Anleihen

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Drohende Herabstufung: Die Schwäche der USA – eine Gefahr für Anleger?

Standard & Poor's misstraut der US-Haushaltspolitik. Die Anleger setzen jedoch auf die Stärke von Konjunktur und Unternehmen. Unterschätzen die Märkte die Gefahren?

Die Ratingagentur S&P hat die Wall Street aufgeschreckt. Quelle: SAP/dpa
Die Ratingagentur S&P hat die Wall Street aufgeschreckt. Quelle: SAP/dpa

FrankfurtDie USA sind seit dieser Woche nicht mehr uneingeschränkt kreditwürdig. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) gab der höchsten Bonitätsnote "AAA" einen negativen Ausblick. Betroffen sind US-Staatsanleihen im Wert von über 14 Billionen Dollar.

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Die Aktienmärkte gingen zunächst auf Talfahrt, erholten sich aber schnell wieder. am Anleihemarkt dagegen wurden die USA nicht abgestraft. Dabei haben die Staaten mehr Anleihen ausstehen als alle Euro-Staaten zusammen.

Sehr schwach präsentiert sich dagegen der Dollar. Wie passt das alles zusammen? Das Handelsblatt erklärt, wie die S&P-Aktion zu verstehen ist und was sie für Anleger an den Anleihe-, Devisen und Aktienmärkten bedeutet.

Was die US-Schuldenkrise für die Märkte bedeutet

  • Sind die USA ein wackliger Schuldner?

    Im August 2011 stufte S&P die USA herab und entzog ihnen damit das Top-Rating. Die Zeit des unumstößlichen AAA-Ratings der USA ist damit vorbei. Grund waren mangelnde Aussichten auf einen Abbau der Rekordverschuldung von 15 Billionen Dollar. Eine weitere Herabstufung schlossen S&P nicht aus.

    Fitch und Moody's drohen ebenfalls mit einer Herabstufung, sollte keine neue Strategie zum Schuldenabbau folgen.

  • Warum haben die USA nicht längst ein noch schlechteres Rating?

    Die USA sind mit dem Dollar flexibel in der Zins- und Geldpolitik und können Geld drucken, um Dollar-Schulden zu bedienen. Als größte Volkswirtschaft der Welt tragen sie fast ein Viertel zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei. Die Wirtschaft ist wettbewerbsfähig und flexibel. Zudem zahlt die Regierung, bei einer Inflation von drei Prozent und Renditen unter drei Prozent für Anleihen mit Laufzeiten von weniger als zehn Jahren, real aktuell keine Zinsen. "Das steht in krassem Gegensatz, zu der Situation in vielen Euro-Ländern", sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der VP Bank.

  • Wann werden die USA weiter herabgestuft?

    Der Verlust des AAA-Ratings war vor einigen Monaten noch die "Billion-Dollar-Frage". Jetzt rätseln Analysten darüber, wann noch eine Stufe weiter abwärts geht. S&P haben eine weitere Herabstufung der USA nicht ausgeschlossen, sollte das Schuldenproblem nicht in den Griff bekommen werden. Behält die US-Regierung den jetzigen uneinigen Kurs bei der Schuldenbekämpfung bei, so werde Fitch spätestens 2013 den USA das Top-Rating entziehen.

  • Warum sind US-Staatsanleihen kaum unter Druck gekommen?

    Weil die Ratings nicht (mehr) das non plus ultra für die Marktteilnehmer bilden. Die Warnungen der Ratingagenturen rücken zwar die problematische US-Verschuldung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, bedeuten für professionelle Anleiheinvestoren "aber nichts, was wir nicht schon ohnehin wussten", sagt William O'Donnel von der Royal Bank of Scotland. Frankreichs Wirtschaftsminister Baroin meinte, man dürfe die Herabstufung nicht überbewerten. Ein nicht namentlich genannter Regierungsvertreter Japans erklärte ebenfalls, dass er weiterhin Vertrauen in die Anleihen der USA habe.

  • Drohen US-Staatsanleihen längerfristig Probleme?

    Ja, wenn die Probleme nicht gelöst werden und die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit weiter senken. Der Ruf der US-Anleihen als weltweiter risikoloser Maßstab für andere Zinspapiere werde dann weiter abbröckeln. "Wenn die USA ihre langfristige Verschuldung nicht in den Griff bekommen, droht ein Vertrauensverlust der Investoren", warnt Thomas Meißner von der DZ Bank. Diese Gefahr gebe es vor allem deshalb, weil die USA fast zur Hälfte im Ausland verschuldet seien und ausländische Investoren schneller nervös würden als einheimische.

  • Profitieren Bundesanleihen vom Verlust des "AAA"-Ratings der USA?

    „Ja“ sagt Andreas Rees, Chefvolkswirt bei der Unicredit, „sie dürften die größten Gewinner sein, unter anderem, weil die Inflation in den USA spürbar anziehen wird.“ Voraussetzung dafür sei allerdings noch, dass Deutschland seine Spitzenbonität behält, was zurzeit der Fall ist.

  • Wie sind die Aussichten für den Dollar?

    Bislang hat die US-Währung wenig reagiert. "Der Dollar profitiert seit mindestens drei Jahren stetig von Krisenszenarien, egal wo die Ursachen der Probleme liegen", erklärt Ralf Umlauf, Analyst bei der Helaba. Das liege vor allem daran, dass in Krisenszenarien viele US-Investoren ihre Anlagen in ausländischen Währungen verkaufen, und das stärke den Dollar.

    Gegenüber dem Euro hat der Dollar keinen Wert einbüßen müssen, weil im Rahmen der Schuldenkrise der Euro-Länder der Euro zunehmend unter Druck geraten ist. Im August, dem Monat der Herabstufung der USA, ging es nämlich für den Euro stark abwärts.

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