Ist die griechische Grippe immer noch ansteckend?

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Infografik Wie die Ratingagenturen Europa bewerten

Die europäischen Randstaaten straucheln: Jahrelang haben sie über ihre Verhältnisse gelebt, jetzt kämpfen sie mit enormen Schulden. Aber wie haben die anderen Länder Europas die Krise verkraftet? Eine Übersicht.

Infografik: Wie die Ratingagenturen Europa bewerten

Hedgefonds-Guru wirbt für italienische Staatsanleihen

Warum das der Fall sein dürfte, erläuterte George Soros auf dem Weltwirtschaftstreffen in Davos. Der Hedegfonds-Manager hat sich zwar aus der aktiven Vermögensverwaltung zurückgezogen. Doch seine Meinung hat immer noch Gewicht. Sein Ruhm basiert zu großem Teil darauf, einmal erfolgreich und im großen Stil gegen das britische Pfund gewettet zu haben.

„Für italienische Banken ist es praktisch ohne Risiko, italienische Anleihen zu kaufen“, so der Ungar, der seit den 1950er-Jahren in New York arbeitet. Denn wenn Italien in die Insolvenz schlittern würde, wären die Banken sowieso auch pleite. Daher könnten sie die recht üppige Rendite der Anleihen mitnehmen, so seine Analyse.

Die Rendite italienische Papiere liegt trotz des jüngsten Rückgangs mehr als vier Prozent über der Rendite vergleichbarer deutscher Papiere.

Wie verschuldet ist Europa?

  • Griechenland

    Staatsverschuldung: 152 % des BIP (2011); Haushaltsdefizit: 7,4 % des BIP (2011); Rating: CCC (S&P), Caa1 (Moody's), B+ (Fitch)

  • Irland

    Staatsverschuldung: 114 % des BIP (2011); Haushaltsdefizit: 10,8 % des BIP (2011); Rating: BBB+ (S&P), Baa3 (Moody's), BBB+ (Fitch)

  • Portugal

    Staatsverschuldung: 90,5 % des BIP (2011); Haushaltsdefizit: 5,6 % des BIP (2011); Rating: BBB- (S&P), Baa1 (Moody's), BBB- (Fitch)

  • Spanien

    Staatsverschuldung: 64 % des BIP  (2011); Haushaltsdefizit: 6,2 % des BIP (2011); Rating: AA (S&P), Aa2 (Moody's), AA+ (Fitch)

  • Italien

    Staatsverschuldung: 120 % des BIP  (2011); Haushaltsdefizit: 4,3 % des BIP (2011); Rating: A+ (S&P), Aa2 (Moody's), AA- (Fitch)

  • Belgien

    Staatsverschuldung: 97 % des BIP  (2011); Haushaltsdefizit: 3,9 % des BIP (2011); Rating: AA+ (S&P), Aa1 (Moody's), BB+ (Fitch)

  • Deutschland

    Staatsverschuldung: 80 % des BIP  (2011); Haushaltsdefizit: 2,4 % des BIP (2011); Rating: AAA (S&P), Aaa (Moody's), AAA (Fitch)

Wasser in den Wein schüttete am Freitag zwar Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank. „Die Risikoaufschläge der europäischen Krisenstaaten könnten noch für längere Zeit auf erhöhtem Niveau verharren“, sagte er. Allerdings fügte er auch hinzu, dass die Renditeaufschläge derzeit nicht die tatsächlich mit den Papieren verbundenen Risiken zeigten.

Der amerikanische Finanzminister Timothy Geithner betonte etwa, dass zuletzt Fortschritte in Europa gemacht worden seien. Mit den neuen Regierungen in Italien, Spanien und Griechenland sei man ein Stück weit vorangekommen. Auch die Schritte in Richtung einer fiskalischen Union bewertete der US-Finanzminister als positiv.

Die Märkte beflügelte am Freitag auch eine erfolgreiche Auktion kurz laufender italienischer Staatsanleihen. Italien konnte Papiere mit sechsmonatiger Laufzeit deutlich billiger am Markt platzieren als noch vor einem Monat. Die Zinslast ging zurück auf 1,97 Prozent, nachdem noch im Dezember 3,25 Prozent fällig waren.

Soros empfiehlt italienische Anleihen daher nicht nur für Banken des Landes als Anlage. „Wenn eine deflationäre Phase bevorstehen und man kann sechs Prozent für italienische Anleihen bekommen, ist das eine fantastische Rendite“, so der Finanzexperte.

Denn wenn sich die Situation weiter beruhige, würden die Kurse weiter anziehen und damit die Rendite fallen. Die derzeitige Situation zeige damit, dass „die Finanzmärkte nicht so funktionieren, wie sie es sollten.“

Der Chart zeigt die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen in den vergangenen zweieinhalb Monaten. Die sieben Prozent waren Ende November durchschritten, jetzt liegt die Rendite bei unter fünf Prozent. Quelle: Screenshot
Der Chart zeigt die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen in den vergangenen zweieinhalb Monaten. Die sieben Prozent waren Ende November durchschritten, jetzt liegt die Rendite bei unter fünf Prozent. Quelle: Screenshot

Eine Grundvoraussetzung für den optimistischen Blick auf den Anleihenmarkt bleibt, dass bei die Verhandlungen über den griechischen Schuldenschnitt am Wochenende nicht doch noch kollabieren. Warnsignale gibt es auch an anderer Stelle.

So haben sich etwa portugiesische Anleihen nicht dem positiven Trend der spanischen und italienischen Papiere anschließen können. Sie notierten heute bei fast 14 Prozent und damit fast zwei Prozentpunkte höher als zu Jahresbeginn. Die griechische Grippe könnte das Land doch noch infizieren.

Mit Material von Reuters.

  • 29.01.2012, 10:38 UhrAnonymer Benutzer: reno

    Das HB sollte lieber zumachen.

  • 28.01.2012, 09:16 UhrAnonymer Benutzer: Schweizer

    Habe bislang noch nix von einer Problemlösung erfahren - eher im Gegenteil das Wachstum bricht durch die Sparprogramme ein und Staatsdefizite steigen. Der Patient ist ja nicht gesundt nur weil der Doktor es behauptet.
    Leider muss ich zustimmen, dass der Normalbürger wirklich dauerhaft von Politik und Medien verarscht wird und die Probleme immer nur verschoben werden. Wie hoch sollen die Staatsschulden weiter steigen? Die Staatsverschuldung in D liegt mit Einbezug der Pensionsleistungen für Beamte bei 5 Billionen EUR.(sprich wir wären dann effektiv bei einer Staatsverschuldungsquote von160%) und niemand redet hierüber. Es ist wirklich lächerlich - wie kurzfristig unsere Herren und Frauen Politiker denken....Ein guter Rat an Pensionäre und Rentner kauft euch Fruchtbares Ackerland - darauf wird es wohl hinauslaufen.

  • 28.01.2012, 01:09 UhrWiKa

    Ach wie süß … wir hüsteln weiter an der griechischen Grippe? Was für ein Witz … die Notenbanken, also die Staaten selbst geben Geld gen NULL Prozent an die Banken heraus, damit diese zur Abschöpfung von gut 5 Prozent den Volkswirtschaften über die Steuermittel und die öffentlichen Haushalte das Geld aus der Tasche ziehen können. Wenn das kein gutes Geschäft ist? Die Rate-Agenturen sorgen durch runter-raten für die Steigerung der Marge. Ja, so funktioniert heutzutage die Volksausbeute und die exponentielle Mehrung der Geldberge und die Verarmung auf der anderen Seite durch eben diese krankhafte Umverteilung. Wer mag da jetzt von einem Ende der Grippe reden, wo gerade der Krebs so richtig sein Werk beginnt.

    Und wenn wir dieses kaputte Geldsystem tatsächlich behalten wollen, dann sollten wir einen anderen Vorschlag ernsthaft überprüfen, der zumindest die Verarmung bremsen würde, dem Stat die absolute Kontrolle belassen würde und die Institutsgrößen auf überschaubare Größenordnung begrenzen würde. Nichts mehr mit „too big zu fail“.

    Alle Hartz IV Bezieher machen jeweils eine Privat-Ich-Bank-AG auf, die dann nur mündelsichere Kredite an Staaten vergeben dürfen. Den Rest der Geschichte nebst entsprechender Berechnungen kann man hier nachlesen:

    http://qpress.de/2011/09/17/bfa-will-banken-grundungswelle-in-deutschland/

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