
DUBAI. „Ein Teil der Bemühungen, zu Geld zu kommen, besteht im Verkauf von Beteiligungen – Anteile, die dem Unternehmen gehören, nicht der Regierung“, sagte der Finanzchef des Emirats, Abdulrahman Al-Saleh, dem Fernsehsender Al-Dschasira. Damit stellte Al-Saleh klar, dass er lediglich an den Verkauf von Dubai-World-Anteilen denke, nicht jedoch anderer Regierungs-Assets wie etwa die profitable Fluglinie Emirates Airline. „Das Unternehmen hält ausländische Beteiligungen und hat in Immobilien im Ausland investiert. Es gibt nichts, was einen Verkauf dieser Vermögenswerte verhindern könnte“, so Al-Saleh.
Die Regierung von Dubai hatte mit ihrer Bitte vom 25. November, die fälligen Kredite von Dubai World und seiner Tochter Nakheel um mindestens ein halbes Jahr zu strecken, für Schockwellen an die weltweiten Börsen gesorgt. Dubai World will seine Schuldenlast über 26 Mrd. Dollar restrukturieren.
Der Konzern besitzt eine Reihe ausländischer Beteiligungen, die interessant sein könnten. So hält die Firma 9,5 Prozent an dem amerikanischen Kasino-Unternehmen MGM Mirage. Ferner ist Dubai World mit 50 Prozent an dem größten Entwicklungsprojekt der Gesellschaft in Las Vegas, dem City-Center, beteiligt. Über die Investmentfirma Istithmar World, eine Tochter, hält Dubai World 100 Prozent an dem US-Luxuskaufhaus Barneys.
Experten beurteilten die Verkaufsabsicht jedoch skeptisch. „Das ist eine reine Not-Operation“, sagte ein Bankchef in Dubai dem Handelsblatt. „In der jetzigen konjunkturellen Lage bekommt Dubai World kein gutes Angebot. Das wissen die potenziellen Käufer und werden versuchen, mit Macht den Preis zu drücken.“
Reise von Vertretern der Industrie- und Handelskammer kurzfristig abgesagt
Dubais Schuldenkrise ruft offenbar auch die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate, zu der die Emirate Abu Dhabi und Dubai gehören, zunehmend auf den Plan. So wurde am Montag eine Deutschland-Reise der Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer in Dubai kurzfristig abgesagt. Die arabischen Mitglieder der im Mai gegründeten Kammer seien „äußerst kurzfristig durch eine Anweisung von höchster Autorität“ zurückgepfiffen worden, hieß es einer Mitteilung. Nach Ansicht von Beobachtern steht dahinter der Präsident des Staates und Herrscher des ölreichen Emirats Abu Dhabi, Scheich Khalifa. Ursprünglich sollten rund zehn arabische Unternehmensführer zwischen dem 8. und 10. Dezember an Vorstandssitzungen der Kammer in München und Berlin teilnehmen. „Im Moment werden die sehr guten Fundamentaldaten der Golfregion von der Dubai-Krise überschattet“, sagte Peter Göpfrich, General Manager der Kammer dem Handelsblatt.
Willkommen in der harten wirtschaftlichen Realität!
Auch für Dubai gilt wie für jedes andere Land der Welt und wie für jedes Unternehmen oder Haushalt: nur das Geld kann ausgeben werden, welches man auch einnimmt. Sind die Ausgaben höher als die Einnahmen, darf man sich über das finanzielle Defizit nicht wundern.
Und die Schuldenfalle lässt grüßen!





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