Anleihen

_

EZB-Deal: Irland kommt Rückkehr an Kapitalmarkt näher

Irland bahnt sich den Weg zurück an den Kapitalmarkt. Mit verringerten Zinsen für einen Notkredit zur Rettung einer Bank gewinnt das Land Reformspielraum. Mit der Bank geht das Land radikal um: Sie wird abgewickelt.

Die ehemalige Anglo Irish Bank, die heute als Irish Bank Resolution Corporation (IBRC) auftritt, wird abgewickelt. Quelle: Reuters
Die ehemalige Anglo Irish Bank, die heute als Irish Bank Resolution Corporation (IBRC) auftritt, wird abgewickelt. Quelle: Reuters

Dublin/London/FrankfurtIrland kommt einer Rückkehr an den Kapitalmarkt näher. Nach monatelangem Streit einigte sich die Regierung in Dublin am Donnerstag mit der heimischen Notenbank auf einen Weg zur Verringerung der erdrückenden Zinsen für einen Notkredit zur Bankenrettung. Damit gewinnt das Land nach harten Reformen weiteren Spielraum für die Ende 2013 geplante Rückkehr an den Kapitalmarkt. Eine gelungene Sanierung wäre für den gesamten Euro-Währungsraum ein wichtiges Signal. Für die Folgen der Krise muss in Irland allerdings noch die nächste Generation zahlen.

Anzeige

Das Land war Ende 2010 unter den Euro-Rettungsschirm EFSF geflüchtet, vorangegangen waren eine schwere Bankenkrise und ein Einbruch des Wirtschaftswachstums. Seitdem wird Irland mit internationalen Finanzhilfen von 67,5 Milliarden Euro vor der Staatspleite bewahrt. Der Staatsetat ächzt noch immer unter den hohen Kosten der Bankenrettung.

Die Ratings der Euro-Länder

  • Belgien

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Negativ
    Moody's Rating: Aa3
    Ausblick: Negativ
    Fitch Rating: AA
    Ausblick: Stabil

  • Deutschland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Estland

    S&P Rating: AA-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A1
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Finnland

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Frankreich

    S&P Rating: AA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aa1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

  • Griechenland

    S&P Rating: B-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Caa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: B
    Ausblick: Stabil

  • Irland

    S&P Rating: BBB+
    Ausblick: Positiv

    Moody's Rating: Ba1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Italien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Baa2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

  • Luxemburg

    S&P Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Malta

    S&P Rating: BBB+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A3
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Niederlande

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Negativ

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Negativ

  • Österreich

    S&P Rating: AA+
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Aaa
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: AAA
    Ausblick: Stabil

  • Portugal

    S&P Rating: BB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Ba2
    Ausblick: Positiv

    Fitch Rating: BB+
    Ausblick: Negativ

  • Slowakei

    S&P Rating: A
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: A2
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: A+
    Ausblick: Stabil

  • Slowenien

    S&P Rating: A-
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Ba1
    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: BBB+
    Ausblick: Negativ

  • Spanien

    S&P Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

    Moody's Rating: Baa3
    Ausblick: Stabil

    Fitch Rating: BBB
    Ausblick: Stabil

  • Zypern

    S&P Rating: B
    Ausblick: Positiv

    Moody's Rating: Caa3

    Ausblick: Negativ

    Fitch Rating: B-

    Ausblick: Stabil

Die irische Regierung hatte sich deshalb seit eineinhalb Jahren um Zinserleichterungen bemüht. Dabei ging es um eine Notoperation vor vier Jahren zur Stützung der Anglo Irish Bank, die wegen der US-Finanzkrise ins Schwanken gekommen und 2009 verstaatlicht worden war. Damals stellt die Regierung der Bank Schuldscheine (Solawechsel) in Höhe von 30 Milliarden Euro zur Verfügung, die sie als Sicherheit für Notfall-Liquiditätshilfen (ELA) an die Notenbank verpfändete. Dafür sollten bis 2023 hohe Zinsen fällig werden - 3,1 Milliarden Euro pro Jahr. Die irische Regierung drang deshalb darauf, die Solawechsel durch billigere Staatsanleihen zu ersetzen. Dagegen gab es jedoch Widerstand in der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine unzulässige Staatsfinanzierung kritisierte.

Anglo Irish Bank liquidiert

Nun wird die marode ehemalige Anglo Irish Bank liquidiert. Ein Gesetzespaket über die sofortige Abwicklung der verstaatlichten Bank, die heutige Irish Bank Resolution Corporation (IBRC), wurde in der Nacht zum Donnerstag in einem Eilverfahren vom irischen Parlament verabschiedet.

Anleihen Welche Krisenstaaten 2013 das meiste Geld brauchen

  • Anleihen: Welche Krisenstaaten 2013 das meiste Geld brauchen
  • Anleihen: Welche Krisenstaaten 2013 das meiste Geld brauchen
  • Anleihen: Welche Krisenstaaten 2013 das meiste Geld brauchen
  • Anleihen: Welche Krisenstaaten 2013 das meiste Geld brauchen

Die Finanzkrise hatte Irland besonders hart getroffen, der extrem aufgeblähte Bankensektor geriet nach dem Platzen einer Immobilienblase 2008 in Schieflage. Die Anglo Irish Bank erhielt Kapitalspritzen in Milliardenhöhe, zuletzt hatte sie noch 850 Mitarbeiter. Wegen seines maroden Bankensystems war das hochverschuldete Irland als erstes Land unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft.

  • 16.02.2013, 10:24 UhrPequod

    ''Als Spezialfall gilt Griechenland, das nach aktuellen
    Erwartungen in der Euro-Zone noch viele Jahre am
    Finanztropf hängen wird''
    In den letzten fünf Jahren hat sich der Schuldenberg
    Griechenlands, trotz der Milliardenhilfen, des BIP
    um 19,1 % erhöht!
    So manöveriert man sich mit der Streckung der Schulden
    Irlands immer weiter in den Schuldensumpf dieser Euro-
    sion, die genau wie die lat. Münzunion, in diesem
    30jährigen Finanzkrieg, zum Scheitern verurteilt ist.

  • 07.02.2013, 23:32 Uhrdigiteach

    Das war wohl ein frühes Weihnachtsgeschenk für die Iren. Alle Bondholder und Einlagen wurden aus dem öffentlichen Topf refinanziert und auf 40 Jahre gestreckt. Bei 3% Zinsen und 2% Inflation macht gerade mal 1% Zinsen auf die 30 Milliarden Euro.

    So was kann man auch als Sozialismus für Millionäre bezeichnen und bei gleichzeitiger Staatsfinanzierung durch die Hintertür.

  • 07.02.2013, 17:34 Uhrkarstenberwanger

    JaJaaa die sind auf einem guten Weg, stimmts? *lach*

Ratgeber Geldanlage

Die beste Strategie für das eigene Vermögen: Der Ratgeber von Handelsblatt Online erklärt Grundlagen, Chancen und Risiken von Investments in Aktien, Fonds, Anleihen, Zertifikaten und Zinskonten. Anleger erfahren, wie sie die passenden Produkte auswählen und unkalkulierbare Risiken vermeiden. Mehr…

  • Depot-Contest
  • ANZEIGE
Depot-Contest : Wer am meisten aus Geld macht

Wer am meisten aus Geld macht

Welcher Vermögensverwalter ist der beste? Finden Sie es heraus: Wir lassen 21 Profis beim DAB-Depot-Contest gegeneinander antreten.

ANZEIGE
  • Tagesgeld-Vergleich

    Top-Kondtionen für Tagesgeld, inklusive Gebühren, Einlagensicherung und Abgeltungsteuer.

  • Festgeld-Vergleich

    Der Rechner sucht die höchsten Zinsen für Festgeld für jede Laufzeit und Höhe des Anlagebetrages.

  • Girokonten-Rechner

    Kosten für das Konto ermitteln, inklusive Entgelte für Kreditkarten sowie Dispo- und Guthabenzinsen.

  • Rendite-Rechner

    Der Zins entspricht nicht immer der Rendite. Welche Erträge Anlagen tatsächlich bringen.

  • Ratenkredit-Vergleich

    Die besten Angebote für Ratenkredite vergleichen. Für verschiedenen Bonitätsstufen.

  • Ratgeber Geldanlage

    Die beste Strategie für Ihr Vermögen: Grundlagen, Chancen und Risiken verschiedener Investments.

  • Rendite-Risiko-Radar

    Die Renditen für Aktienindizes, Rohstoffe oder Rentenindizes nach Zeiträumen berechnen.

  • Sparbrief-Rechner

    Die interessantesten Offerten für Sparbriefe mit einer Laufzeit zwischen einem und zehn Jahren.

  • Depot

    Erstellen Sie ein virtuelles Depot, mit dem Sie Ihre Strategie testen und Kursentwicklungen verfolgen.

  • Alle Rechner und Tools

    Übersichtsseite aller Rechner, Vergleiche und Tools für Finanzen, Immobilien, Jobs und vieles mehr.

  • Weitere Tools anzeigen