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CDS-Zockerpapiere: Versicherung ohne jede Sicherheit

Eigentlich soll eine Kreditausfallversicherung gegen eine Pleite versichern - außer beim „freiwilligen“ Schuldenschnitt für Griechenland. Das entlarvt die Derivate als das, was sie sind: Zockerpapiere.

Im eigenen Netz verheddert: Der Fall Griechenland stellt den grundsätzlichen Wert der Kreditausfallversicherungen in Frage. Quelle: dapd
Im eigenen Netz verheddert: Der Fall Griechenland stellt den grundsätzlichen Wert der Kreditausfallversicherungen in Frage.Quelle: dapd

DüsseldorfEine Versicherung, die nicht zahlt, wenn es ernst wird - das klingt nach einem schlechten Witz. Aber genau das dürfte mit Ausfallversicherungen auf griechische Staatsanleihen passieren. Die Gläubiger müssen wohl oder übel auf die Hälfte ihrer Forderungen verzichten. Doch auf eine Entschädigung durch Kreditausfallversicherungen, sogenannten Credit Default Swaps (CDS), dürfen sie nicht hoffen. Der Schuldenschnitt wird wohl nicht als Kreditereignis gewertet. „Der Plan für den Haircut soll offensichtlich keine CDS auslösen“, sagt Marchel Alexandrovich, Ökonom bei Jefferies International in London.

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Nur, wenn eine solche „Versicherung“ bei Griechenland nicht greift, wann dann? Die Antwort der Experten fällt unmissverständlich aus. Die Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert Peter Boockvar, Stratege bei Miller Tabak & Co, mit den Worten: Die Verleugnung des Kreditereignisses „wird aus Staats-CDS einen kompletten Witz machen und diesem Markt potenziell zerstören bis zu einem Punkt, an dem er verschwindet“.

Die Ergebnisse des Euro-Gipfels

  • Neues Griechenland-Paket

    Griechenland wird ein neues Hilfspaket von 100 Milliarden Euro bekommen. Es soll bis Jahresende endgültig ausverhandelt sein. Im Juli hatten die Regierungen der Euroländer ursprünglich 109 Milliarden Euro öffentliche Hilfe beschlossen. Diese war aber nie abschließend auf den Weg gebracht worden. Nun kommen allerdings zusätzliche Garantien in Höhe von 30 Milliarden Euro als Beitrag des öffentlichen Sektors für den Schuldenschnitt hinzu.

  • Schuldenschnitt

    Die Privatgläubiger wie Banken und Versicherungen werden stärker am neuen Griechenland-Paket beteiligt als bisher angenommen. Bereits im Juli hatte die Eurozone beschlossen, die Privatgläubiger mit einem freiwilligen Abschlag auf griechische Staatsanleihen von 21 Prozent ins Boot zu holen. Nun sind es 50 Prozent.

  • Rettungsfonds EFSF

    Die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF wird mit einem sogenannten Hebel auf eine Billion Euro vervielfacht. Derzeit kann der Fonds 440 Milliarden Euro Kredite vergeben. Der EFSF wird nun teilweise das Risiko eines Zahlungsausfalls für Schuldtitel gefährdeter Euro-Staaten übernehmen. Er bietet quasi eine Art Teilkaskoversicherung, wenn Schuldenstaaten neue Anleihen ausgeben. Zudem soll ein neuer Sondertopf geschaffen werden, an dem sich der Internationale Währungsfonds IWF beteiligt. Dieser Fonds investiert in Anleihen, die der EFSF ebenfalls zum Teil absichert. Dabei könnten ausländische Investoren wie Staatsfonds aus China mitmachen.

  • Mehr Kapital für Banken

    Führenden Banken Europas müssen sich gut 106 Milliarden Euro frisches Kapital besorgen. Nur so kann die Branche nach Berechnungen der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) den Schuldenerlass zu verkraften. Deutsche Banken brauchen frisches Kernkapital in Höhe von 5,18 Milliarden Euro. Beschluss des Gipfels aller 27 EU-Staaten vom Mittwoch.

  • Stärkere Aufsicht

    Die Wirtschafts- und Haushaltspolitik der 17 Eurostaaten wird stärker beaufsichtigt. Zweimal im Jahr wird es Gipfeltreffen der Euroländer geben, um Strategien festzulegen. Die Gipfel der Eurozone sollen auf Dauer einen eigenen Chef bekommen. Zunächst nimmt der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy das Amt wahr.

Europas Politikern war besonders wichtig, dass der Verzicht der Banken auf „freiwilliger“ Basis erfolgt. Ihr Drängen hat einen einfachen Hintergrund: Wenn der Verzicht nicht freiwillig erfolgt, wird dies automatisch als Kreditereignis gewertet. Das stößt Experten übel auf. „Hier werden marktwirtschaftliche Prinzipien außer Kraft gesetzt“, kritisiert Hans-Peter Burghof, Finanzprofessor der Universität Hohenheim. „Wenn ein CDS jetzt nicht ausgelöst wird, dann ist er nichts mehr wert.“ Wenn es keine Möglichkeit der Absicherung gibt, könne die Bereitschaft der Investoren sinken, künftig in Staatsanleihen zu investieren.

Der Fall Griechenland stellt den grundsätzlichen Wert der Kreditausfallversicherungen in Frage. „Diese Aktion untergräbt die Glaubwürdigkeit des CDS-Marktes. Man hält dadurch die CDS-Spreads künstlich niedrig, sagt Markus Brunnermeier, Professor an der Princeton University.

„Die erzwungenen freiwilligen Zustimmungen sind eigentlich das Ende der CDS“, meint Bert Flossbach, Vorstand und Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch. Nutznießer seien diejenigen, die die Papiere verkauft hätten. Schließlich müssen sie nicht zahlen. 

  • 30.10.2011, 03:16 UhrAnonymer Benutzer: Euyonimus

    Nachtrag: die Bank of Amerika hat 75 Billionen (Deutsche Zählung - US Zählung Trillionen nach Bloomberg) an Derivaten dem US-Einlagensicherungsfonds untergeschoben.....

    Gutes Gelingen!

  • 30.10.2011, 03:01 UhrAnonymer Benutzer: Euyonimus

    Als besondere Schmankerl:
    Welt am Sonntag: IIF-Direktor Charles Dallara erwartet, "dass sich mehr als 90% der Banken" am Schuldenschnitt für Griechenland von 50% beteiligen werden. Bei anderen Gläubigern müsse aber "sicher noch Überzeugungsarbeit geleistet werden."
    20:46 - Echtzeitnachricht

    Freiwillig, natürlich!

    Moody's, Fitch und Standard & Poor's (S&P) bestätigen AAA-Rating für den Euro-Rettungsschirm EFSF.
    20:42 - Echtzeitnachricht

    Na klar, die cds-VERSICHERER sind aus ihrer Haftung raus, lagen wohl in USA. Hauptsache beim Rating, USA ist nicht betroffen.Big deal.

    Der Euro-Rettungsfonds EFSF könnte seine Anleihen auch in Yuan auflegen, wenn die chinesischen Behörden zustimmen, so EFSF-Chef Klaus Regling laut Reuters in Peking.
    15:46 - Echtzeitnachricht

    Ach schau mal da, China als Retter akzeptiert, einen Großteil an US-Anleihen haben sie ja bereits verkauft.

    EZB-Präsident Jean-Claude-Trichet schließt weitere EZB-Sondermaßnahmen nicht völlig aus. Diese seien aber nur bei "einer globalen Krise größten Ausmaßes" gerechtfertigt, sagte Trichet zur Bild am Sonntag.
    15:35 - Echtzeitnachricht

    Die Krise könnte wohl eher aus USA zu uns schwappen als aus Italien und Spanien, falls die nicht ganz dumm sind,
    und wurde bisher deutlich ausgeklammert..



  • 30.10.2011, 02:46 UhrAnonymer Benutzer: Euyonimus

    http://www.yolohub.com/featured/even-goldman-sachs-secretly-believes-that-an-economic-collapse-is-coming

    Buy a six-month put option on the Euro versus the Swiss Franc, thus betting the Euro will drop against the Franc (the Franc being the currency that an official Goldman report recently referred to as the most overvalued in the world)
    Hier hatte die Schweiz zwischenzeitlich einen Riegel vorgeschoben durch die EURO-Anbindung, hatte sich aber bis dato gelohnt, der EURO/$ sollte aber gen 1,30 gehen oder noch tiefer.

    "Buy a five-year credit default swap on an index of European corporate debt—the iTraxx 9. This is a bet that some of these companies will default, and your insurance policy, the CDS, will pay off"

    This is so typical of Goldman Sachs. They will say one thing publicly and then turn around and do the total opposite privately.
    For example, prior to the financial crisis of 2008, Goldman Sachs was putting together mortgage-backed securities that they knew were garbage and marketing them to investors as AAA-rated investments. On top of that, Goldman then often privately bet against those exact same securities.
    The CEO of Goldman Sachs has even acknowledged that the investment bank engaged in “improper” behavior during 2006 and 2007.
    For much more on the history of all this, please see this article: “How Goldman Sachs Made Tens Of Billions Of Dollars From The Economic Collapse Of America In Four Easy Steps“.
    So will Goldman Sachs ever get into serious trouble for any of this?

    Goldman Sachs aber wartete zuletzt mit einem schlechten Ergebnis auf und ist immer noch belastet aus der vorangegangenen Krise:

    Reuters: Neue Klage gegen Goldman Sachs wegen Geschäften mit Hypotheken-Wertpapieren. Der Basis Yield Alpha Fund aus Australien fordert eine Wiedergutmachung von $1 Mrd.
    Goldman Sachs Group, Inc. 22:02:22 115,86 3,53%
    15:50 - Echtzeitnachricht

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