
FrankfurtFast vier Jahre ist es her, dass sich der deutsche Autokonzern BMW als eines der ersten Unternehmen nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers mit einer neuen Anleihe an den Markt gewagt hat. Er musste dafür extrem tief in die Tasche greifen, um die zutiefst verunsicherten Anleger vom Kauf zu überzeugen. Einen Zins von 8,875 Prozent zahlten die Münchener den Anlegern damals für einen Bond mit einer Laufzeit von fünf Jahren.
Von der damaligen Unsicherheit ist heute nichts mehr zu spüren, im Gegenteil: „Die Anleihen deutscher Autokonzerne sind für viele Investoren inzwischen zu so etwas wie sicheren Häfen geworden“, meint Markus Roß, der bei der WGZ Bank Autobonds analysiert. Das zeigt sich deutlich an den sich gegenläufig zu den Kursen entwickelnden Renditen: Anleihen mit knapp fünf Jahren Laufzeit von BMW, Volkswagen oder Daimler rentieren aktuell mit 1,4 bis 1,5 Prozent - und damit nahe ihrer jüngst erreichten historischen Tiefs.
Fiat
Auch Fiat leidet unter dem Absatzeinbruch in Europa. Dank hoher Barreserven und ungenutzter Linien für Bankkredite verfügt Fiat aber noch über genügend Liquidität. Die Anleiherendite ging in den letzten Monaten stark zurück. Aktuell notiert die Rendite bei 7,05 Prozent.
Einschätzung*: Für risikobereite Investoren könnten Anleihen mit einer kurzen Laufzeit interessant sein.
(Anleihe fällig am: 23.7.2017) *Bewertet von Gerhard Wolf, LBBW.
Peugeot
Dem französischen Autokonzern Peugeot macht die aktuelle Euro-Schuldenkrise schwer zu schaffen. Durch die geringe Nachfrage in den europäischen Ländern ging der Absatz in den letzten Monaten massiv zurück. Der Automobilhersteller schrieb zuletzt hohe Verluste.
Der Kurs erlebte in den letzten Monaten eine regelrechte Achterbahnfahrt. Zwischenzeitlich stieg die Rendite von fünf Prozent auf knapp acht Prozent. Aktuell notiert die Anleihe bei 7,03 Prozent.
Einschätzung*: Als Beimischung im Anleihedepot interessant. Viele Experten raten aber von den Bonds des Konzerns ab.
(Anleihe fällig am: 11.7.2012) *Bewertet von Gerhard Wolf, LBBW.
Renault
Der französische Automobilhersteller Renault leidet momentan unter dem schwachen europäischen Markt. Dagegen konnte der Autokonzern seinen Absatz im Ausland erhöhen. Die Anleiherendite ging in den letzten Monaten stark zurück. Aktuell notiert diese bei 4,41 Prozent.
Einschätzung*: Die Anleihe gilt als Beimischung im Anleihedepot als interessant.
(Anleihe fällig am: 22.3.2017) *Bewertet von Gerhard Wolf, LBBW.
Volkswagen
Genau wie BMW, gilt auch der deutsche Automobilhersteller VW unter Investoren als sicherer Hafen. Ein niedriger Schuldenstand und hohe Cash-Reserven sorgen für eine gute Bonität. Aktuell notiert die Anleihe des deutschen Autokerns bei 1,54 Prozent.
Einschätzung*: Auch die VW-Anleihe ist momentan extrem teuer. Die Anleger müssen sich zwar keine Sorgen um die Rückzahlung machen, aber sehr wohl auf zwischenzeitliche Kursverluste und größere Kursschwankungen. Von daher könnte es zu einem späteren Zeitpunkt günstiger sein zu höheren Renditen einzusteigen.
(Anliehe fällig am: 15.5.2017) *Bewertet von Gerhard Wolf, LBBW.
BMW
Auf der Suche nach sicheren Anlagen flüchteten die Anleger zuletzt verstärkt in Unternehmensanleihen. Besonders gefragt waren Anleihen der deutschen Automobilhersteller. Diese gelten unter vielen Investoren als sichere Häfen. Durch die hohe Nachfrage sank die Rendite zwischenzeitlich auf knapp einen Prozent, aktuell notiert die Anleihe bei 1,38 Prozent.
Einschätzung: Die Anleihe ist momentan extrem teuer. Interessant sind die Renditen allenfalls verglichen mit dem mageren halben Prozent, das zum Beispiel fünfjährige deutsche Bundesanleihen bieten. Sorgen um die Rückzahlung müssen sich die Anleger aber nicht machen.
(Anleihe fällig am: 18.1.2017) *Bewertet von Gerhard Wolf, LBBW.
Fiat
Auch Fiat leidet unter dem Absatzeinbruch in Europa. Dank hoher Barreserven und ungenutzter Linien für Bankkredite verfügt Fiat aber noch über genügend Liquidität. Die Anleiherendite ging in den letzten Monaten stark zurück. Aktuell notiert die Rendite bei 7,05 Prozent.
Einschätzung*: Für risikobereite Investoren könnten Anleihen mit einer kurzen Laufzeit interessant sein.
(Anleihe fällig am: 23.7.2017) *Bewertet von Gerhard Wolf, LBBW.
Ist das gerechtfertigt? „Zumindest ist es nachvollziehbar“, meint Roß. Die Autoindustrie sei zwar nach wie vor eine zyklische, das heißt von der Konjunktur abhängige Industrie und gerade in Europa schwächelt angesichts der Euro-Schuldenkrise die Konjunktur. Das merken auch die Autokonzerne beim Absatz. Sie dämpften zuletzt die Erwartungen der Investoren. Aber: „Die deutschen Hersteller haben Schulden ab- und hohe Cash-Reserven aufgebaut und sind damit heute viel besser aufgestellt als vor der Rezession in den Jahren 2008 und 2009“, sagt Roß.
Attraktiv sind die Papiere der deutschen Autobauer aber trotzdem nicht. „Die Anleihen von BMW, VW, Daimler oder auch MAN sind extrem teuer“, meint Gerhard Wolf, Leiter des Researchs für Unternehmensanleihen und Spezialist für Autobonds bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW): „Interessant sind die Renditen allenfalls verglichen mit dem mageren halben Prozent, das zum Beispiel fünfjährige deutsche Bundesanleihen bieten."
Wolf rät vom breiten Einstieg ab: „Anleger müssen sich zwar keine Sorgen um die Rückzahlung machen, aber sich sehr wohl auf zwischenzeitliche zumindest moderate Kursverluste und größere Kursschwankungen einstellen.“ Dies gelte vor allem dann, wenn die schlechten Nachrichten zur Konjunkturentwicklung in Europa zunehmen. Von daher könnte es zu einem späteren Zeitpunkt günstiger sein zu höheren Renditen einzusteigen. Denn auch von der Seite der Bundesanleihen droht Ungemach.

Der Peugeot-Chef hat verkündet, der Konzern verbrenne aufgrund von Überkapazitäten mindestens 100 Mio Euro pro Monat bis 2014. Marchionne beklagt, daß VW mit Dumpingpreisen den kleineren Herstellern die Luft abdreht. In diesem Szenario eine Unternehmensanleihe von Fiat, Renault oder Peugeot anzupreisen, setzt voraus, daß noch in diesem Jahr staatliche Hilfe einsetzt und die Autokonjunktur in Italien und Spanien anspringt. Beides ist, gelinde gesagt, hochspekulativ. Und das für eine Rendite von nicht einmal 5%. Das Handelsblatt wird mit diesem Anlagetipp fachkundige Leser verlieren.

Bei den Rabatten die Volkswagen gerade für seinen neuen Golf gewährt verkaufen Fiat, Renault und PSA bald gar nichts mehr in der Golf Klasse.
Solange es keine neue Abwrackprämie gibt, ist von Anleihen französischer und italienischer Autohersteller abzuraten.

Autoboom?? Ich lese wohl nicht richtig...gestern noch Artikel über Absatzproblem und Gewinnprognosenrevidierung..der einzige Autoboom findet derzeit in Korea statt..
Nicht umsonst versucht VW den neuen Golf direkt mit 20% Diskount unters Volk zu bringen..ist ja auch problemlos möglich, da die Produktionskosten um 20-30 gesenkt wurden..






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