FRANKFURT. Der Bund-Future, ein Terminkontrakt auf Bundesanleihen mit Laufzeit von acht bis zehn Jahren, stieg im frühen Handel auf ein neues Allzeithoch von 130,64 Prozent. Im Gegenzug dazu sank die sich gegenläufig zu den Kursen entwickelnde Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf das Rekordtief von 2,49 Prozent.
Seit Jahresanfang sind Bundesanleihen als besonders sichere und gute handelbare Anlageklasse bei Investoren extrem gefragt. Seit Jahresanfang ist die zehnjährige Bund-Rendite schon um 0,9 Prozentpunkte abgesackt. Der Bund-Future stand im Januar bei 121,90 Prozent. Dabei beflügelten zunächst die Panik angesichts der Schuldenkrise der wirtschaftlich schwachen Länder am Rande der Euro-Zone die deutschen Staatsanleihen.
Jetzt gelten die Sorgen um einen erneuten Einbruch der US-Konjunktur als Treiber. Dabei geht die Bewegung von den US-Staatsanleihen aus. Die US-Notenbank Fed hatte am späten Mittwoch verkündet, dass sie das Geld aus fällig werdenden Hypothekenpapiere, die sie im Zuge der Finanzkrise gekauft hat, für den Kauf neuer amerikanischer Staatsanleihen nutzen wird. Die Unicredit rechnet dabei mit einem Volumen von bis zu 190 Mrd. Dollar, das für den Ankauf zur Verfügung steht.
Es war das erste Mal seit März 2009, dass die Fed wieder aktiv wird, um die amerikanische Wirtschaft zu stützen. Das trieb schon gestern die Renditen zehnjähriger US-Bonds deutlich um 0,08 Prozentpunkte auf 2,75 Prozent nach unten. Im europäischen Handel sackte die zehnjährige Rendite der sogenannten Treasuries noch weiter ab auf 2,73 Prozent und damit den tiefsten Stand seit 16 Monaten.
Gedankenspiele über den weiteren Verlauf der globalen wirtschaftlichen Erholung dürften auch weiterhin noch das Marktgeschehen bestimmen, meint Glenn Marci, Rentenanalyst bei der DZ Bank: "Davon sollten Staatsanleihen profitieren, denn im Zweifel war eine Investition in Staatsanleihen während der letzten Monate immer eine gute Alternative."
Mittelfristig gehen Analysten allerdings davon aus, dass die Renditen am deutschen Rentenmarkt wieder steigen werden. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Volkswirte gehen davon aus, dass die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe bis zum Herbst kommenden Jahres wieder um fast einen ganzen Prozentpunkt anziehen wird. Denn an die tatsächliche Gefahr eines erneuten Einbruchs der US-Wirtschaft glauben sie nicht. Von daher dürften sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Europäische Zentralbank (EZB) im kommenden Jahr über Leitzinserhöhungen nachdenken. Dies sollte dann die Bundesanleihen und die US-Bonds belasten.




