Anleihen

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Eurokrise sei Dank: Der Bund spart 67 Milliarden Euro

Investoren aus aller Welt kaufen Bundesanleihen statt Spanien-Bonds. Die Renditen sinken, Deutschland kann sich immer günstiger verschulden. Kein schlechtes Geschäft für Finanzminister Schäuble.

Finanzminister Schäuble. Die guten Seiten der Krise. Quelle: dapd
Finanzminister Schäuble. Die guten Seiten der Krise. Quelle: dapd

Die starken Verwerfungen an den europäischen Märkten für Staatsanleihen im Zuge der Euro-Schuldenkrise haben Deutschland nach Berechnungen des Allianz-Konzerns eine massive Zinsersparnis beschert. Der deutsche Staat profitiere derzeit mit „reichlich zehn Milliarden Euro jährlich“, sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise am Dienstag in Frankfurt. Bezogen auf alle Laufzeiten der bundesdeutschen Wertpapiere schätzte Heise die Zinsersparnis im Laufe der Jahre auf insgesamt 67 Milliarden Euro.
Während sich die Bundesregierung über günstige Zinsen freuen darf, wurde die Schuldenaufnahme für die Euro-Krisenstaaten immer teurer. Sie können sich nur zu hohen Zinsen Geld leihen.

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Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

  • Irland

    Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

  • Griechenland

    Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

  • Spanien

    Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

  • Slowakei

    Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

  • Portugal

    Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

  • Frankreich

    Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

  • Niederlande

    Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

  • Slowenien

    Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

  • Zypern

    „Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Andererseits investierten viel Anleger auf der Suche nach einer sicheren Anlageform ihr Geld seit Ausbruch der Krise in deutsche Staatsanleihen, die als besonders sicher gelten. Die Folge waren rekordtiefe Zinsen. Darunter leidet der deutsche Sparer. Die Verbraucher können sich zwar in der Krise so günstig Kredite besorgen wie nie. Auf der anderen Seite gibt es aber immer weniger Rendite auf das Ersparte.
Die Allianz schätzt die Verluste an Zinseinkommen, die die privaten Haushalte durch die Schuldenkrise inzwischen erlitten haben, auf „reichlich zwölf Milliarden Euro“ pro Jahr. Der Sparer trage damit indirekt „zur Konsolidierung des Staatshaushaltes“ bei, kommentierte Chefvolkswirt Heise.
„Neben den Verlusten bei den Zinseinkommen haben die privaten Haushalte auch bei anderen Anlageformen mit verminderten Vermögenseinkommen zu rechnen“, hieß es weiter von der Allianz. Dies gelte beispielsweise für Erträge bei der Auszahlung von Lebensversicherungen, bei den Erträgen aus Pensionskassen und Versorgungswerken. Allerdings dürften die negativen Auswirkungen der Krise durch die langfristige Anlagepolitik der Versicherungsunternehmen gedämpft und zeitlich verzögert eintreten.

Rangliste der größten Sorgen Euro-Krise jagt Deutschen Angst ein

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Aufgrund der enormen Summen, die deutschen Versicherungskunden zur Altersversorgung angelegt haben, rechnen die Allianz-Experten aber auch bei den Erträgen aus Versicherungen oder Pensionskassen mit starken Einbußen für die Sparer. Mittelfristig sei eine „Minderung der hieraus resultierenden Vermögenseinkommen von mindestens zehn Milliarden Euro jährlich zu erwarten“, hieß es weiter.

  • 16.10.2012, 12:03 UhrBerndt

    Warum ist es denn ein Verlust, wenn der Deutsche Sparer zukünftig X-Milliarden weniger an Rendite bekommt? Auf welchem Blatt steht denn, dass man bei einer Anlage XY auch immer seine schönen 5-6% bekommen MUSS? In diesen Zeiten gibt es halt mal weniger Rendite. Das ist doch in einem Wirtschaftsabschwung ganz normal (genauso wie während der Boomjahre bis 2007 auf der ganzen Welt unverhältnismäßig hohe Gewinne/Renditen eingefahren wurden; da hat sich auch niemand aufgeregt und seine üppigen Renditen wieder zurück gegeben). Enteignet wird hier keiner! Die zukünftig fließenden Zinsen kann man ja nun nicht als jetzt gehaltenes Kapital ansehen. Und wem 1,6% für deutsche Anleihen zu wenig sind, der lege doch bitte sein Geld in höherverzinsliche Papiere an (er muss dann zwar mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit rechnen, wird aber nicht durch die finanzielle Repression "enteignet").

  • 26.09.2012, 19:50 Uhrfjv2

    das ist prima.

    vor allem wo doch auch die Garantien 'natuerlich' mit eingerechnet sind, die sowieso faellig werden.

    oder glaubt irgendjemand, das jemals etwas von Griechenland, Portugal usw. zurueckgezahlt wird?

    Das ist alles eine klassische 'Milchmaedchenrechnung'

  • 26.09.2012, 07:41 Uhraquiprofitelecrime

    Gäbe Griechenland relativ zur Wirtschaftskraft nur ähnlich viel für sein Militär aus wie der EU-Durchschnitt, wäre seine Finanzlage heute tragfähig, teure Rettungsprogramme nicht nötig. Die griechische Regierung und die EU-Kommission streiten sich über die tatsächliche Höhe der Ausgaben für Waffensysteme. Schwarzgeld scheint in Massen zu fließen. Ein ehemaliger Verteidigungsminister sitzt im Gefängnis, weil er sich von Ferrostaal hat bestechen lassen. Solche Ausgabenfreudigkeit eines bankrotten Landes und solche Intransparenz wie in Griechenland sollten eigentlich Anlass zu etwas mehr als zwei, drei wolkigen Sätzen sein. Aber daran hat scheinbar niemand ein Interesse. Immerhin ist Griechenland der fünftgrößte Waffenimporteur der Welt und bezieht ein Drittel seiner Waffen aus Deutschland. Auch Frankreich liefert eifrig. Größter Lieferant sind die USA.

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