
DüsseldorfEs ist ein Zahlen-Spiel. Ein makabres, zugegeben. Wie lange wird es die Euro-Zone in der bestehenden Form noch geben? Oder anders ausgedrückt: Wann wird der wirtschaftliche und politische Druck auf Griechenland so groß, dass die Südeuropäer aus dem exklusiven Währungsclub austreten?
Einige Banken geben in schöner Regelmäßigkeit Zahlen zu Griechenland nach draußen. Genauer gesagt Wahrscheinlichkeiten zum Verbleib der Hellenen im Euro-Verbund. So wie die Credit Suisse. Helen Haworth und Panos Giannopoulos, Strategen bei der Schweizer Großbank, verschicken regelmäßig kurze Notizen an ihre vermögenden Kunden. Mittlerweile schreiben die beiden, dass die Wahrscheinlichkeit, dass in Griechenland demnächst wieder mit Drachme bezahlt wird, bei mehr als 50 Prozent läge. Und das schon innerhalb der nächsten zwölf Monate.
„Der Austritt eines Landes aus der Eurozone würde auch für uns eine Menge Turbulenzen mitbringen", warnte bereits Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Seriös lässt sich die Kostenfrage aber nicht beantworten, weil es kein Drehbuch für Pleite und Euro-Austritt gibt. Allenfalls eine Annäherung an eine Antwort ist möglich.
Aus dem ersten Hilfspaket hat Griechenland von anderen Euro-Ländern 53 Milliarden Euro erhalten. Hinzu kommen 35,4 Milliarden Euro aus dem zweiten Paket. Zudem hat der Euro-Rettungsschirm EFSF 25 Milliarden Euro bereitgestellt, damit das Land seine vom Schuldenschnitt im März angeschlagenen Banken rekapitalisieren kann. Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding zufolge ist das Geld aber offenbar noch nicht an die Banken geflossen.
Der Analyst geht außerdem davon aus, dass die EZB noch griechische Anleihen im Nominalwert von gut 35 Milliarden Euro in den Büchern hat. Weil die Zentralbank diese vermutlich zu Kursen von rund 75 Prozent des Nominalwertes gekauft hat, rechnet Schmieding hier mit einem maximalen nominalen Verlustrisiko von 27 Milliarden Euro. Allerdings hat die EZB auch Gewinne mit Hellas-Anleihen gemacht. Verrechnet man die beiden Posten miteinander, kommt man für die EZB auf ein echtes Verlustrisiko von etwa 20 Milliarden Euro.
Hinzu kommt aber ein weiteres Risiko, das sich hinter dem Begriff „Target II-Salden" verbirgt, von dem ebenfalls völlig unklar ist, wie und in welchem Umfang es sich realisieren könnte: Innerhalb des Verrechnungssystems der europäischen Notenbanken für den Zahlungsverkehr zwischen Banken (Target II) hatte die griechische Zentralbank gegenüber dem Eurosystem bis Ende Januar ein Negativ-Saldo von 107 Milliarden Euro aufgebaut. Schmieding zufolge dürfte es heute bei 120 bis 130 Milliarden Euro liegen.
Abgesichert wird der Negativ-Saldo durch Kreditsicherheiten, die griechische Banken bei der griechischen Notenbank hinterlegt haben. Ob diese nach einem Euro-Austritt ihren Verpflichtungen gegenüber dem Eurosystem weiter nachkommen würde, Sicherheiten abtreten würde und welchen Wert diese Sicherheiten noch hätten, steht dabei in den Sternen. Von möglichen Verlusten, die sich aus Target II ergeben würden, müsste Deutschland über die Bundesbank ebenfalls 27 Prozent tragen.
Schließlich müssten in die Gesamtrechnung noch Forderungen europäischer Bürger und Unternehmen gegenüber griechischen Banken einfließen. Ende 2011 betrugen die Auslandsschulden griechischer Unternehmen etwa 100 Milliarden Euro, davon 91 Milliarden Bankschulden und neun Milliarden anderer Unternehmen.
Weil nicht klar ist, welche Risiken eintreten würden, lassen sich die Kosten eines Staatsbankrotts und Euro-Austritts vorher nicht beziffern. Sicher ist aber: Es würde teuer werden.
Es fehle noch immer an Kapital, meinen Haworth und Giannopoulos. Zudem kämen die Strukturreformen nicht voran. Dass ein möglicher Austritt der Griechen aus der Euro-Zone die Krise des alten Kontinents lindere, glauben die Experten allerdings nicht. Die Wiedereinführung einer lokalen griechischen Währung würde „starke negative Folgen für die Stimmung“ haben, heißt es in der Notiz an die Kunden. Letztlich werde damit das Bestehen der gesamten Euro-Zone aufs Spiel gesetzt.
Auch die Ratingagenturen sind beim Spiel der Wahrscheinlichkeiten dabei, bei der großen Wette zur Zukunft Athens. Die Möglichkeit, dass Griechenland aus dem Euro-Verbund austrete, sei seit Jahresbeginn gestiegen, sagt Sarah Carlson, Analystin bei Moody’s. „Das Risiko ist sogar deutlich höher.“ Eine konkrete Zahl nennt sie allerdings nicht.
Die neue griechische Koalitionsregierung hat am Wochenende ihre Pläne zur Lockerung des Sparpakts veröffentlicht. Der Koalitionsvertrag der drei Regierungsparteien - Konservative, Sozialisten, Demokratische Linke - nennt als zentrales Ziel, die Frist für die Umsetzung der Sparauflagen um zwei Jahre zu verlängern.
Athen wünscht eine Streckung um mindestens zwei Jahre. Es geht um Sparmaßnahmen in Höhe von schätzungsweise 11,5 Milliarden Euro. Ursprünglich sollten sie 2013 und 2014 umgesetzt werden. Athen will dafür nun Zeit bekommen bis Ende 2016.
„Keine weiteren Kürzungen der Löhne und Renten; keine neuen Steuern“, lautet das Motto. Die geplante Entlassung von 150 000 Staatsbediensteten soll nicht wie ursprünglich vorgesehen erfolgen, stattdessen wird ein stufenweiser Abbau angestrebt. Stufenweise sollen auch wieder die niedrigeren Renten und Löhne angehoben werden. Arbeitslosengeld soll statt bislang ein Jahr künftig 24 Monate ausgezahlt werden.
Ein neues gerechteres und langfristiges Steuersystem soll ausgearbeitet werden. Die Mehrwehrsteuer (23 Prozent) soll im wirtschaftlich wichtigen Bereich Tourismus und Gastronomie reduziert werden. Schwer verschuldete Haushalte und Personen sollen ihre Schulden stufenweise zurückbezahlen. Niemand soll mehr als 25 Prozent seines Einkommens für den Abbau seiner Schulden aufwenden. Die Gelder aus den Strukturfonds der EU sollen intensiv genutzt werden.
Das Land soll möglichst keine landwirtschaftlichen Produkte einführen. Die Rückkehr junger Leute in die Landwirtschaft soll unterstützt werden.
Alle Bürger sollen die Möglichkeit haben, ärztlich behandelt und medizinisch versorgt zu werden - unabhängig davon, ob sie arbeiten oder keinen Job haben. Das zusammenbrechende Versicherungssystem soll wieder auf die Beine gestellt werden.
Die Immunität von Ministern soll eingeschränkt werden. Der Bürokratie wird der Kampf angesagt. Dies gilt auch für die Steuerhinterziehung.
Die Flüchtlingswelle soll durch strengere Kontrollen der Grenzen eingedämmt werden. Verantwortliche für Übergriffe auf Migranten sollen konsequent strafrechtlich verfolgt werden.
Griechenland soll eine stabilisierende Rolle in der Region des östlichen Mittelmeeres spielen. Gute Nachbarschaft mit allen Ländern der Region. Förderung einer Europäischen Politik für das Mittelmeer.
Ein Frankfurter Banker ist da sehr viel forscher, auch wenn er seinen Namen besser nicht im Internet lesen mag. „80 Prozent“, sagt er. Zeitraum: acht bis zwölf Monate“. Wer bietet mehr?

. . . schlaf, Kindlein, schlaf . . . und Kris-chenland ist abgebrannt . . . schlaf, Kindlein, schalf!

Ich wette nicht an das elend Europas.Erst die Politik und dann die Medien machen die Situation noch schwerer.Vieles davon was ihr schreibt ist nicht war.Und ihr zieht Griechenland in dreck weil ihr jeder von seine Seite eigener Interessen hat.In Griechenland sind auch viele Europäer die werte Kaufen,ob die Woll alle versteuerte Gelder sind? Ich Hoffe das es bald eine Ende gibt und das Europa den weg nimmt den Sie Wert ist.

Ich habe mich schon darauf gefreut, hier einige gute Meinungen zu lesen, aber was ich hier vorfinde ist gruselig, traurig, borniert, aberwitzig und frivol. Wenn ihr alle der Querschnitt des Handelsblatt Lesers - und damit ein in Deutschland aktiv am Wirtschaftsleben teilhabender repräsentativer Personenkreis sein sollt - dann muss ich als deutscher Staatsbürger, deutscher Steuerzahler und jemand, der noch an die Europäische Idee glaubt (und das meine ich nicht ideologisch, sondern wirklich rein materiell), alsbald das Weite suchen.
Deutschland, lerne Dich nicht (schon wieder) zu isolieren.






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