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Dreifacher Schock: S&P spielt Schreckenszenario für Märkte durch

Was passiert mit den Märkten, wenn die europäische Wirtschaft zusammenbrechen und die Anleihemärkte kollabieren würden? Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat dieses Horrorszenario durchgespielt.

Verzweifelter Händler im Oktober 2008. S&P hat analysiert, was neue Schocks an den Märkten auslösen könnte. Quelle: AP
Verzweifelter Händler im Oktober 2008. S&P hat analysiert, was neue Schocks an den Märkten auslösen könnte. Quelle: AP

FrankfurtRatingagenturen gehören nicht zu den Schwarzsehern. Im Gegenteil: Die Investoren an den Märkten sehen die Lage oft viel pessimistischer als die Bonitätswächter. Das ist auch Standard & Poor’s (S&P) klar. Deshalb zeigt die Ratingagentur in einer heute erscheinenden Studie, was den Märkten im Schreckensszenario von kollabierenden Anleihemärkten und einer einbrechenden Wirtschaft in Europa drohen würde. Dabei betont sie mehrfach, dass sie nicht erwartet, dass es so kommt.

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Hypothetisch geht S&P davon aus, dass die Märkte in Europa in den kommenden fünf Jahren einen dreifachen Schock erleiden könnten: Zunächst würden die Investoren den europäischen Schuldenländern so misstrauen, dass die Anleiherenditen in die Höhe schießen. In der Folge könnten sich die Länder noch schlechter Geld über die Märkte besorgen, und schließlich würde das zu einem Einbruch der Wirtschaft in Europa führen.

Am schlimmsten betroffen wären die Euro-Krisenländer Irland, Griechenland, Portugal und Spanien. Dabei würden nicht nur die Staaten, sondern auch die Unternehmen unter massiv steigenden Anleiherenditen leiden. Im Horror-szenario würden sich die durchschnittlichen Renditen für fünfjährige Anleihen der Staaten, der Banken und der wenig kreditwürdigen Unternehmen in Griechenland auf 28 und in Spanien auf 17 Prozent bis zum Jahr 2013 in etwa verdoppeln. In Deutschland würde die entsprechende Durchschnittsrendite von derzeit etwa zwei auf sieben Prozent in die Höhe schießen.

Banken müssten mit bis zu 250 Milliarden Euro gestützt werden

Dass hieße laut S&P für 22 Banken, dass sie von den Staaten mit bis zu 250 Milliarden Euro Kapital gestützt werden müssten. Welche Banken dies wären, sagt S&P nicht, führt aber aus, dass neben spanischen, griechischen, italienischen, irischen und portugiesischen Banken zwei deutsche Institute betroffen wären. Dies wiederum würde bedeuten, dass sich Staaten 20 Prozent mehr Geld an den Märkten besorgen müssten.

Für das Bruttoinlandsprodukt sagen die Ratinganalysten im schlimmsten Fall einen Einbruch von 20 Prozent in Irland, Griechenland, Portugal und Spanien voraus. In Italien läge der Einbruch bei sechs Prozent, in den übrigen westlichen EU-Ländern bei drei Prozent. Unter den Schuldnern aus Irland, Griechenland, Portugal und Spanien würde knapp ein Viertel pleitegehen. Dies hätte auch gravierende Folgen für die Aktienmärkte, die zwischen 50 und 70 Prozent verlieren sollten.

Bei allen theoretischen pessimistischen Annahmen geht S&P aber davon aus, dass der Euro als Währung überleben und die stärkeren Länder den schwächeren weiter helfen würden. Die Schreckensstudie sieht S&P als Angebot an die Investoren, die gerade an „Was-wäre-wenn“-Analysen großes Interesse hätten.


  • 28.03.2011, 20:25 UhrAnonymer Benutzer: RalfZ

    Das ist doch kein "Schreckens"szenario. Das ist doch noch moderat ! Und die haben in ihrer so tollen Analyse noch vergessen was die Erhoehung der Renditen fur das gesamte Kreditgeschaeft (und im Besonderen fuer das Private) bedeutet: Kredite werden weitgehend unbezahlbar, erschwerend konmmt hinzu, das Firmen und auch Privatleute eh hoffnungslos ueberschuldet sind. Das wird eine massive Rezession/Depression in allen Sparten die auf Kredit basieren ausloesen, z.B Immobilien, Fahrzeugbau und im Investitionsgueterbereich. Dann wirds lustig !

  • 25.03.2011, 10:31 Uhrdelmas1

    schade, dass die 22 Banken, die gestützt werden müssten, nicht genannt werden.

  • 25.03.2011, 10:29 Uhrdelmas1

    schade, dass die 22 Banken, die gestützt werden müssen, nicht genannt werden.

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