschiedenen Landesbanken im Portfolio hat. "Abgesehen von der BayernLB, bei der bereits bekannt ist, dass die Zinszahlung für 2008 ausfällt, schätzen wir das Risiko eines Zinsausfalls grundsätzlich gering ein", sagt eine Sprecherin. Sie gehe davon aus, dass die Banken diese Anlageformen weiter bedienten, "da sie ansonsten ihre Refinanzierungsmöglichkeiten am Markt verlieren" würden.

Die BayernLB wies im Dezember 2008 darauf hin, dass sie im Zuge ihrer Rekapitalisierung keine Ausschüttung auf Genussrechtskapital und stille Einlagen vornehmen wird. Die ebenfalls in Schwierigkeiten steckende WestLB ist dagegen optimistisch. Zwar könne sich die Bank zu Ausschüttungen auf stille Einlagen erst dann äußern, wenn der Jahresabschluss festgestellt sei und die Hauptversammlung über die Ergebnisverwendung entschieden habe. Aber: "Wir gehen davon aus, dass die Ausschüttung der Zinsen auf Genussscheine für das Geschäftsjahr 2008 im Jahr 2009 erfolgen wird. Zum heutigen Zeitpunkt liegen keine gegensätzlichen Informationen und Erwartungen vor", erklärte ein Sprecher.

Mit Ertragsausfällen rechnet die Versicherungsgruppe Hannover. "Wir haben nur Genussscheine von Landesbanken, keine Beteiligungen und auch die nur in niedrigem Rahmen und auf mehrere Landesbanken verteilt. Da wird es in begrenztem Maße zu Zinsausfällen kommen", räumt eine Sprecherin ein. Für Versicherungsspezialist Carsten Zielke, Managing Director Senior Insurance ALM der Société Générale in Frankfurt, steht aber noch nicht fest, ob die Landesbanken mit ihrer Ausschüttungspolitik so durchkommen: "Als Versicherer würde ich mit Ertragsausfällen rechnen."

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