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Euro-Retter: Warum sich China in Europa einkauft

Europa steckt tief in der Schuldenkrise. Unterstützung könnte nun aus China kommen. Das Land investiert gezielt in Anleihen europäischer Schuldenstaaten. Doch die Hilfe ist nicht selbstlos.

China investiert gezielt in europäische Staatsanleihen. Quelle: Reuters
China investiert gezielt in europäische Staatsanleihen. Quelle: Reuters

DüsseldorfChinesen kaufen unsere Autos, sie kaufen unsere Maschinen. Jetzt sollen sie Europas Schulden aufkaufen. Nach einem Bericht der „Financial Times“ hat der Finanzminister Italiens, Giulio Tremonti, China in der Schuldenkrise um Hilfe gebeten. Tremonti soll sich in Rom mit hochrangigen Vertretern der China Investment Corporation (CIC) getroffen haben. Gesprächsthema: der Ankauf von italienischen Staatsanleihen „in großem Stil“.

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Italien braucht dringend Geld. Am 15. September muss das Land Anleihen im Volumen von 14,5 Milliarden Euro zurückzahlen. Bereits heute stand die Auktion fünfjähriger italienischer Anleihen an. Dabei musste der Schuldenstaat deutlich höhere Zinsen zahlen; die Rendite stieg im Vergleich zur vorherigen Auktion im Juli von 4,93 Prozent auf 5,6 Prozent. Immerhin lag der Erlös bei 3,9 Milliarden Euro und damit am oberen Ende der angepeilten Spanne von drei bis vier Milliarden Euro.

China - Retter des Euro?

  • Warum investiert China Milliarden in Europa?

    Die Europäische Union ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner des Exportweltmeisters. Die 27 Ländern kauften 2010 chinesische Waren im Wert von 282 Milliarden Euro - 18,9 Prozent mehr als 2009. Die Volksrepublik hat deshalb ein großes Interesse an stabilen Verhältnissen bei seinem wichtigsten Kunden.

  • Welche Rolle spielen Chinas riesige Devisenreserve?

    China hat einen Großteil seiner gigantischen Devisenreserven von gut drei Billionen Dollar in Euro-Wertpapiere wie Staatsanleihen gesteckt, um die Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren. Peking veröffentlicht zwar keine Daten. Experten schätzen aber, dass inzwischen ein Viertel der Devisenreserven auf Euro lautet. Weitet sich die Schuldenkrise in der Währungsunion aus, droht auch der Euro erheblich an Wert zu verlieren - und damit auch Chinas Euro-Investitionen.

  • Steht China trotz der Krise zu den Investitionen in Europa?

    Ja. China seit Ausbruch der Krise immer wieder sein Vertrauen in die Währungsunion betont. „China ist ein langfristig orientierter Investor“, betonte Ministerpräsident Wen Jiabao und machte damit klar, Europa in der Krise nicht fallen zu lassen. Bei Worten hat es Peking nicht belassen. Die Volksrepublik hat für viele Milliarden Euro Staatsanleihen von angeschlagenen Euro-Ländern gekauft, während sich private Investoren aus Sorge vor einem Zahlungsausfall entweder zurückhalten oder exorbitante Zinsen verlangen.

  • Kauft China nur Wertpapiere auf?

    Nein, China sichert seine Interessen auf ganz unterschiedliche Weise. Griechischen Reedern wurde ein Kredit über zehn Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. Hintergrund: Ein Großteil der internationalen Handelsflotte fährt unter griechischer Flagge, viele der Tanker und Schiffe werden in China gebaut. Auch in Ungarn - das zwar nicht zur Euro-Zone gehört, aber ebenfalls mit einer Schuldenkrise kämpft - engagieren sich die Chinesen. Der Technologiekonzern Huawei baut dort sein weltweit zweitgrößtes Logistikzentrum, während die chinesische Fluggesellschaft HNA Group nach der ungarischen Malev greift und die China Railway Construction Corporation das Schienennetz des südeuropäischen Landes modernisieren soll.

  • Gibt es Kritik an der Shoppingtour Chinas?

    Amnesty International befürchtet, dass Menschenrechtsfragen in den Hintergrund gedrückt werden. „Es ist zu befürchten, dass Kritik an den Menschenrechten in Zukunft noch leiser geübt wird“, sagt deren China-Experte Dirk Pleiter. „Geraten einzelne EU-Länder in Abhängigkeit von China, wird es schwerer, innerhalb der EU eine einheitliche Linie gegenüber der Volksrepublik zu formulieren, Probleme klar anzusprechen und auch Konflikte auszutragen.“

Chinesische Politiker haben in den vergangenen Monaten immer wieder betont, dass sie Europa unterstützen werden. In Spanien, Portugal und Griechenland hat die Volksrepublik bereits investiert. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Nach Schätzungen soll ein Viertel der chinesischen Währungsreserven in Euro-Anleihen investiert sein.

Infografik Wie China die Welt erobert

Ölförderer, Gold- und Silberminenbetreiber, Banken, Medienunternehmen - die Chinesen sind auf Einkaufstour. Wo sie bereits zugeschlagen haben – eine Übersicht über die wichtigsten Deals.

Infografik: Wie China die Welt erobert

Chinas Bedeutung für die Weltwirtschaft und für die Finanzmärkte ist kaum zu überschätzen. Während das Wachstum im Westen schwächelt, beeindruckt China mit starken Wirtschaftsdaten. China trägt mehr als ein Viertel zum globalen Wachstum bei. Durch seine enormen Handelsüberschüsse hat das Land Reserven in Höhe von 3,2 Billionen Dollar angehäuft, einen Teil davon verwaltet der Staatsfonds CIC. Das Geld will angelegt werden - es fließt nach Afrika in Agrarland, in Bodenschätze der arabischen Länder oder eben in Schulden der Industriestaaten.

  • 13.09.2011, 19:12 UhrAnonymer Benutzer: la_quale_de_la_quale

    es zeigt nur, unter welchem Druck Berlusconi zu stehen scheint: Europa sollte vorsichtig sein mit dem "Gesichtsverlust".
    Berlsuconi hat ja, verglichen mit seinem Land, eher weniger zu verlieren als lediglich das....

  • 13.09.2011, 18:19 UhrAnonymer Benutzer: Euyonimus

    Die Meldung über Anleihe-Käufe wurde vorhin DEMENTIERT -sollte wohl nur per Gerüchte den Markt stabilisieren.

    Die italienische Regierung hat China nach Angaben von Wirtschaftsminister Antonio Gentile nicht um konkrete Hilfegebeten. Die Regierung hat nur über direkte Investitionen in der Industrie gesprochen, aber nicht über Anleihenkäufe
    (man hatte sich doch schon so gefreut, daß die EZB entlastet würde)

    Neues aus USA:
    Morgan Stanley passt das EUR/USD-Kursziel für 2011 auf 1,30 an.

  • 13.09.2011, 17:36 UhrAnonymer Benutzer: aruba

    Guten Tag,.... Es ist eine Schande,..... wir werden von Vollidioten und Dummschwaetzern regiert;.... und die Schlitzaugen ( die uns in Wahrheit Abgrundtief verachten ) kaufen uns auf dem Flohmarkt auf. Gute Nacht

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